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ULME
 
"Da geht noch mehr!"
Ulme
Mit "Tropic Of Taurus" haben Ulme vor wenigen Wochen ein mal wieder schlicht fantastisches Album veröffentlicht, deren Lieder wir in unserer Rezension als "eindrucksvoll und intensiv, intim und berauschend" beschrieben. Doch auch die anderen waren begeistert. Die Visions-Kollegen zum Beispiel schrieben von einem "mäandernden, tonnenschweren Wohlklang", das Mainstage sprach von einem "Herbststurm, der einem eisige Winde ins Gesicht weht und merken lässt, dass die warme Jahreszeit endlich vorbei ist" und das Uncle Sally*s nannte es schlicht "erhaben und majestätisch". Es scheint, die Welt liegt Ulme zu Füßen. Wird auch Zeit. Wir fragten bei Sänger und Gitarrist Arne Heesch und Drummer Lutz Möllmann mal nach.
GL.de: Wie seid ihr mit den Reaktionen zur Platte bisher zufrieden?

Lutz Möllmann: Wir sind überwältigt. Ganz im Ernst, ich habe bis dato noch kein kritisches Wort zur Platte gehört und das, obwohl "Tropic Of Taurus" ja definitiv eine Weiterentwicklung darstellt und aufgrund dieser Tatsache nicht automatisch jedem Ulme-Fan gefallen müsste. Alles schön, so wie wir es erhofft haben.

Arne Heesch: Die positiven Reaktionen bestätigen meinen eigenen Eindruck von der neuen Platte. Sie ist eine konsequente Weiterentwicklung unseres bisherigen Schaffens und für mich eine unser ausgereiftesten.

GL.de: Wie habt ihr es denn geschafft, mal wieder so einen wunderbaren Brocken wie "Tropic Of Taurus" zu schaffen?

Arne Heesch: Ja schönen Dank dafür! Songs werden geboren, einige Songs davon müssen sterben - wir haben die hübschesten genommen...

Lutz Möllmann: Tja, eigentlich ganz einfach. Gute Band plus gute Songs plus Kurt Ebelhäuser... Na ja, ganz so leicht ist es wahrscheinlich nicht, dann würden das ja alle machen.

GL.de: Was war das schönste Kompliment, das ihr bekommen habt?

Lutz Möllmann: Vielfältig. Das für mich persönlich Schönste war eine Rezension in der Visions in der vom "Groove Monster des Jahres" die Rede ist. Ein bisschen Porno, aber was soll ich sagen. Stimmt halt (lacht). Es ist aber wirklich schön zu lesen, dass bis jetzt alle verstanden haben, worum es geht.

Arne Heesch: Mir geht es immer besonders nah, wenn jemand hinter der Härte und Zerrissenheit unserer Songs die durchaus positiven und lebensbejahenden Aspekte erkennt und sich von unserer Musik berührt fühlt.

GL.de: Seid ihr auch ein paar Tage nach der Fertigstellung noch rundum zufrieden oder habt ihr schon Kleinigkeiten gefunden, die ihr gerne anders hättet?

Lutz Möllmann: Ich bin da schon ein bisschen komisch und habe mir die ersten Testmaster 1000-mal angehört, um irgendwas zu entdecken. Da war aber nix. Ich bin nach wie vor rundum zufrieden und glaube, dass wir die Messlatte für uns ziemlich hoch gelegt haben.

Arne Heesch: Ja, alles super. Und da geht noch mehr...

GL.de: Wie muss man sich die Zusammenarbeit mit Kurt vorstellen? Einer sagt, der andere macht oder wird diskutiert?

Lutz Möllmann: Keins von beidem. Wichtig war von vornherein, dass wir unbedingt miteinander arbeiten wollten. Das ganze Projekt lebte von tiefem Respekt für die jeweils andere Seite. Kurt hatte ein paar sehr gute Ideen, die wurden ausprobiert, gecheckt und dann umgesetzt oder eben auch nicht. Alles total offen und ehrlich.

Arne Heesch: In erster Linie verstehen wir uns menschlich, das ist die Basis. Wie Lutz schon sagt, es besteht ein gegenseitiger Respekt für die Kreativität des anderen, so dass wir alle offen an die Sache rangegangen sind. Wir wollten halt mal wieder richtig wie Ulme klingen. Das war der einzige Anspruch und es hat funktioniert. Die Ideen von Kurt haben die Songs zusätzlich bereichert. Die Zusammenarbeit war wirklich konzentriert und auf den Punkt. Mit einigen kreativen Unterbrechungen natürlich...

GL.de: Und wie kam es zu diesem wundervollen Duett von Kurt und Arne?

