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MIU
 
Nichts für Synthie-Fans
Miu
Im August erschien ihr Album "Watercoloured Borderlines", auf dem die Hamburgerin einen bunten Mix aus Pop, Soul, Jazz und ein bisschen mehr zum Besten gibt. Für Freunde von Amy, Ella und Adele. "Ich sag immer, wir machen Soulpop mit links und rechts weggucken", erzählt sie uns im Interview. Wobei sie Fragen wie "Ist das noch Soul oder schon Pop?" gar nicht interessieren. "Och nö, irgendwie nicht wirklich. Ich hab den Anspruch, Musik zu machen, die man selbst schön findet. Welche Kategorie das dann am Ende ist, das sollen die Leute für sich selbst entscheiden." Deshalb wollen wir Miu auch in keine Kategorie stecken. Ihr Album aber trotzdem all denen empehlen, die es charmant, ehrlich und im besten Sinne entspannt mögen.
Ebenso charmant, ehrlich und im besten Sinne entspannt dürfte die Tour von Miu werden, die aktuell läuft. Und deren ersten Konzerte bereits ausverkauft sind. Kurz nach ihrem ausverkauften Release-Konzert im Hamburger Knust fragten wir Miu, ob sie zufrieden oder überrascht sei oder es vielleicht doch erwartet hatte, dass es so gut laufen würde. "Ganz ehrlich gesagt bin ich gerade wie in so einer kleinen Seifenblase und realisiere vielleicht ein Viertel von dem, was hier und da passiert. Aber es macht mich sehr glücklich und hätte mir das jemand vor einem Jahr erzählt, ich hätte ihm 'n Vogel gezeigt."

GL.de: Du hast eine "Ausbildung in der Werbung" - was gab den Ausschlag, doch Musik machen zu wollen?

Miu: Ich hatte mir Musik lange als Hobby gehalten und nie in Erwägung gezogen, dass ich ernsthaft Musik machen könnte. Dafür war die Angst zu groß, zu schlecht zu sein, davon nicht leben zu können. Irgendwann aber hab ich mir immer öfter die Frage gestellt, ob ich mir genau das nicht vielleicht irgendwann vorwerfen würde, wenn ich alt wäre - es nicht ernsthaft probiert zu haben. Und dann hab ich einfach alles dran gesetzt.

GL.de: Den Entschluss schon mal bereut?

Miu: Bisher nicht. Ich hatte die ersten zwei Monate meines Freiberuflertums echt ein wenig Schiss. Aber es klappt ja nun schon einige Zeit, ich liebe meine Freiheiten, ich liebe es, mein eigener Chef zu sein und ich arbeite für das, was ich mag, auch gern viel.

Gl.de: Du hast das Album mit der Band geschrieben - wie lief das ab? Warst du der Boss?

Miu: Nein, da ist nix mit Boss-Attitüde. Der harte Kern der Band ist ein eingeschworener und familiärer Kreis. Wenn wir Songs schreiben, bringen wir meist schon ein kleines Songgerüst in die Band mit. Das mache ich meistens mit Arne, unserem Gitarristen, oder manchmal hab ich auch was, was ich schon als Entwurf mit einbringe. Und dann schauen wir, wie wir das soundmäßig, dynamisch im Arrangement aufbauen - wobei jeder sich einbringen soll und jeder seine eigenen Ideen vorschlagen soll.

GL.de: Hattest du dir vorher überlegt, was du willst und was nicht, und kam es am Ende so, wie du es dir vorgestellt oder gewünscht hattest?

Miu: Die Songs haben sich eher im Fluss entwickelt und durch die Impulse von jedem der Bandmitglieder. Plötzlich hat jemand eine kleine Idee, die dem Song auf einmal einen ganz anderen - aber viel geileren - Charakter gibt. Und dann nimmt man das und hält nicht an der Idee davor fest.

GL.de: Was war dir bei deinem Album besonders wichtig?

Miu: Ein warmer, ehrlicher Sound und Songs, von denen wir bei keinem denken, dass er bloß ein Lückenbüßer für die Platte wäre.

GL.de: Wer sollte besser die Finger von "Watercoloured Borderlines" lassen?

Miu: Synthie-Fans. Ich glaub, die finden da nix für sich auf dem Album.

GL.de: Was genau hat es mit The Bitter End, dem Club in New York auf sich, in dem alles angefangen haben soll? Du bist hin und durftest da singen? Was ist da noch, was ist anschließend passiert?

Miu: Ich wollte mir immer mal New York angucken und als ich es denn endlich irgendwie einrichten konnte, dachte ich mir: "Wer weiß, wann du da nochmal hinkommst. Eigentlich musst du da dann auch mal Musik machen!" Naja und dann habe ich geschaut, wo das geht und das The Bitter End ist ein uralter Live-Schuppen, die eine feine Songwritersession haben. Denen hab ich etwas von mir geschickt und ich durfte dann dort spielen. Letztlich war die Session da nichts groß anderes als das, was es hier gibt. Aber der Club, die Tatsache, dass es New York war... das war schon schön.

GL.de: Bist du weiter Dozentin für "Artist Development" an der Hamburg School Of Music und gibst du weiter Gesangsunterricht?

Miu: Klar. Im Moment lässt sich das alles noch prima einrichten.

Weitere Infos:
www.miu-music.de
www.facebook.com/listentomiu
Interview: -Mathias Frank-
Foto: -Pressefreigabe-
Miu
Aktueller Tonträger:
Watercoloured Borderlines
(Herzog/edel)




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