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MOURNFUL
 
Ab in die Champions League!
Mournful
Die deutsche Nachwuchs-Szene lebt nicht nur. Sie bebt regelrecht. Egal ob Pop, Punk, Hardcore, Hip Hop oder Emo - jedes Genre hat seine jungen Stars. Einer Szene nicht wirklich zuordnen kann man ein Quartett aus Bottrop: Mournful. Seit sechs Jahren spielen Christoph (Sänger), Frank (Bass) und Michi (Gitarre) zusammen, Drummer Johann stieß erst bei den Aufnahmen zum großartigen Debüt "Monochrome" dazu, für einen Stil konnte man sich aber nicht entscheiden. Und hat das auch nicht vor. Da treffen Radiohead, die Deftones und Cave In aufeinander und ein überaus emotionaler Gitarren-Cross-Over entsteht. Und der kommt Szene-übergreifend an. Ob im Vorprogramm von Elliott, Harmful oder Paradise Lost - Mournful bestehen und gewinnen. Und auch die Kritiken zum Album gleichen häufig eher Lobeshymnen denn objektiven Artikeln.
"Bis auf das Rock Hard waren die Reviews eigentlich durch die Bank positiv", freut sich Gitarrist Michi im Gespräch mit Gaesteliste.de. "Das konnten wir natürlich nicht erwarten, auch wenn wir uns das erhofft hatten. Und jetzt sind wir darüber selbstverständlich alle sehr froh." Auch das Visions-Magazin ist nicht wirklich begeistert, gibt nur sechs von zwölf möglichen Sternen. Doch selbst wenn zwei Branchen-Riesen das etwas anders sehen, Mournful sind eine Band mit Zukunft. Und sobald die Jungs richtig durchstarten, werden auch die großen Magazine begeistert sein. Aber wie so häufig werden die kleinen Medien die Basisarbeit leisten. "Wir merken, dass wir bei Online-Magazinen wie zum Beispiel der Gaesteliste oder auch DJs, die sich wirklich mit dem Album beschäftigen, besonders gut ankommen. Das sind halt noch echte Musikfreaks, die sich mit der Musik auseinander setzen." Was sicherlich nicht als Kritik an den Großen zu verstehen ist. Sondern lediglich als Feststellung. Denn ist es nicht wie beim Fußball? Der SC Freiburg baut die Talente auf, der FC Bayern bringt sie in die Champions League. "Ich denke, die Printmedien haben noch einen ziemlich großen Überhang an Einfluss. Das liegt wahrscheinlich nicht zuletzt an einem der wichtigen Grundsätze des Internets, nämlich dass es ohne Geld funktioniert. Wer weiß, vielleicht ändert sich mal was", sagt Michi.
Eine junge Band beginnt im Proberaum, macht erste Versuche. Michi: "Das war jetzt vor etwas mehr als sechs Jahren in einem kalten, feuchten Keller in Bottrop. In der Zwischenzeit hatten wir etliche Proberäume. Unser jetziger ist in einem Bunker und er ist kalt und feucht..." Mit der Zeit entstehen Songs, man entwickelt sich, merkt, in welche Richtung man gehen möchte. Man geht an die Öffentlichkeit, spielt in kleinen Clubs und versucht Support-Slots zu ergattern. So auch Mournful. "Wir sind eben noch eine junge, nicht so bekannte Band. Darum müssen wir so viel spielen wie nötig", sagt Michi. Jüngst spielten sie vor Künstlern wie Harmful und Elliott. "Die Show mit Elliott im Underground war super. Der Laden war ausverkauft und die Leute waren auch schon recht früh da. Außerdem war es gleichzeitig noch unsere Record-Release-Party. Und für mich als Elliott-Fan war es natürlich doppelt schön." Und dann gab es noch einen Gig mit Paradise Lost. Was auf den ersten Blick nicht wirklich passend erscheint, lief aber überaus positiv. "Das war halt ein Festival und wir wurden gefragt. Und weil wir eben grundsätzlich alles spielen, haben wir zugesagt. Und es war dann auch sehr witzig. Das Publikum war schon ein wenig Metal-lastiger, als es gewöhnlich bei unseren Shows ist. Da waren 600 bis 700 Zuschauer und die haben uns echt gut angenommen." Auch wenn Mournful schon vor einigen Tausend Leuten spielten, nennt Michi als coolstes Live-Erlebnis: "Als ich das erste Mal bemerkt habe, dass die Leute uns auf der Bühne nicht so angucken wie auf der Straße..."
Mournful
Natürlich haben auch die Botropper (Michi: "Wahrscheinlich ist Botropp eine der hässlichsten und langweiligsten Städte. Aber immerhin unser aller Heimat und deswegen kann's so schlecht ja gar nicht sein...") Wünsche wie "Stadionkonzerte" und "Mit dem Zeug, das wir seit Jahren machen, weitermachen zu können und letztlich Geld damit zu verdienen.", aber ein nicht ganz unwichtiges Ziel, haben Mournful schon erreicht. Nämlich Leute zu finden, die sich um die Pressearbeit kümmern, um den Vertrieb, um das Business eben. Im Falle von Mournful machen TFRMusic den Vertrieb, die auch für Bands wie Hillside, Ransom und Waterdown arbeiten. Über letztgenannte kam der Kontakt zustande. "Wir kennen Waterdown schon recht lange, sind befreundet und spielen auch recht häufig zusammen. Und die fanden uns eben gut. Und haben denen dann gesagt, dass sie sich uns mal anhören sollten." Angehört, für gut gefunden, und es ging los. Dazu gibt es eine Promo-Agentur, ein Management, einen Booker. "Wir mussten uns auch erst dran gewöhnen, dass es selbst bei kleineren Bands ohne den ganzen Kram nicht läuft. Das sind halt die Leute, die es können. Wenn wir eine CD zur Visions schicken, würde nicht viel passieren."

Mournful sind auf den richtigen Weg. Die Platte ist mehr als gelungen, sie haben ein gutes geschäftliches Umfeld, einen erfahrenen Produzenten ("J. Kell war einer der ersten, der uns und unsere Musik so ernst genommen hat wie wir selbst"), die Songs werden mit denen der wichtigsten Bands der Marke Deftones, Radiohead und At The Drive-In (Michi: "Durchweg ganz riesen-große Bands") verglichen und die Fans werden laut dem Sechs-Saiter auch immer mehr. Jetzt heißt es Live-Spielen, neue Songs schreiben, die Qualen der Uni überstehen ("Da kann ich einiges berichten. Ich stecke sozusagen mitten in den Diplomprüfungen") und an das Gute glauben. Wie Michi: "Wir warten praktisch minutlich auf den großen Bottrop-Hype..."

Weitere Infos:
www.mournful.de
Interview: -Mathias Frank-
Fotos: -Pressefreigaben-
Mournful
Aktueller Tonträger:
Monochrome
(TFRmusic/Zomba)




Mournful

 
 

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