Lutz Möllmann: Eher spontan. Wir hatten zwar im Vorfeld mal bandintern darüber gesprochen, dass Kurt gerne - wenn er denn will - auch offensichtliche Spuren auf dem Album hinterlassen darf / soll, am Ende war es aber Kurt, der dann am letzten Tag der Aufnahmen der Grundspuren von Drums, Gitarre und Bass mit einer Idee um die Ecke kam. Arne und er haben sich dann ein paar Stunden zurückgezogen und "Orpheus" gemeinsam geschrieben. Die Aufnahme des Songs selbst war dann auch wieder sehr spontan. Auf dem Album ist direkt die Erste richtig eingespielte Version gelandet - quasi ein First Take.

Arne Heesch: Yo, das hat spaß gemacht! Mal einen Song mit Kurt zu singen war für mich eins der vielen Highlights während der Zeit im Studio.

GL.de: Lässt sich eine Band wie Ulme noch von anderen Bands beeinflussen?

Lutz Möllmann: Unterbewusst wahrscheinlich schon.

Arne Heesch: Na ja, wir haben schon unseren eigenen Stil gefunden, trotzdem lass ich mich immer gerne von leidenschaftlicher Musik inspirieren, Sei sie heftig oder ruhig.

GL.de Was braucht es, damit ihr sagt: Geile Platte! Eure und andere...

Lutz Möllmann: Bei uns sind es die Songs, die sich einfach richtig anfühlen und dann eben in den Gesamtkontext passen müssen. Im Studio sind schon ein paar Ideen über die Klippe gesprungen, die nicht 100%ig zu den anderen Songs gepasst haben. Bei Platten von anderen geht's mir ähnlich. Mich müssen die Songs berühren und dann muss das gesamte Werk noch ein schlüssiges Gesamtbild abgeben. Ich finde es immer ganz schlimm, wenn man Songs auf Platten hört, die wohl besser eine B-Seite der nächsten Single geworden wären. Das kann einem den Gesamteindruck schon ein bisschen vermiesen.

Arne Heesch: Eine Platte muss mich packen, mir ein Lebensgefühl vermitteln. Sie sollte mir das Gefühl geben, dass da noch jemand ist, der versucht echt zu sein. So etwas berührt mich.

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GL.de: Wie läuft die Tour? Was waren die Highlights? Und gab es Enttäuschungen?

Lutz Möllmann: Die ersten Shows der Tour waren super. Uns brannte es auf jeden Fall unter den Nägeln, die neuen Songs endlich auch live zu spielen. Highlights gab es viele, zu viele um alle aufzuzählen. Zu meinen persönlichen Highlights zählen auf jeden Fall die "Worship the Riff"-Festivals mit den Exits To Freeways, Dyse und Celan. Das war definitiv groß.

Arne Heesch: Ja, die Festivals waren echt eins der Highlights. Vielleicht ziehen wir ja mit den Jungs von Dyse nächstes Jahr noch mal gemeinsam durch die Clubs des Landes...

GL.de: Wie fühlt man sich als Teil von Ulme 2009?

Lutz Möllmann: Großartig! Ich glaube wir stehen an einem sehr wichtigen Punkt - haben eine schöne Platte im Rücken und sind in der Lage unsere kreativen Visionen umzusetzen.

GL.de: Und wie ist es für ein Label zu arbeiten, dessen Gründer fanatischer Bayern München-Fan ist?

Lutz Möllmann: Fußball ist mir total egal, ich weiß gar nicht, ob Arne das weiß. Vielleicht fliege ich jetzt. Neben dieser Tatsache ist Arne aber ein ganz dufter Typ.

Arne Heesch: Ganz genau, mir geht Fußball auch eher am Arsch vorbei. Soll doch jeder den Verein verehren, der zu ihm passt, hehe.

GL.de: Wie geht's weiter? Was passiert nach der Tour?

Lutz Möllmann: Wir werden direkt anfangen, neue Songs zu schreiben. Glücklicherweise hat Arne einen schon fast beängstigend hohen kreativen Output. Für 2010 sprechen wir gerade über verschiedene Tourkonstellationen. Man darf gespannt sein.

Arne Heesch: Ich werde mich die nächste Zeit mit dem Schreiben neuer Songs beschäftigen, so dass wir vielleicht nächstes Jahr was Neues rausbringen können. Ach ja, und nebenbei wird noch ein bisschen getourt.

GL.de: Euer letzter MySpace-Blog-Eintrag stammt aus dem Mai - kein Bock auf Web 2.0?

Lutz Möllmann: Eigentlich nicht. Eher zu wenig Zeit.

Arne Heesch: Die Zeit ist einfach nicht da, das stimmt. Ein Blog im Jahr reicht aber doch auch oder? Sozusagen der Ulme Jahres-Cockblog. Mal sehen...

Weitere Infos:
www.ulme-music.com
www.myspace.com/ulmemusic
Interview: -Mathias Frank-
Fotos: -Pressefreigaben-
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Aktueller Tonträger:
Tropic Of Taurus
(Nois-O-Lution/Indigo)




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