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COVENANT
 
"Money has a strange effect on people"
Covenant
Berühmt zu werden stand nicht auf dem Programm des schwedischen Trios Covenant, als sie vor 13 Jahren begannen Musik zu machen. "Berühmt zu sein ist für uns völlig irrelevant", sagt Joakim Montelius, "Ich denke eher, dass es ein negativer Nebeneffekt des kreativen Prozesses ist." Den drei Musikern würde es völlig reichen, wenn überhaupt jemand ihrer Musik Beachtung schenken würde. Doch der Zug ist längst abgefahren. Spätestens seit ihrer Single "Leiermann" vor einigen Jahren sind sie nicht nur in der deutschen Gothic-Szene bekannt. Und auch die erste Single ihres aktuellen Albums "Northern Light" räumte ab. "Call The Ships To Port" stieg sofort in die allgemeinen deutschen Charts ein.
"Musik zu machen ist die erfüllenste Sache, die wir uns vorstellen können", erklärt Joakim. Vielleicht ist das ja das Erfolgsrezept von Clas Nachmanson, Eskil Simonsson und Joakim Montelius? "Wir haben vor einer langen Zeit einfach angefangen Musik zu machen, weil wir elektronischen Sound lieben. Wir lieben die Maschinen und deren wundervollen Sound. Wir haben gelernt, wie man aus maschinellen Geräuschen Musik macht und konnten dann einfach nicht mehr aufhören", sagt Joakim. Was als Amateurband angefangen hat, ist mittlerweile ein Fulltime-Job. Zumindest für Eskil, der in Berlin lebt und Joakim, dessen Heimat mittlerweile Barcelona ist. Nur Clas, der noch immer in Helsingborg lebt, geht einem geregelten Beruf nach. Drei Bandmitglieder leben in drei verschiedenen Ländern. Eigentlich müsste der kreative Prozess durch solch große Entfernungen erschwert werden. Jedoch nicht bei Covenant. "Das Meiste unserer Arbeit können wir über das Internet erledigen. Wenn wir uns treffen müssen, sind wir nur wenige Flugstunden auseinander. Nur wenn wir eine neue Platte aufnehmen sind wir an einem Ort zusammen." Und schließlich sei es nichts anderes ein Telefonat zwischen Barcelona und Berlin zu führen, als von nebenan.
Geschadet hat die Distanz dem neuen Covenant-Album also nicht. Vielmehr zeichnet es sich durch eine tiefere und interessantere Struktur aus. Die Songs werden von der Melodie getragen. Der tanzbare und technolastige Sound des letzten Albums "United States Of Mind" scheint in Vergessenheit geraten - jedoch nur teilweise. Wer den Weg von Covenant schon länger verfolgt, dem drängt sich ein Vergleich zwischen dem alten Song "Stalker" und der aktuellen Single "Call The Ships To Port" auf. Back to the roots? "Als wir mit der Arbeit begonnen haben, sind wir nicht mit der Intention ins Studio gegangen, so wie früher zu klingen. Unser Album ist ruhiger. Aber auch nur, weil wir gemerkt haben, dass unsere langsamen Songs am besten ankommen", sagt Joakim. Zwar sind nicht alle Stücke von "Northern Light" im Kuschelrhythmus geschrieben, dennoch erweckt die Musik starke Gefühle. Kälte und Melancholie an der Oberfläche werden von Licht und Wärme darunter abgelöst. Passend zu dieser gegensätzlichen Atmosphäre erscheint der Name "Northern Light". "Wir haben den Namen ausgesucht, weil er genau das ausdrückt, was wir gefühlt haben, als wir die fertige Platte zum ersten Mal angehört haben." Also ist die Platte nordisch, obwohl nur noch ein Drittel der Band in Skandinavien wohnt? Die Frage muss offen bleiben. Eines erscheint klarer: Geprägt wurde das Album sicherlich auch durch wissenschaftliche Diskussionen, die die Bandmitglieder immer wieder untereinander führen. "Das hört sich immer so an, als ob wir hochwissenschaftliche Fragen über den Urknall oder den Geschmack von Quarks führen würden. Wir haben nur verschiedene Sichtweisen, da wir verschieden geschult worden sind. Eskil und Clas sind Mathematiker. Ich bin Humanist. Natürlich kommt es da zu Unstimmigkeiten, aber im Gegenzug auch zu neuen Ideen und viel Verständnis."
Covenant
Diese Diskussionen und Neuentdeckungen sind für die Band wie Treibstoff, die den kreativen Prozess ankurbelt. Wissenschaft und Musik. Passend dazu meint Joakim, dass die Musik von Covenant immer futuristisch klingen soll. So wie ihm die Musik von Kraftwerk erschien, als er aufwuchs. "Die Musik von Kraftwerk klingt so, als ob die Musik mit einer Zeitmaschine aus der Zukunft zurück gekommen ist. Und so wollen auch wir klingen. Futuristisch." Dazu gehört auch, dass Covenant auf jeder Platte ihren Sound verändert haben. Diesmal wollten die drei einfach kein Club-Album machen. Sondern etwas neues, überraschendes schaffen. Dabei achten sie nicht darauf, einen Nummer 1 Hit zu landen. Auch wenn sie es schon mehrmal in den Deutschen Alternative Charts geschafft haben, ihre Single nach ganz oben zu bringen. Diesmal ging es zum Beispiel auch an The Prodigy und den Red Hot Chili Peppers vorbei. "Das ist schon ein cooles Gefühl, aber für uns nichts Neues." Kommerzieller Erfolg ist der Band nicht so wichtig. "Klar würde uns ein kommerzieller Megahit ein komfortableres Leben ermöglichen und uns unabhängiger machen, aber es würde uns auch verderben. Ich bin lieber frei als reich, aber reich und frei wäre noch besser." Doch ob das möglich wäre, weiß Joakim selber nicht: "Money has a strange effect on people."
Weitere Infos:
www.covenant.dk
www.plastiq-flowers.de
Interview: -Esther Mai-
Fotos: -Pressefreigaben-
Covenant
Aktueller Tonträger:
Northern Light
(KA 2/Epic/Sony Music)


Covenant

 
 

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