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THE BLACKOUT ARGUMENT
 
Projekt: Breakfast Club
The Blackout Argument
Die Platte? Klasse. Haben wir euch schon erzählt. The Blackout Argument haben mit "Detention" eine wunderbare Hardcore-Scheibe gemacht, auf die sich vermutlich viele einigen werden können. Weil sie so viel bietet, so viel Klasse hat und einfach unglaublich viel Spaß macht. Ganz egal, ob die Band ihren Melodien mal mehr oder weniger Platz einräumt oder wie derbe sie gerade in Prügellaune ist. Völlig unwichtig, ob die Jungs mit ihren Gästen oder alleine musizieren und manch einer hier einen zu deutlichen BSF-Einfluss wahrnimmt. Fakt ist, dass diese Band es verdient, befragt zu werden. Also fragten wir die beiden Gitarristen Chris und Schwede.
GL.de: Wie würdet ihr selbst den Unterschied zwischen "Detention" und euren letzten Sachen beschreiben?

Chris: Der Hauptunterschied liegt darin, dass "Detention" deutlich reflektierter ist. Mag sein, dass man den Unterschied aufs erste Hören gar nicht so merkt, aber wenn man sich länger mit dem Album auseinander setzt, wird es ganz deutlich. Jeder Song verrät einem früher oder später, was er "sein will" und warum er genau an dieser Stelle auf dem Album seinen Platz gefunden hat. Es gibt keine "Verlegenheits-Tracks", die zwar nicht schlecht sind, aber auch eben vom Album hätten fern bleiben können. Auf unseren bisherigen Outputs waren immer sehr starke Songs, ohne Frage. Und ich kann es auch nachvollziehen wenn jemand sagt, dass ihm aufgrund einzelner Songs "Remedies" oder "Decisions" besser gefällt. Uns war es aber in aller erster Linie bei "Detention" wichtig, dass WIR dieses mal 100% zufrieden sind mit dem was wir abliefern - und das ist der Fall.

GL.de: Gibt es einen roten Faden auf der Platte?

Schwede: Das Album lehnt sich an den Film "The Breakfast Club" aus dem Jahr 1985 an. Das Konzept zieht sich im Prinzip durch das gesamte Album. Angefangen von den Lyrics, die sich um die einzelnen Charaktere drehen, über Filmsamples, die teilweise in die Songs integriert wurden, bis hin zum Cover Artwork, das den Film noch mal optisch aufgreift. Und auch weitere Projekte werden sich in das Konzept einfügen, ohne hier jetzt zu viel verraten zu wollen...

Chris: Die Idee "The Breakfast Club" als Leitmotiv und Konzept zu verwenden kam bereits Anfang 2010, als wir uns gerade eine Idee für neue Bandfotos überlegen wollten. Im Endeffekt ging es darum, wie wir vermeiden können, nicht wie Kraut und Rüben auszusehen, sondern ein bisschen mehr wie eine "Einheit" (lacht). Uns ist natürlich nix eingefallen und am Ende haben wir uns entschlossen, aus der Not eine Tugend zu machen. Wir sind einfach fünf komplett unterschiedliche Typen, die auf den ersten Blick nicht aussehen, als hätten sie irgendetwas gemeinsam. Als Band wachsen wir aber zu einer Einheit zusammen. Genau darum geht es auch beim "Breakfast Club", einen Film aus meiner Kindheit/Jugend, was mir zum Glück an genau diesem Abend aufgefallen ist. Ab da hat alles sofort perfekt gematcht und als Ergebnis stand am Ende, dass das Artwork, die Songtitel, die Lyrics, die Linernotes, das kommende Video zu "Satisfying Angst", die Samples zwischen den Songs und vieles mehr dieses Leitmotiv und den Film repräsentieren und somit ebenfalls zu einer Einheit verschmelzen.

GL.de: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Andrew von Comeback Kid und den anderen Gästen?

