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BROILERS
 
Irgendwie... dunkel.
Broilers
Was war das für ein aufregendes Jahr für die Broilers und was ist es das immer noch. Im Februar erschien ihr Album "Noir" und das klang anders als alles, was die Düsseldorfer zuvor gemacht haben. Viele kamen damit nicht klar, andere feierten die neuen Lieder hemmungslos ab. Unter anderem wir, die "Noir" zur Platte der Woche kürten und schrieben: "Hochspannend das Ganze und schon jetzt eine der größten und irgendwie auch schönsten Überraschungen des Jahres." Und wie wir dachten so viele andere, dass das Album auf Platz 1 ging. Und dass die anschließende Tour zu einem großen Triumphzug wurde. Wie auch der zweite Teil der Tour einer werden wird. Ende November geht es wieder los. Bereits Anfang des Jahres und damit vor der Veröffentlichung von "Noir", vor dem kommerziellen Erfolg und vor dem ersten Teil der Tour sprachen wir mit einem irre sympathischen Broilers-Tastenspieler Chris Kubczak.
GL.de: Wie würdest du "Noir" mit einem Wort beschreiben?

CK: Dunkel (lacht). Nee, es ist schon wirklich so. Während der Aufnahmen haben wir die Platte Freunden, Bekannten, Familien vorgespielt und das war dann wirklich so die einhellige Meinung, dass sie alle sagten 'Die ist ganz schön düster geworden'. Obwohl wir das gar nicht so drauf angelegt haben und gar nicht so empfunden haben. Aber da das so die allgemeine Meinung zur Gesamtstimmung nun war, ist es tatsächlich so, dass es irgendwie so'n bisschen nachdenklicher, schwermütiger, und ja, dunkel eben ist. Auch, was die Texte angeht.

GL.de: Du hast grad gesagt, ihr wolltet das gar nicht so bewusst machen - wann merkt man denn, in welche Richtung so eine Platte geht, wann kristallisiert sich der Sound heraus, die Stimmung?

CK: Das passiert tatsächlich erst relativ am Ende, weil viel ja durch die Texte passiert. Und viele Texte lassen bis ganz zuletzt auf sich warten und die komplette Platte mit allen Texten ist dann immer erst relativ spät wirklich als Gesamtwerk fertig. Selbst wenn du ein fröhliches Lied mit einer fröhlicher Melodie hast und da dann irgendwie so ein echt zynischer Text drauf kommt, ist das Lied insgesamt eben nicht mehr fröhlich. Das macht dann schon viel aus und deswegen ist das eigentlich erst so am Ende erst richtig klar.

GL.de: Gibt es eigentlich so einen offiziellen Startpunkt nach dem Motto "So, Jungs und Mädel, wir machen jetzt 'ne Platte!" oder seid ihr eh immer am Schreiben und Machen, dass ihr irgendwann sagt "Wir können jetzt nur noch aufnehmen"?

CK: Es ist eigentlich schon so, dass, wenn eine Platte fertig ist, die nächste direkt in Angriff genommen wird. Wenn die Tour abgeschlossen ist und man auch mal Luft und Zeit hat zum Durchatmen gehabt hat natürlich. Wobei das jetzt nicht so ist, dass wir sagen "So, jetzt machen wir die Tour, dann machen wir zwei Monate Urlaub und dann setzen wir uns hin und schreiben wieder 'ne neue Platte...", sondern das ist eigentlich so ein fließender Prozess. So war das mit der "Noir" auch, wir haben nach der "Santa Muerte" sofort mit neuen Songs und Songideen angefangen.

GL.de: Wenn es dann losgeht mit der neuen Platte, hat man wenigstens eine grobe Vorstellung oder ist das wirklich alles eine Sache der Entwicklung und das wächst und das verändert sich?

CK: Sammy, unser Frontmann, schreibt die Texte und steuert zum größten Teil die musikalischen Ideen bei, mit denen er in den Proberaum kommt. Und er hat natürlich schon so 'ne gewisse Vorstellung, wie die Lieder irgendwie später klingen sollen. Das wird dann mit der Band erarbeitet. Es ist auch so, dass wir eigentlich immer zuerst den Titel einer Platte festlegen und dann anfangen daran zu arbeiten. Wir fanden "Noir" wäre ein cooler Titel und der hängt dann erst mal so im Raum. Und klar ist das dann auch ein Leitthema, was dich beeinflusst, wenn du die Musik dazu kreierst.

