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DOVER
 
Therapie auf Spanisch
Dover
Manchmal ist die Welt ein wenig seltsam. Da füllen Dover die Arenen in ihrer spanischen Heimat und toppen sogar die Charts und ernten auch bei uns nur die besten Kritiken, doch mit dem Durchbruch außerhalb Spaniens will es einfach nicht klappen. Mit "The Flame" nehmen Sängerin Cristina Llanos, ihre Schwester Amparo (Gitarre), Basser Alvaro Diez und Drummer Antunez nun einen erneuten Anlauf. Und wenn es nur nach Qualität gehen sollte, werden es Dover diesmal auch tatsächlich schaffen.
"The Flame" ist weder eine Fortsetzung des Vorgängers "I Was Dead For 7 Weeks In The City Of Angels", noch eine völlige Kehrtwendung. Die Platte überrascht, glänzt aber auch mit Bekanntem. Die Songs sind typisch Dover, aber auch gleichzeitig poppiger und punkiger als die früheren Nummern. Kurz: Die Platte ist gut. "Wir haben uns bei den Aufnahmen nicht viel Gedanken gemacht", erzählt Amparo Llanos im Gespräch mit Gaesteliste.de, während ihre Schwester mit Grippe im Bett liegt. "Es war auch überhaupt nicht geplant, dass manche Melodien sehr poppig oder die Songs wieder etwas kürzer geworden sind. Zwar bat mich Cristina, auf dem Album eine kräftige Gitarre spielen, aber sonst entstand das Album sehr natürlich." Aufgenommen wurde "The Flame" in Madrid. Und zum ersten Mal live. Also spielte nicht jeder Musiker seine Parts ein und ein Produzent bastelt daraus die fertigen Songs. "Wir haben alle zusammen in einem Raum gespielt und das war super", schwärmt Amparo von den Aufnahmen. "Wir wussten nicht, ob es klappt, aber es hat den Songs sehr gut getan. Sie wirken so viel spontaner. Außerdem machte es auch viel mehr Spaß. Wir machten außerdem keine Pre-Production, wir haben gleich am ersten Tag aufgenommen. Und dann war es toll, diesmal zu Hause zu arbeiten. Unser Produzent Rick Will [arbeitete schon mit Muse, No Doubt und Mark Lannegan und mixte "I Was Dead..."] wollte erst, dass wir zu ihm in die Staaten oder nach Australien gehen, doch wir luden ihn nach Madrid ein und er war einverstanden. Es war herrlich, sich nach der Arbeit mit Freunden zu treffen und im eigenen Bett schlafen zu können." Diesen Spaß kann man hören. "Ich denke, wir haben eine sehr fröhliche Platte aufgenommen", sagt Amparo. "Besonders Cristina war bester Laune, was sich auch in ihren Lyrics widerspiegelt." Und auch im Cover. Dort sind die vier Spanier in bester Punkrock-Manier abgebildet, auch die Schrift hat Fanzine-Charme. "Die Idee stammt von Cristina. Sie machte den Vorschlag, dass wir erstmals auf dem Cover abgebildet sind und wir fanden das gut. Aber ein normales Foto war uns zu langweilig." Man könnte annehmen, dass die Sängerin auch die Cheffin ist. "Würdest du Cristina fragen, ob sie sich als Boss sieht, würde sie es verneinen. Und auch bin mir da nicht so sicher. Bei Dover hat jeder seine Rolle. Ich bin zum Beispiel die, die antreibt, die die anderen zur Probe schleppt und meckert, wenn ich einen Song für nicht gut genug halte. Cristina ist mehr für spirituelle Dinge zuständig. Sie hat tolle Ideen und genaue Vorstellungen, was für die Band gut ist. Und wir stimmen ihr da eigentlich immer zu. Sie ist ungemein wichtig und wenn sie nicht mehr dabei wäre, würde ich Dover auch verlassen. Sie ist das Zentrum der Band." Ein Amazon-Redakteur verglich ihre Stimme mit der von Kurt Cobain. Und Amparo kann diesen im ersten Moment recht überraschenden Vergleich sogar verstehen: "Ich bin Cristinas größter Fan und ich denke, sie singt mit genauso viel Hingabe wie Cobain. Ihre Vocals kommen direkt aus dem Herzen und das hört man ganz deutlich."
Dover
"Als wir anfingen, waren wir wirklich schlechte Musiker", lacht Amparo. "Uns war es nie wichtig, die größten Virtuosen zu werden. Uns ging es darum, unsere spezielle Energie, die ich jeden Tag spüre, zu bündeln und ehrliche Musik zu machen." Es ist schwierig, den Stil von Dover genau zu definieren. Manche werden es Punkrock nennen, andere Gitarren-Pop und wieder welche halten es für Rock'n'Roll. Recht haben sie sicher alle. Und alle werden verschiedene Gefühle spüren. "Wir möchten keine bestimmten Emotionen erzielen und wir überlegen auch nicht, wie dieser oder jener Song auf den Hörer wirkt", sagt Amparo. "Wir lassen es passieren. Uns ist es wichtig, dass der Hörer überhaupt etwas fühlt. Schließlich fühlen wir auch die - wie ich finde - einzigartige Chemie, die zwischen uns als Band herrscht. Das wird bei den meisten Bands ganz ähnlich sein, aber ich genieße es, wenn genau wir vier zusammen Musik machen." Auch genießt es die Gitarristin, auf der ganzen Welt spielen zu können. Und da ist es völlig zweitrangig, ob sie das in einer Arena oder einem winzigen Club tut. "Es war uns von Anfang an klar, dass wir nicht nur in Spanien spielen wollen. Auch als wir es hier geschafft hatten, dachten wir uns niemals, das würde reichen. Natürlich hätten wir uns zurück lehnen und unseren Erfolg genießen können. Aber wir wollten auch nach Mexiko, Europa und einfach überall hin. Und da mussten wir eben wieder von vorne beginnen. Als wir zum Beispiel das erste Mal in Deutschland spielten, kamen vielleicht 40 Leute und die wenigsten wussten von uns. Aber das ist aufregend und macht Spaß."

Die Aufnahmen machten Spaß, das Touren macht Spaß, das ganze Leben scheint dank der Band Spaß zu machen. Amparo sieht das ganz genauso: "Natürlich sind wir ganz normale Menschen. Aber die Band ist wie eine Therapie, wenn wir Probleme haben und eröffnet uns so viele Möglichkeiten. Dover gibt meinem Leben einen anderen Sinn, es wäre ohne die Band völlig anders und vermutlich auch völlig langweilig."

Weitere Infos:
www.dovercametome.com
Interview: -Mathias Frank-
Fotos: -Pressefreigaben-
Dover
Aktueller Tonträger:
The Flame
(Capitol/EMI)




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