Chris: Manche Song-Parts haben förmlich nach einem Guest-Vocal Feature geschrieen und wir haben uns dann überlegt, welche Stimme wohl am besten passen würde. Im Fall von "Detention" waren das eben Andrew, Casper und Fink. Wir haben sie angeschrieben, ob sie Bock haben, sie haben "ja" gesagt und ein paar Tage später waren die Spuren der jeweiligen Songs im Kasten. Langweilig, ich weiß, spannend wird’s erst wieder wenn, wir den einen oder anderen Song 2011 mit den entsprechenden Gast-Musikern live performen werden...

GL.de: Und warum macht man das überhaupt? Weil es sich geil anfühlt, weil es gut klingt, mit einem Andrew zu arbeiten, oder weil die Songs durch die Gäste einfach besser werden?

Chris: "Satisfying Angst" ist ein super Beispiel. Hör dir die Stelle an, die Andrew singt, der Part SCHREIT förmlich nach seiner Stimme! Mir würde sonst niemand einfallen, der an dieser Stelle so gut reinpassen würde wie Andrew.

GL.de: Wie viel Einfluss hatten Andrew, Casper und Fink?

Chris: Zunächst mal haben wir sie weder bezahlt noch gezwungen, Guest-Vocal Parts zu übernehmen. Hätten sie die Songs oder Parts scheiße gefunden, hätte es einfach keine Features gegeben. Außerdem haben wir ihnen außer ein paar Textzeilen keine Vorgaben gemacht. Wir wollten ja nicht, dass sie einfach Lines unseres Sängers Raphael nachsingen, sondern den Part tatsächlich mit ihrem eigenen Musikerverstand interpretieren. Im Fall von Casper ging es sogar soweit, dass wir unbedingt wollten, dass er auf Deutsch rappt, weil das einfach "er" ist. Dementsprechend hat er seine Lines auch selbst geschrieben, was die Sache noch mal zusätzlich spannender macht.

GL.de: Ihr seid seit 2006 am Start - fühlt man sich da als etablierte Hardcore-Band oder noch als Newcomer?

Chris: Weder noch so richtig. Da wir ja musikalisch schon immer ein bisschen zwischen den Stühlen standen, gibt es immer wieder Leute die uns neu entdecken, was ziemlich cool ist. Wir waren seit Tag 1 immer sehr open minded, vor allem was Live Shows betrifft. Uns war es egal, ob wir als Support von Boysetsfire unterwegs waren, mit This Is Hell oder Architects getourt sind. Selbst vor einem Auftritt auf der Games Convention haben wir keinen Halt gemacht (lacht).

GL.de: Und wie schafft man in so kurzer Zeit, drei Platten und drei EPs zu machen?

Chris: Das geht ganz einfach, man schafft sich eine große Armee gut bezahlter Ghost-Writer an! Nur Spaß, so etwas geht natürlich nur, wenn jeder in der Band bereit ist, einen Großteil seiner Freizeit (und manchmal auch ein bisschen mehr) für die Band zu opfern. Mit Songwriting alleine ist es ja nicht getan, die Songs müssen ja auch noch aufgenommen werden, man spielt Shows & Touren, dreht Videos, versorgt das ganze Web 2.0 mit Infos, kümmert sich um Artworks & Merch, hält Kontakt mit dem Label und und und. Im Endeffekt ist eine Band auf unserem Level vom Aufwand her bereits viel mehr als nur ein "Hobby". Wir tun das aber alle sehr gerne und haben nicht das Gefühl unsere Zeit zu verschwenden.

GL.de: Wie viel The Blackout Argument ist denn noch Spaß und wie viel ist schon Job?

Chris: The Blackout Argument war noch nie unser "Job" und wird es auch nie sein. Mit diesem Schritt würden wir uns viel zu viel von dem, was uns an der Band etwas bedeutet, kaputt machen. Unter Druck zu arbeiten fördert zwar bis zu einem gewissen Grad die Produktivität, aber in der Situation zu sein, ein Album aufnehmen zu MÜSSEN, weil man sonst die Miete nicht bezahlen kann, ist ein Horror. Das meiste von dem, was wir tun, macht uns nach wie vor Spaß und wenn es irgendwann einmal nicht mehr so ist, dann lösen wir uns hoffentlich sofort auf.

