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Forever Number One?
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Es gibt Bands, die können einfach keine schlechten Platten machen. Höchstens weniger gute. Und die Reggae-Rocker von 311 gehören eindeutig dazu. Mit "From Chaos" liefern sie mal wieder ein kleines Meisterwerk ab, das jeden Freund des gepflegten Cross-Overs mehr als zufrieden stellen wird. Und da der Release auch auf einer gemütlichen Club-Tour gebührend gefeiert wurde, ließ es sich die Gästeliste natürlich nicht nehmen, die Jungs zum Interview zu bitten. Obwohl die Band verspätet aus Berlin nach Hamburg kam, der Soundcheck verschoben werden mußte und das Gespräch erst kurz vor der Show statt fand, traf ich auf einen sehr entspannten Nick und SA.
Obwohl man in den USA kurz vor dem Stadion-Act-Status steht - "From Chaos" stieg auf Platz zehn der Bilboard-Charts ein - spielt man in Deutschland kleinen Clubs vor ein paar Hundert Zuschauern. Nick: "Es ist wie eine Reise in die Vergangenheit. Aber es macht wirklich riesig Spaß. Traurig wäre es nur, wenn lediglich fünf Leute kommen würden. Aber danach sieht es ja zum Glück nicht aus. Wir wollen uns einfach den Arsch abspielen, eine Menge Spaß haben und den Leuten eine gute Show bieten. Wie viele da sind, ist letztendlich egal." Doch natürlich sollen es immer mehr werden, denn die Band hat ein genaues Ziel vor Augen. "Number One!", so ein schreiender SA. Sein herzliches Lachen folgt auf dem Fuß. Denn auch mit ihrer derzeitigen Deutschland-Situation können sie sich anfreunden. Nick: "Natürlich ist es klasse, wenn viele Leute unsere Platte kaufen. Aber es ist schon ein großer Erfolg für uns, daß wir überhaupt von unserer Musik leben zu können. Wir reisen um die Welt, treffen aufregende Leute und haben einfach ein klasse Leben. Wir sind nicht so sehr auf den kommerziellen Erfolg aus. Doch wenn er kommt, haben wir natürlich auch nichts dagegen" (lacht). Wo sehen sie sich denn in zehn Jahren? SA (schreit): "Number One! Doch mal im Ernst. Wir hoffen, daß wir dann immer noch von unserer Musik leben können. Sollte es nicht so kommen, machen wir eben was anderes. Wir werden uns schon nicht langweilen. Und außerdem würden sich unsere Frauen bestimmt freuen, wenn sie uns öfter sehen würden." Wieder folgt sein Lachen.

Doch sollte es ein wenig Gerechtigkeit geben, dürfte es dazu - zum Leidwesen der Frauen - nicht kommen. Denn das neue Album ist ein Kracher. Ein großartiger Mix aus Rock, Reggae und Rap. Sehr entspannt und groovy, aber doch kräftig und direkt. Produziert wurde wieder mit Ron Saint Germain, dem Mann, der schon das Durchbruchs-Album "311" (inkl. dem Hit "Down") betreute. Nick: "Ron war sehr, sehr wichtig. Es war total klasse mit ihm zu arbeiten. Er hatte eine Menge Ideen und trieb uns zu Höchstleistungen. Ich meine, hey, der Mann ist eine Legende. Er hat schon mit Tool, den Bad Brains und Soundgarden gearbeitet. Er weiß, wie es geht und hat uns dazu gebracht, unser bisher bestes Album zu machen." Plant man eigentlich, in welche Richtung ein Song gehen soll, wenn man ihn schreibt? Also jetzt mal mehr Reggae und beim nächsten mehr Rock? Nick: "Nein, der Song entwickelt sich mit der Zeit. Was gut klingt, wird gemacht. Planen kann man so etwas nicht. Natürlich spielen auch äußere Einflüsse wie das Radio und befreundete Bands eine Rolle. Aber am meisten inspirieren wir zwei uns gegenseitig." Privat kommt alles in den CD-Player, was gut ist. So soll es nicht selten vorkommen, daß nacheinander NoFX, Aphex Twin und Coldplay den Tourbus beschallen.

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Gerade auf Tour ist das Internet doch sicherlich sehr praktisch. SA: "Ich liebe es und halte es für eine wunderbare Erfindung. Ich bin jeden Tag mindestens eine Stunde online. Ich halte Kontakt zu meinen Freunden und erfahre die neusten Nachrichten. Außerdem gibt es jeden Tag was Neues zu entdecken." Das kann man auch auf der äußerst liebevoll gestallteten Homepage der Band. Auf www.311music.com gibt es neben dem übliche Kram wie Fotos, News und Tourdaten auch einen Vote für das beste Album und witzige Videos mit privaten Aufnahmen. Außerdem kann man sich einen unveröffentlichten Track der "From Chaos"-Sessions runterladen. Was hält die Band denn generell vom Downloaden? Nick: "Wenn Fans untereinander Songs von uns tauschen, ist das cool. Es ehrt mich sogar. Doch wenn ein Geschäft daraus wird, ist es nicht mehr okay. Denn niemand hat da Recht, unsere Songs zu verkaufen und so sein Geld zu verdienen!"
Weitere Infos:
www.311music.com
Interview: -Mathias Frank-
Fotos: -Pressefreigaben-
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Aktueller Tonträger:
From Chaos
(Volcano/Zomba)


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