GL.de: Wenn jetzt euer Sänger die Songs im Grundgerüst erstellt und ihr dann gemeinsam daran arbeitet, dann sind das aber trotzdem fünf Personen, die irgendwie alle fünf Geschmäcker haben, die sich auch unterschiedlich entwickeln über die Jahre. Ist das nicht total schwierig, alle fünf auf einen Nenner zu bringen, dass am Ende alle damit leben können?

CK: Nee, eigentlich gar nicht, weil wir uns ja schon über die Jahre auch kennengelernt haben und wissen, was dem anderen so zusagt und was nicht geht. Es ist ja schon so, dass das auch bei der "Noir"-Aufnahme ganz deutlich zu spüren ist, dass wir da im Studio waren. Grade jetzt bei diesen Aufnahmen war es auch so, dass Sammy mit Ideen im Studio ankam und wir haben uns dann ein paar Tage hingesetzt und angefangen, den Song erst mal so runterzuspielen. Dann haben wir mal so'n ein bisschen auf Reggae/Ska probiert, dann haben wir ihn mal schnell mit 'nem Punk-Beat gespielt, dann mal mit 'nem Shuffle... Und so merkt man dann, was dem Song einfach gut tut und was nicht. So entwickeln sich die Songs. Da sagt jetzt also keiner, wenn da jetzt einer mit der Idee "Lass mal jetzt mit dem Cello oder so probieren" sofort "Ne, bloß nicht!', sondern da wird einfach probiert.

GL.de: Ganz doof gefragt, muss jeder Broiler am Ende den Song geil finden, oder geht man da auch Kompromisse ein und sagt "Okay, ich kann damit leben"?

CK: Es ist schon so, dass wir bei den Texten wert darauf legen, dass alle hinter dem Text stehen können, was zum Beispiel bei "Das da oben (nur in dir)" zuerst nicht der Fall war. Da hat unser Schlagzeuger Andi ganz vehement widersprochen, weil er das so verstanden hat, dass Sammy das Ganze als religionskritisch gemeint hat, was eigentlich nicht der Fall war - und was der Rest der Band auch gar nicht so aufgefasst hat. Aber dann hat Sammy noch was am Text geändert, bis Andi dann auch einverstanden war, so dass wir alle sagen konnten "Ja, jetzt ist das ein Text, hinter dem wir alle stehen". Also, da ist es schon wichtig, dass die Aussage für alle klar geht. Aber rein musikalisch ist das schon so, dass da völlig unterschiedliche Meinungen auftreten. Also da gibt's Songs, die Sammy zum Beispiel gar nicht mag oder die ich oder Andi nicht mögen. Aber letzten Endes kommt's auch darauf an, wie die Songs beim Publikum ankommen. Und wenn da jetzt ein Song dabei ist, der mir nicht gefällt, aber den Leuten total wichtig ist, dann sagen wir natürlich nicht, den spielen wir nicht, nur weil einer von den Broilern sagt, der gefällt ihm nicht.

Broilers
GL.de: Jetzt ist "Noir" ein großer Schritt. Sagt ihr auch manchmal "Wow! - was haben wir denn da gerade gemacht?" Seid ihr selber ein bisschen von dem Album überrascht?

CK: Überrascht eigentlich nicht, weil wir natürlich während des Probens und des Songschreibens mitbekommen, wohin sich der Song entwickelt. Zum Beispiel so ein Lied wie "Ich brenn", den hat Sammy zu Hause an seinem Rechner mit seinem Aufnahmeprogramm gemacht, um sich vozubereiten, und hat dann irgendwelche Elektrosounds benutzt, weil er einfach keinen anderen Sound zur Verfügung hatte, aber irgendein Lied brauchte. Also kam er mit der Idee und dann haben wir denn Song mit normalem Schlagzeug und normaler Bandbesetzung ausprobiert. Das hat nicht gezündet, weil diese Monotonie, die den Song so ausgemacht hat, irgendwie gefehlt hat. Und am Ende sind wir dann dazu übergegangen, einfach das Ganze wirklich so'n bisschen Elektronik-behaucht zu belassen. Natürlich wissen wir, dass wir damit "neue Wege" beschreiten. Das war aber auch damals schon so, als wir auf der "Vanitas" zum Beispiel "Ruby Light And Dark" gemacht haben, was auch schon in die Richtung Elektroplatte ging. Es ist uns schon bewusst, dass da Dinge passieren, die dann vielleicht auch nicht jedem gefallen. Aber letzen Endes geht's darum, dass wir sagen müssen "So, der Song ist so, wie er jetzt ist, gut, und es bewirkt was."

GL.de: Hättest du die Platte vor zehn, zwölf Jahren gemocht?