GL.de: Wie sind die Rollen in der Band verteilt? Wer macht was?

Schwede: Es bringt sich eigentlich jeder irgendwo außerhalb des Musikalischen noch sehr in die Band mit ein. Man kann wohl sagen, dass Chris derjenige ist, der den ganzen Laden im Blick hat und schaut, dass alles sinnvoll nach vorne geht. Darüber hinaus macht Philip alles, was mit Recording zu tun hat, Raphael hat Kontakt mit all unseren Supportern, ich kümmere mich um die Website, und so weiter.

GL.de: Was macht ihr neben der Band? Und wie viel Zeit nimmt die Band in eurem Leben ein?

Schwede: Zwei Studenten, ein Auszubildender, ein Selbstständiger und einer, der wirklich was arbeitet. Also von allem was dabei und da hat jeder sehr unterschiedliche Freiheiten, sich die Zeit für die Band einzuteilen. Aber es vergeht eigentlich kein Tag, an dem man nichts für die Band tut.

GL.de: Wie soll es nun weiter gehen? Was sind eure Träume und Ziele?

Schwede: Wir sind nach der langen Zeit im Studio alle wieder heiß darauf, regelmäßig live zu spielen, und hoffen, dass im kommenden Jahr viele gute Shows dabei sind. Darüber hinaus haben wir uns bisher noch keine Gedanken gemacht.

GL.de: Wie muss man sich The Blackout Argument auf Tour vorstellen? Wie auf einer Klassenfahrt und alle hängen zusammen ab oder ist man auch mal froh, wenn man seine Ruhe hat und geht sich daher so oft wie möglich aus dem Weg?

Chris: Hahaha, most boring-touring-band on earth! Nein, so schlimm ist es nicht, aber wir sind auf keinen Fall so eine Drogen-Alkohol-Exzess-Band wie einige unserer Kollegen... Wenn bei uns mal einer über die Stränge schlagt, dann im Kaffee-Rausch oder Burger-Overkill (lacht)! Wir verstehen uns bandintern sehr gut, vor allem im Vergleich zu früheren Line-Ups gibt es kaum Diskussionen geschweige denn Streit. Auf Tour hockt man halt mehrer Wochen direkt aufeinander, da macht es auf jeden Fall Sinn, sich auch mal aus dem Weg zu gehen, aber nachdem wir schon bis zu vier Wochen Tour am Stück überstanden haben kann uns nix mehr schocken...

GL.de: Wie wichtig ist Freundschaft für euch und eure Band?

Chris: Ich glaube, so wie es bei uns war/ist, macht es am meisten Sinn - wir sind durch die Band zu Freunden geworden, hatten aber vorher nicht viel miteinander zu tun. Wenn sich fünf Freunde dazu entschließen, eine Band zu gründen, ist das glaube ich eine deutlich explosivere Mischung als in unserem Fall. Wir haben über die Jahre gelernt, mit den Macken der anderen umzugehen, was echt eine Leistung ist, da wir VIELE Macken haben (lacht)!

GL.de: Vinyl, CD oder MP3?

Schwede: Da ich hauptsächlich unterwegs Musik höre, kommt dafür nur MP3 in Frage.

Chris: Bei mir ebenfalls MP3s. Ich löse gerade meine CD-Sammlung auf, mein Vinyl habe ich bereits vor fünf Jahren verkauft.

Weitere Infos:
www.theblackoutargument.com
www.myspace.com/theblackoutargument
www.facebook.com/theblackoutargument
Interview: -Mathias Frank-
Foto: -Pressefreigabe-
The Blackout Argument
Aktueller Tonträger:
Detention
(Redfield Records/Alive)




The Blackout Argument

 
 

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