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FRAU POTZ
 
Nordisch By Nature
Frau Potz
Meiner lieber Scholli und alle Achtung. Frau Potz haben sich mit einem wahren Paukenschlag vorgestellt und mit "Lehnt dankend ab" gerade erst eines der stärksten Alben des Jahres gemacht. Zugegeben, das Jahr ist noch jung, aber es wird kein Leichtes sein, das Debüt der Herren Kawumski, Schönfuss (ja, der sang früher bei Escapado) und Röh zu toppen. Eben diesem Hauke Röh, bei Frau Potz für den Bass zuständig, stellten wir unsere Fragen. Nicht immer journalistisch objektiv oder gar neutral, sondern ehrlich und direkt, als Fan der Band und Freund ihrer Musik.
GL.de: Okay, was ihr macht, ist super und eure Platte ist klasse! Jetzt aber mal Butter bei die Fische und um uns es uns gleich mit euch zu verscherzen - was ihr macht ihr anders als andere und warum muss man eurer Album haben?

Hauke: Naja, was machen wir anders? Die Platte ist einfach das, was dabei raus kommt, wenn wir drei zusammen Musik machen. Ob man die Platte jetzt haben muss oder nicht, weiß ich gar nicht.

GL.de: Und andersrum: Für wen ist euer Album wohl so gar nichts?

Hauke: Ich glaube, Leute die Turbostaat echt gut finden, können so gar nichts mit uns anfangen.

GL.de: Ihr legt ein ziemliches Tempo vor und der Begriff "mitreißend" passt wohl ziemlich genau. Habt ihr mal überlegt zwischenzeitlich ein bisschen den Fuß vom Gaspedal zu nehmen?

Hauke: Nee, so lange sich das gut anfühlt, machen wir auch so weiter.

GL.de: Wie schreibt ihr Songs? Macht da jeder sein Ding und hat seine Aufgabe und am Ende wird alles in einen Topf geworfen oder schreibt ihr zusammen?

Hauke: Die Texte werden alle von Felix geschrieben. Er soll die ja auch singen und ich habe da ehrlich gesagt auch nicht so die Ambitionen zu. Musikalisch läuft das mal so, mal so. Felix oder ich kommen mit einer Idee an, die wir dann zu dritt verwursten. Manchmal ist die erste Idee schon sehr konkret. Manchmal passiert da auch noch sehr viel im Proberaum.

GL.de: Wie reagiert man, wenn der Bandkollege sagt: "Die Zeile find ich jetzt doof" oder einfach "Nein!"?

Hauke: Bei uns werden alle Konflikte mit Armdrücken erledigt. Das läuft bis jetzt ganz gut so, weil Kerli immer gewinnt und immer Recht hat.

GL.de: Was ist eure Lieblingszeile auf dem Album und warum?

Hauke: Apfel-C und Apfel-V, alles schon mal durchgekaut.

GL.de: Wofür braucht ihr länger: Musik oder Text? Und was kommt in der Regel zu erst?

Hauke: Bisher kam immer die Musik zu erst. Wir doktern da jetzt auch nicht ewig dran rum. Wenn das Grundgerüst steht, kommt Felix eigentlich relativ schnell mit dem Text hinterher.

GL.de: Ernst gemeinte Frage: Seid ihr alle Freunde, die gemeinsam eine Band haben, oder verbindet euch eher die Musik und das reicht dann auch?

Hauke: Felix und ich kommen aus dem gleichen Dorf. Also so wirklich Dorf. 2.000 Einwohner und das bei drei Altenheimen. Wenn man da aufwächst und andere Interessen als Auto-Ring-Stechen und Trecker fahren hat, lernt man sich zwangsläufig kennen. Wir haben uns angefreundet und sind irgendwann jeden Freitag nach Husum in die Indiedisko gefahren. Da haben wir dann auch Kerli kennen gelernt und uns in ihn verliebt. Ich glaube, das wäre auch so passiert, wenn wir nicht zusammen in einer Band spielen würden. Wir sind definitiv alle Freunde.

GL.de: Was macht ihr denn so neben Frau Potz und was habt ihr eigentlich davor gemacht?

Hauke: Kerli arbeitet in einem Internat als Erzieher, Felix macht ganz viel mit Computern und ich bin Student.

GL.de: Was man über euch so liest, das liest sich häufig gut. Sind Frau Potz jetzt auf dem Weg nach oben oder ist das in Tagen wie diesen für eine Band mit eurem Sound eigentlich kaum noch möglich?