CK: Ich glaube nicht. Sonst hätten wir so ein Album ja auch vor zehn, zwölf Jahren gemacht! Vor zehn, zwölf Jahren war das halt was anderes, da war halt "LoFi". Ich bin ja auch kurz nach der "LoFi" eingestiegen, während der Tourphase. Meine erste Aufnahme war dann die "Good Fellas"-Split und danach die "Vanitas". Das war zu dem Zeitpunkt schon genau die Musik, die ich machen wollte. Genau wie jetzt "Noir" die Musik ist, die ich jetzt machen will. Und das gilt auch für alle in der Band. Es ist immer ein Abbild der Situation und die Musik entspricht der, die wir momentan tatsächlich mögen.

GL.de: Ist so eine musikalische Entwicklung und sind solche Abweichungen von dem Bekannten eigentlich einfacher, wenn man einen gewissen Grad an Erfolg hat? Oder ist es einfacher, wenn man kleiner ist, weil mein eh keinen verlieren kann?

CK: Sagen wir so: Wir waren Gottseidank nie in der Situation, dass wir sagen mussten "Wir müssen jetzt das und das machen um Erfolg zu haben." Wir haben immer einfach unseren Weg beschritten und wir haben zufälligerweise jetzt damit Erfolg gehabt. Das ist natürlich ein großes Glück. Ich weiß nicht, was jetzt zum Beispiel bei einer Band wie Motörhead passiert - vielleicht möchten die auch mal was anderes machen, aber die dürfen halt nicht. Bei uns ist so, dass man wirklich merkt, dass wir einfach offener geworden sind. Wir sind nicht mehr so festgefahren. Mit Anfang Zwanzig war ich auch so richtig festgefahren, was meinen Musikgeschmack anging, weil ich viel engere Grenzen gesteckt und gesagt habe "Das passt da überhaupt nicht rein!". Heute sehe ich das überhaupt nicht mehr so und es gibt nur noch ganz, ganz wenige Genres, die ich mir einfach per se nicht anhöre. Ich hör einfach, was so auf mich zukommt und dann entscheide ich, ob's mir gefällt oder nicht, und das geht eigentlich allen anderen auch so. Ansonsten hätte man diese Art Musik heutzutage doch wahrscheinlich niemals gemacht.

Ich kann auch jeden verstehen, der in seinen Zwanzigern steckt und sagt, es gefällt ihm nicht, weil wir uns vom letzten Album unterscheiden. Oder wer bei der "Vanitas" eingestiegen ist und jetzt die neuen Sachen hört und damit nichts anfangen kann. Das geht mir doch auch so. Die Ärzte waren eine meiner ersten, also DIE erste Punkband, die ich so gehört habe. Aber was die Ärzte heute so machen, das hör' ich gar nicht mehr. Ich geh' nochmal auf ein Konzert und gucke mir das gerne an, aber Alben von denen kaufe ich mir nicht mehr. Da kann ich einfach nichts mit anfangen. Aber ich werfe der Band das nicht vor. Denn wenn sie Bock darauf haben, das zu machen - sollen sie machen!

GL: Wäre man sehr enttäuscht, wenn die Platte sich weniger verkauft als die davor?

CK: Nein, ich würde das jetzt nicht nur allein an den Verkaufszahlen festmachen. Natürlich sind Verkaufszahlen ein messbarer Punkt, wo ich sagen kann, wenn ich viele Stückzahlen verkaufe, dann scheint das auch vielen Leuten zu gefallen - und natürlich ist es schön, wenn das vielen Leuten gefällt! Dementprechend ist man natürlich auch enttäuscht, wenn das, was man da grade produziert hat und wo man so sagt "Das ist das Geilste, was wir je gemacht haben!" dann nicht so gemocht wird. Ich würde aber jetzt eher von der Akzeptanz der Musik im Allgemeinen reden als weniger von Verkaufszahlen.

GL.de: Die Verkaufszahlen waren jetzt auch nur ein Beispiel von vielen.

CK: Wir sind ja schon so realistisch, dass wir sagen "Das kann jetzt auch jederzeit wieder ganz gut nach unten gehen" und das wird vermutlich auch irgendwann passieren. Aber natürlich wäre man enttäuscht, wenn es soweit ist. Wir gehen aber auch nicht hin und sagen "Wir müssen das jetzt aber so und so machen, damit der Erfolg gehalten wir."

GL.de: Das wär' ja auch ein ziemlicher Bruch für euch, wenn ihr euch jetzt nach den anderen richten würdet und nicht mehr nach euch selbst.

