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ILL NINO
 
Alles aus Liebe
Ill Nino
Nu-Metal! Der größte und kommerziell erfolgreichste Hype seit Grunge. Einfach jeder scheint Metal-Gitarren, Raps und Pop-Melodien zu mögen. Linkin Park treten bei Top Of The Pops vor kreischenden Girlies auf, Papa Roach machen Home-Stories in der Bravo und selbst Bands, die keinen Nu-Metal machen - wie zum Beispiel Staind oder die Alien Ant Farm - laufen unter diesem Label. Und jetzt kommen da sechs Kerle aus Südamerika, nennen sich Ill Nino und spielen einen mit Tribal-Sounds angereicherten Nu-Metal.
Aber sehen sich Ill Nino denn selbst überhaupt als Nu-Metal? Viele Bands wehren sich gegen diese Bezeichnung. Im Gaesteliste.de-Interview sieht Percussionist Roger Vasquez das Ganze aber extrem entspannt: "Ich kann echt gut damit leben. Na ja, einfach alle nennen es so. Und das ist auch okay. Ich persönlich habe kein Problem mit dem Etikett und auch kein Problem mit anderen Nu-Metal-Bands. Ganz im Gegenteil, es gibt Bands, die ich wirklich liebe. Linkin Park zum Beispiel finde ich großartig." Aber selbst ein eingefleischter Nu-Metaller hört sich nicht den ganzen Tag Gitarren-Musik an. Wenn auch sehr häufig. Roger: "Ich höre alles zwischen Destiny's Child, DMX und Busta Rhymes, aber auch Slayer. Außerdem eine Menge spanisches Zeug, das bei euch niemand kennt. Es muß sich einfach gut anhören. Besonders klasse ist auch die neue Kittie-Scheibe. Und natürlich Soulfly." Stichwort Soulfly. Bei denen hat Ill Nino-Drummer Dave Chavarri schon gespielt. Außerdem bei M.O.D. und Pro Pain. Es ist nun sicherlich kein Nachteil für eine relativ unbekannte Band, ein solch prominentes Mitglied zu haben. Roger ist der selben Meinung: "Natürlich hat Dave eine große Vergangenheit und wir sind verdammt stolz, ihn in der Band zu haben. Aber ein Name ist nur ein Name. Viel wichtiger ist es, daß er so ein exzellenter Drummer ist. Viele Kids werden noch nichts von Pro Pain gehört haben. Aber klar, schaden kann es nicht. Es ist auf beiden Seiten gut für uns. Wir haben seinen Namen und seine Fähigkeiten." Natürlich vermutet jeder, Dave sei der Bandleader: "Nein, er ist nicht wirklich der Boss. Aber er kümmert sich schon um den ganzen Business-Kram, schließlich hat er viel mehr Erfahrung in solchen Dingen. Und wir vertrauen ihm da voll und ganz."
Roger Vaquez ist ein junger, sympathischer Kerl, der es sichtlich genießt, ein Interview zu geben. Ursprünglich war geplant, mit Dave Chavarri zu sprechen. Doch da im Backstage-Bereich des Hamburger Docks ordentlich Hektik ist, weil niemand so genau weiß, wann Einlaß und Start der Show ist, und die gesamte Band mal hier und mal da ist, wurde kurzerhand Roger dazu beauftragt, das Interview zu machen. Einfach darum, weil er eben gerade nichts zu tun hatte. Roger ist mit Leib und Seele Musiker: "Es geht nicht um Spaß oder Arbeit. Ich mache das einfach aus Liebe! So einfach ist das." Doch auch Liebe kennt Grenzen. Bei Roger sind das die Zeiten, auf denen er nicht mit der Band durch die Welt reisen kann: "Ich habe nichts gegen Studio-Arbeiten. Doch ich bin lieber auf Tour und spiele Shows. Ich mag allerdings keine Days-Off. Denn ich muß immer was zu tun haben, will auf der Bühne ordentlich Gas geben." Er sieht nur einen Unterschied zwischen deutschen und amerikanischen Fans: "Die Sprache! Doch wenn du auf der Bühne vor den Leuten spielt, ist es egal, wo du bist. Jeder versteht, was du meinst: Let's Fuckin' Rock!" Touren kosten Geld. Das ist bei Ill Nino nicht anders. Doch aufgrund erster Erfolge der "Revolution Revolucion"-Scheibe sind Sorgen unangebracht: "Im Moment kann ich von der Band leben. Das ist einfach großartig. Natürlich bin ich kein Millionär. Ich bin nicht mal Tausendär, vielleicht Hundertär (lacht). Aber es reicht, um zu leben, die Miete zu bezahlen und auf Tour zu sein." Und wenn man sich die rundum enthusiastischen Reviews in diversen Magazinen anschaut, wird es noch eine Weile so weiter gehen.
Ill Nino
Die Platte ist ja auch wirklich mehr als gelungen und dürfte sowohl Slipknot- und Soulfly-, aber auch Linkin Park-Fans gefallen. Sänger Christian Machado wechselt zwischen Schrei- und Clear-Vocals. Die Musik ist stets melodiös, dazu recht hart, aber nie brutal. Kurz gesagt, sie ist einfach für alle da. Das sieht nach einer großen Kariere aus. Wenn es denn passieren sollte, hätte Roger keine Angst vor Kommerz- und Hype-Vorwürfen: "Ich habe nichts dagegen, zehn Millionen Platten zu verkaufen. Denn das würde bedeuten, daß zehn Millionen Leute unsere Songs hören. Ich denke, es nichts verkehrt daran, viel zu verkaufen, in die Charts zu kommen und erfolgreich zu sein. Aber das wichtigste ist, daß ich stolz darauf sein kann, was ich mache. Und ich bin stolz darauf, in dieser Band zu spielen, weil ich weiß, daß wir echt sind. Keine dieser Joking-Bands." Aber der gute Mann ist Realist: "Natürlich bin ich noch hoffentlich lange bei Ill Nino. Aber auch wenn nicht, ich werde ganz sicher noch irgendwas mit Musik machen. Den Rest meines Lebens. Vielleicht in, vielleicht auch außerhalb einer Band. Ich denke, daß geht allen in Ill Nino so."

Letztes Thema: Internet und MP3s. Und wie sollte es anders sein? Roger sieht es locker: "Ich habe überhaupt keine Probleme damit. Du kannst dir zwar einen Song runterladen und auf CD brennen, aber das ist nicht das Wahre! Klar, jeder will etwas als Erster haben, das geht mir ja auch so. Aber wenn dann die Scheibe draußen ist, will ich sie mir auch kaufen. Ich möchte das Artwork sehen, die Thanks-Liste durchgehen, sehen, wer alles dabei ist. Ich denke, die Leute machen eine größere Sache daraus, als sie eigentlich ist."

Weitere Infos:
www.illnino.com
Interview: -Mathias Frank-
Fotos: -Pressefreigaben-
Ill Nino
Aktueller Tonträger:
Revolution Revolucion
(The All Blacks B.V./Roadrunner Records)


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