Hauke: Keine Ahnung. Man freut sich natürlich darüber, wenn andere Leute das auch gut finden, was man am Liebsten macht. Aber für den Weg nach oben müssten wir in Tagen wie diesen wohl eher ein YouTube Video online stellen, bei dem wir zu dritt auf einer Gitarre spielen.

GL.de: Seid ihr denn jetzt, wo das Ding sicher schon ein paar Tage fertig ist, so richtig zufrieden damit oder gibt es Momente auf der Platte, die ihr irgendwie nicht mehr so geil findet?

Hauke: Ich höre mir das Album immer noch gerne an. Die anfängliche Euphorie ist inzwischen natürlich schon irgendwie verflogen. Aber es gibt nichts auf der Platte, worüber ich mich im Nachhinein ärgere.

GL.de: Wie muss man sich euch im Studio vorstellen? Einfach im Stehen oder gar Sitzen beim Einspielen kann man sich das irgendwie nicht vorstellen. Ihr tickt doch sicher auch beim Aufnehmen aus oder?

Hauke: Nee, wir haben tatsächlich ganz langweilig auf Stühlen gesessen. Alle drei in einem Raum und haben dann den jeweiligen Song gespielt. Danach sind wir dann rüber in den Regieraum und haben uns das angehört, was wir gerade aufgenommen haben. Wenn da irgendetwas nicht so geil war, haben wir den Song noch mal gespielt. Relativ unspektakulär.

GL.de: Was gibt es sonst so aus dem Studio zu erzählen? Wie war es, wie lief es, wer war dabei und vermisst ihr die Zeit oder seid ihr froh, dass wir ihr fertig seid?

Hauke: Im Studio war es sehr entspannt. Ich will jetzt keine Produktionsgeheimnisse verraten, aber der Produzent Kurt Ebelhäuser und der Tontechniker Sascha Hoffmann verstehen es schon ziemlich gut, es der Band sehr angenehm im Studio zu machen. Ich war sehr, sehr gerne da. Auf der anderen Seite waren wir natürlich froh, das Ding im Kasten zu haben.

GL.de: Was haben eure Eltern gesagt, als ihr ihnen die Platte vorgespielt hat?

Hauke: Meine Mutter sagte, dass sie es schade findet, dass man die Texte so schlecht versteht.

GL.de: Gleich geht es auf Tour - was sind eure Erwartungen und was dürfen wir von euch erwarten?

Hauke: Ach, wir gehen da jetzt nicht mit großen Erwartungen ran. Wir freuen uns halt unterwegs zu sein, unsere Lieder zu spielen und neue Leute kennen zu lernen. Ich glaube, die Leute können von uns erwarten, dass es laut wird.

GL.de: Zurück zum Tempo von oben - wie schafft man es, die Songs Abend für Abend auf die Bühne zu bringen, ohne nach wenigen Shows am Boden zu liegen?

Hauke: Viel rauchen, viel Fritten.

GL.de: Im Sommer dann werden Festivals gespielt - weil es Spaß macht oder weil ihr die Chance habt, neue Leute zu erreichen? Oder beides?

Hauke: Weil es Spaß macht. Wir mögen es live zu spielen. Ob jetzt auf einem Festival oder mit Wänden. Wenn man dann noch neue Leute erreicht, auch geiler.

GL.de: Welches sind eure Lieblingsfestivals, geht ihr selbst noch hin und wenn ja, wird dann klassisch gezeltet, gesoffen und gefeiert oder ist das eher nicht (mehr) so euer Ding?

Hauke: Ich hab da jetzt gar keinen Favoriten. Vor ein paar Jahren habe ich das auch mal ganz klassisch so gemacht. Ich bin froh, dass mal erlebt zu haben, muss aber sagen, dass ich inzwischen nicht mehr so den Bock darauf habe.

GL.de: Auf eurer Platte prangt das Logo der Stadt Hamburg - was steckt da hinter?

Hauke: Die Kulturbehörde der Stadt Hamburg hat eine Label-Förderung. Diese Förderung hat unser Label Delikatess Tonträger beantragt. Die kriegen Kohle und dafür ist das Logo dann auf unserer Platte.

Weitere Infos:
www.fraupotz.blogsport.de
www.facebook.com/fraupotz
www.soundcloud.com/fraupotz
www.myspace.com/fraupotz
Interview: -Mathias Frank-
Foto: -Pressefreigabe-
Frau Potz
Aktueller Tonträger:
Lehnt dankend ab
(Delikatess/Broken Silence)




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