CK: Das haben wir nie gemacht. Das wird uns aber tatsächlich mittlerweile auch häufig vorgeworfen. "Jetzt bist du bei JKP und da muss man das-und-das machen" und so. Und wir können dann immer nur sagen "So isses nicht!" Solange wir das und unsere Freunde und Familie das wissen, ist das auch völlig in Ordnung.

GL.de: Jetzt bist du seit 2006 in der Band.

CK: Genau, ich hab 2004 mein erstes Konzert mit den Broilers gespielt, zu dem Zeitpunkt hab ich auch noch bei den Porters Akkordeon gespielt. 2006 haben sie mich gefragt, ob ich fest als festes Bandmitglied einsteigen möchte.

GL.de: Und wie hat sich dein Leben seitdem verändert, seit du jetzt in dieser Band spielst?

CK: Mein Leben hat sich privat generell verändert, das hat dann aber auch sehr mit Kindern und so weiter zu tun. Aber ansonsten hat sich mein Leben eigentlich dahingehend verändert, dass ich einfach viel weniger Freizeit hab', weil die Band immer mehr Zeit in Anspruch genommen hat. Und ich jetzt auch einer der letzten bin oder war, der noch einen Vollzeit-Job hatte. 2011 kam dann so der Sprung mit der "Vanitas", wo man sagen konnte, jetzt ist es langsam soweit, dass man von der Musik leben kann und das auch machen muss, damit man die Musik in dem Maße auch weiter verfolgen kann. Ich war der letzte, der noch seinen Job behalten hat. Und diese Phase befindet sich jetzt auch gerade bei mir wieder im Bruch, so dass wir jetzt bald tatsächlich sagen können, wir sind alle Vollzeit-Broiler.

GL.de: Ist das ein großer Schritt für einen? Kostet das sehr viel Überwindung, den Schritt zu machen?

CK: Für mich schon, weil ich halt jemand bin, der da sehr darauf achtet, dass alles in den trockenen Tüchern ist und man die Sicherheit hat. Gerade mit Familie, wenn man natürlich auch eine ganz andere Verantwortung hat als für mich selbst. Das war ein harter Schritt, das jetzt alles so in die Hand der Band zu legen. Auch wenn's grade gut läuft, natürlich. Aber wer weiß, wie es in zehn Jahren aussieht. Aber so darf man da auch nicht rangehen und so darf man ja auch nicht denken und dann geht das.

GL.de: Wie hat sich denn die Band oder das Bandleben verändert in den letzten Jahren? Ist das ganz anders als bei deinem Einsteig oder ist das eigentlich das Gleiche wie früher, nur, dass ihr jetzt mehr Shows spielt?

CK: Die Freundschaften sind eigentlich so erhalten geblieben, wie sie mal waren. Und es ist gut zu wissen, dass das erhalten geblieben ist. Was man gemerkt hat ist natürlich, dass das Ganze zunehmend professioneller geworden ist. Also sei es die Proben oder die Häufigkeit der Proben, dass man jetzt einfach jeden Tag schon die Möglichkeit hat, sich von mittags bis abends im Proberaum einzuschließen, was einfach vorher nicht ging, weil alle noch anderen Jobs machen mussten. Oder aber auch die Shows im allgemein. Früher fuhr man am Wochenende auf Konzerte und freute sich, die ersten Konzerte zu spielen. Und dann ist das halt die größte Party, sich zu betrinken und zu feiern. Und mittlerweile ist das so, dass das auch echte Arbeit ist. Wenn man von Stadt zu Stadt reist und Tage dann auch mit Interview-Terminen vollgepackt hat und dann abends die Show spielt und jeden Morgen dann auch wieder fit sein muss - und das dann über Wochen. Da geht es dann auch nicht mehr, jeden Abend so zu feiern und sich vollaufen zu lassen. Was zwar schade ist, aber man will halt auch, dass das Ganze so'n bisschen professioneller einfach aufgezogen wird.

GL.de: Merkt man auch mehr Verantwortung, wenn man jetzt große Headliner-Shows statt kleine Club- oder Support-Shows spielt?

CK: Auf jeden Fall. Wenn man jetzt irgendwie auf 'nem kleinen Festival im Mittagsprogramm spielt oder als erste Vorband von dreien bei irgend 'ner Show, hat man natürlich auch immer den Anspruch, dem Publikum was zu bieten. Aber jetzt gerade als Headliner, wo man weiß, die Leute zahlen und kommen wegen einem selbst, hat man natürlich die Verantwortung und den Druck, dass man es den Leuten auch recht machen will. Und das finde ich auch ist ein Punkt, da geht's einfach nicht, dass wir uns einfach total hängenlassen und dass wir da einfach so'n Rotz abliefern. Da sind wir den Leuten es schuldig, dass wir eine gute Live-Show bieten.

