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HOT WATER MUSIC
 
Einfach nett
Hot Water Music
In den Backstageräumen der Hamburger Markthalle herrscht eine ungemein entspannte und gemütliche Atmosphäre. Draußen drängen schon die ersten Hot Water Music-Fans in die Halle, doch hinten stört das niemand. Die vier Gainsville-Jungs, ihre Vorgruppe Trial By Fire, Freunde der Musiker und einige Journalisten lümmeln sich auf Sofas, trinken ein Bierchen und kein Türsteher oder Security-Wachhund "beschützt" die Band. Wenn die Tür aufgeht, wird kurz geschaut, genickt und sich wieder den wichtigeren Dingen zugewendet. Hot Water Music sind eben wie du und ich. Schon Ende August waren sie auf großer, von Gaesteliste.de präsentierter Deutschland-Tour, um ihr neues, großartiges "Caution"-Album vorzustellen, das gerade veröffentlicht wird. "Wir sind seit einem Jahr nicht mehr hier gewesen und wenn das Album erscheint, spielen wir in Amerika. Wir könnten frühestens nächstes Jahr wieder nach Europa kommen. Und das erschien uns zu spät. Außerdem wollten wir die großen Festivals spielen und ein paar Interviews machen. Es ist also hauptsächlich für Promotion-Zwecke. Aber trotzdem freuen wir uns natürlich, auch in den Clubs ordentlich Gas zu geben", erklärt Bassist Jason Black im Gespräch mit Gaesteliste.de.
GL: Was ist das für ein Gefühl, wenn man ein fertiges Album hat und keiner kennt es? Ist man nicht neugierig, wie die Fans und die Medien reagieren?

Jason Black: "Natürlich, man ist schon etwas nervös. Schließlich will man ja, dass die Platte allen gefällt. Aber wir haben unser Bestes gegeben. Jetzt können wir nichts mehr ändern. Nun es heißt es warten und hoffen."

GL: Manche bezeichnen euch als Emo-Core. Andere sagen Post-Hardcore und einige nennen es einfach Punkrock. Was hältst du von diesem Schubladen-Denken?

Jason Black: "Für manche ist das sicher notwendig, um Vergleiche zu haben und sich darunter etwas vorstellen zu können. Uns als Band ist das natürlich egal. Wir spielen das, was wir schreiben. Aber wenn man darüber schreiben oder berichten muss, ist das hilfreich. Wir sind nicht sauer, wenn man uns so oder so bezeichnen würde. Ich würde einfach 'Rockmusik' dazu sagen."

GL: "Caution" ist euer zweites Album auf Epitaph. Wie ist die Arbeit mit Mr. Brett?

Jason Black: "Es ist einfach großartig. Es dauerte eine Weile, bis wir alle kannten, wussten, wie es bei Epitaph läuft. Aber sie arbeiten hart für uns und wir sind wirklich zufrieden."

GL: Auch die Beatsteaks veröffentlichen auf Epitaph. Wie ist dein Bezug zu deutschen Bands?

Jason Black: "Klar kenne ich ein paar deutsche Bands. Die Beatsteaks zum Beispiel finde ich klasse. Aber es gibt eine Menge guter Bands hier bei euch, die wir u.a. auch auf den Festivals gesehen haben. Wir haben am Freitag auf der PopKomm gespielt und am Wochenende auf dem Bizarre - das war fantastisch."

GL: Spielt ihr denn lieber Festivals oder in kleineren Clubs?

Jason Black: "Natürlich bist du im Club näher an den Leuten dran, spürst die Emotionen und so. Aber auch Festivals haben ihre Vorteile. Du erreichst richtig viele Leute, kannst dir viele tolle Bands ansehen und triffst alte Freunde. Es ist also hart, sich für eines zu entscheiden."

GL: Ihr spielt auf dieser Tour auch in Australien. Seid ihr schon mal dort gewesen?

Jason Black: "Nein, noch nie. Ich bin wirklich aufgeregt und auch etwas nervös, weil ich keine Ahnung habe, was uns dort erwartet und welchen Status wir dort haben."

GL: In Deutschland ist es ja so, dass euch irgendwie jeder kennt und mag, aber der große Erfolg bisher ausgefallen ist...

Jason Black: "Und damit sind wir auch sehr zufrieden. Wir haben keinen kommerziellen Erfolgsdruck, können wirklich machen, was wir wollen."

GL: Aber wenn der Erfolg kommen würde, hättet ihr doch sicher kein Problem damit.

Jason Black: "Nein, das wäre natürlich okay [lacht]. Aber wir versuchen jetzt nicht zwanghaft, den großen Hit zu schreiben. Bei vielen Bands ist es doch so, dass sie eine große Nummer schreiben und dann ist es vorbei. Wir sind froh, dass wir unseren Level halten können. Und wenn es immer ein paar Fans mehr werden, ist das doch klasse."

GL: Der einfachste Weg in Deutschland erfolgreich zu werden, ist, einen alten Pop-Song zu covern.

Jason Black: "Wirklich? Aber nein, das wäre nichts für uns. Das überlassen wir mal lieber denen, die es nötiger haben [lacht]."

GL: Aber auf der Split-CD mit Alkaline Trio ihr habt immerhin deren Songs nachgespielt. Mögt ihr solche Split-Geschichten?

Jason Black: "Sie sind wirklich gute Freunde von uns. Außerdem wollten wir schon immer mal was mit Jade Tree [dem Label, auf dem die Platte erschienen ist] machen, aber es hat nie geklappt. Jetzt war es eine tolle Gelegenheit und als wir gefragt wurden, mussten wir nicht lange überlegen."

Hot Water Music
GL: Was denkt du denn, wenn eine Band wie zum Beispiel Sum41 gleich mit ihrer ersten Platte einen solch großen Erfolg hat, während sich andere in kleinen Clubs abmühen und wirklich für ihren Erfolg arbeiten müssen?

Jason Black: "Ach, das ist schon okay. Mich stört das nicht. Und wenn es Bands wie Jimmy Eat World dann schaffen, die wir alle sehr mögen und die wirklich lange dafür gearbeitet haben, dann freuen wir uns für sie. Natürlich versuchen wir auch, immer besser zu werden. Aber ich bin vollkommen damit zufrieden, was wir bereits erreicht haben."

GL: Was hältst du von den Rival Schools (Walter Schreifels produzierte die HWM-Platte "Division")?

Jason Black: "Eine tolle Band und inzwischen gute Freunde, mit denen wir auch schon mal spielen durften."

GL: Quicksand oder Rival Schools?

Jason Black: "Eindeutig Quicksand, mit denen bin ich zum Teil groß geworden."

GL: Und was ist mit euren Label-Kollegen The Hives, die ja als das nächste große Ding gelten?

Jason Black: "Ja, die sind catchy. Ich weiß zwar nicht warum, aber ich mag sie. Und alle sagen, live wären sie großartig. Ich sollte sie mir mal anschauen."

Weitere Infos:
hwmrock.com
Interview: -Mathias Frank-
Fotos: -Pressefreigaben-
Hot Water Music
Aktueller Tonträger:
Caution
(Epitaph/Connected)


Hot Water Music

 
 

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