GL.de: Ihr hattet mit unter anderem The Bones, Feine Sahne Fischfilet oder auch Jaya The Cat durchaus große Namen als Support für euch dabei. Habt ihr euch die alle persönlich ausgesucht und das selbst organisiert, oder wie lief sowas?

CK: Die haben wir dann wirklich selbst ausgesucht und selbst organisiert. Wir hatten noch 'nen anderen Wunschkandidat dabei, das war Against Me!. Das hat aber aber wegen organisatorischen Gründen von Seiten der Band nicht gepasst. Und da haben wir weiter überlegt und sind dann letzten Endes zu den Entscheidungen gekommen, die da getroffen wurden. Wir hatten mit Volxsturm und mit 4 Promille nich zwei Bands, mit denen wir schon früher was zusammen gemacht haben und auch noch eng befreundet sind. Das war uns ganz wichtig, dass wir auch solche Kollegen mit dabei haben. Aber das sind schon Dinge, die von der Band kommen. Also es ist dann immer so die Ansage "Überlegt euch mal Bands". Und dann treffen wir uns, jeder macht seine Vorschläge und dann wird so 'n bisschen diskutiert. Letzten Endes müssen dann natürlich die Bands auch sagen, ob sie Zeit haben und ob sie Spaß dran hätten und können.

GL.de: Jetzt mal ganz doof gefragt: wie wichtig ist eine Support-Band für einen Headliner. Also BRAUCHT man die eigentlich, oder ist sie nur da, weil es irgendwie dazugehört?

CK: Es gibt Leute, die sagen, die Support-Band ist doch eigentlich egal. Ich mein, man kennt das ja auch selbst, wenn man zum Konzert geht, dass man im Prinzip zum Headliner will. Aber ich finde das eigentlich nicht fair und auch nicht richtig. Wenn ich zu einer Show gehe und ich kenne die Support-Band nicht, dann höre ich die mir auf jeden Fall mal an. Natürlich ist es realistisch betrachtet so, dass die Leute erst mal für den Headliner die Kohle auf den Tisch legen wollen, aber ich find's auch wichtig, dass man den Leuten vorher was Gutes mitgibt. Und das haben wir in der Vergangenheit auch eigentlich immer versucht auf den Touren, dass wir Leuten Bands versucht haben nahezubringen und zu präsentieren, die vielleicht nicht so bekannt sind. Sei es jetzt mit Asphaltstaffel, mit Ritz oder mit The King Blues oder auch King Cannon, die wir mit auf Tour hatten Und letzten Endes war das ja für uns genauso. Wir haben damals, als es so los ging mit der "Vanitas", ja auch Touren mit den Misfits oder mit Flogging Molly gespielt. Das hat einfach unglaublich viel gebracht, wir sind einem breiteren Publikum bekannt geworden. Und das war dann so der Schritt, da ging es dann in die richtige Richtung.

GL.de: Also macht das der Headliner nur, um den Bands zu helfen, oder hat der selbst auch einen Vorteil davon bzw. braucht er die Support-Bands?

CK: Na, der Headliner hat natürlich den Vorteil, dass die Support-Band, die so richtig Stimmung machen kann, das Publikum schon aufwärmt. Das haben wir zum Beispiel gemerkt bei unserer Show am 12. Dezember in der Phillipshalle, die natürlich per se schon einfach auch eine Supershow für uns war und mit der für uns auch so ein Traum in Erfüllung gegangen ist. Das Publikum war schon so aufgeheizt, weil wir Vorbands wie die Sondaschule und die Peacocks hatten, die man jetzt auch nicht mehr dem Publikum präsentieren muss. Da muss man ganz einfach sagen, dass wir da von profitiert haben, dass sie das Publikum auch schon so aufgeheizt haben.

GL.de: Okay. Letzte Frage wäre dann, für wen würdet ihr denn gerne nochmal, oder wem würdest du denn gerne nochmal die Vorband machen?

CK: Für die Ärzte wollte ich eigentlich immer mal Support machen, aber es sind dann ja die Hosen geworden, das ist dann jetzt auch okay (lacht).

Weitere Infos:
www.broilers.de
www.facebook.com/broilers
Interview: -Mathias Frank-
Fotos: -Robert Eikelpoth-
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Aktueller Tonträger:
Noir
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