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SNAPCASE
 
Niemals alleine
Snapcase
Eigentlich müssten sie längst zu den größten Hardcore-Bands der Welt gehören. Doch während sich Thrice, BoySetsFire oder Thursday recht schnell nach oben gemoscht haben, genießen Snapcase zwar Kult-Status, haben den Underground aber noch nicht wirklich verlassen. Mit "Bright Flashes" steht jetzt eine nicht wirklich neue CD in den Läden. Denn auf dieser finden sich Songs, die es nicht auf das letzte reguläre "End Transmission"-Album geschafft haben, Remixe und Coverversionen. Warum das? Snapcase-Gitarrist Frank Vicario gibt im Interview mit Gaesteliste.de die Antwort.
"Schon seit längerer Zeit haben wir daran gedacht, Coverversionen aufzunehmen und mit elektronischen Elementen zu spielen. Doch irgendwie hat es nie geklappt. Entweder wir haben an neuen Songs gearbeitet oder wir waren auf Tour oder kümmerten uns um unsere Familien. Als wir aber nach 'End Transmission' noch so viele Songs übrig und auch etwas Zeit hatten, schien uns die Gelegenheit günstig." Auf "Bright Flashes" kommt der Snapcase-Hörer in den Genuss von drei durchaus gelungen Remixen, vier Coverversionen von Helmet ("Blacktop"), Jane's Addisction ("Mountain Song") und Devo ("Freedom Of Choice" und "Gates Of Steel") sowie sechs "neuen" Songs, die nicht wirklich neu sind. Vicario: "Wir wollten sie einfach nicht als B-Seiten verbraten, weil wir die Nummern für zu gut halten. Zwar haben sie es nicht auf 'End Transmission' geschafft, aber das heißt nicht, dass sie zu schlecht waren. Für das Album haben wir damals einfach nur die zwölf Songs genommen, die unserer Meinung am besten zusammen passten. Und den Rest gibt es jetzt auf dieser Scheibe." Den Fan wird es freuen, kommt er doch schon wieder in den Genuss neuer Songs. Und die, da muss man Frank widersprechen, wären auch auf der "Transmission"-Scheibe nicht negativ aufgefallen. Straighter, aber doch progressiver Hardcore, wie ihn nur Snapcase spielen. Hinter den Coverversionen stecken zwar keine wirklichen Geschichten, aber doch wurden sie nicht wahllos ausgesucht. "Wir haben uns zusammengesetzt und suchten nach Songs, die uns zwar nicht unbedingt musikalisch beeinflusst, aber doch inspiriert haben und uns wichtig sind. Natürlich sind Helmet neben Quicksand eine der wichtigsten musikalischen Einflüsse für Snapcase und wir waren uns alle einig, dass wir was von ihnen machen müssen. In den frühen 90er Jahren waren Jane's Addiction verdammt wichtig für uns. Die Mentalität von Perry Farrel, die Lollapalooza-Tour und was er für den Underground geleistet hat, ist einfach einzigartig. Devo haben wir immer geliebt. Sowohl musikalisch als auch das ganze Konzept. Das ist cool. Der Grund, warum es zwei Devo-Songs gibt ist der, dass wir uns nicht für einen entscheiden konnten. Wir hatten nicht viel Zeit, weil John geheiratet hat und unser Drummer Ben mit Rancid auf Tour war, also nahmen wir einfach beide. Wir hatten eine Liste mit 25 Songs, aber wir mussten uns eben entscheiden."
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Natürlich erscheint "Bright Flashes" auf Victory Records, dem Heimat-Label von Snapcase und vielen anderen Hardcore-Bands. "Natürlich geht es auch Victory um das Geschäft. So wie es jedem anderen Label auch in erster Linie darum geht. Aber wir sind jetzt zwölf Jahre bei ihnen und wir kennen die Leute dort sehr gut, dass es schon mehr eine freundschaftliche als geschäftliche Beziehung ist. Darum wüssten wir nicht, warum wir wechseln sollten. Außerdem arbeiten sie inzwischen wie ein Major, was Vertrieb oder die Promotion angeht. Es gibt also keinen Grund, Victory zu wechseln." Verändert hat sich dagegen die amerikanische Hardcore-Szene. Und das ist, wenn es nach Frank geht, auch gut: "Derzeit ist es sehr gut, da sich Punk, Hardcore und Metal sehr vermischt. Sowohl was die Bands, als auch die Shows und Fans betrifft. In den letzten Jahren wurde das immer besser, was der Szene sehr gut tut. Aber trotzdem ist es wie ein Zyklus. Trends gehen und kommen wieder, neue Stile entstehen, die dann wieder von altem Zeugs abgelöst wird. Es gibt selten Stillstand, es ist immer Bewegung." Derzeit sehr angesagt ist der Emo-Core. Auch in den Staaten. Verschiedenste Bands wie Cave In, BoySetsFire oder Thrice sind die Abräumer und verbuchen Erfolge, die Snapcase auch nach zwölf Jahren Bandgeschichte nicht vergönnt sind. Aber Neid kennt Frank nicht. "Viele von ihnen sind fantastisch. Sie machen unfassbar gute Musik und sind auch nette Kerle. Mit BoySetsFire sind wir seit Jahren befreundet und gehen auch häufig mit ihnen auf Tour. Auch die Jungs von Thursday sind einfach cool. BoySetsFire sind auch ein gutes Beispiel für die aktuelle Hardcore-Szene. Sie können unglaublich hart und brutal sein und im gleichen Song so unglaublich gefühlvoll und poppig. Und so ist auch die Szene. Sehr unterschiedlich und schon fast grenzenlos." Begeistert ist der Gitarrist auch von der deutschen Hardcore-Szene. "Wir kommen so unglaublich gerne zu euch, die Fans sind fantastisch und ob wir in Essen, Salzgitter oder München spielen, es ist immer klasse. Und auch die Bands sind super. Waterdown zum Beispiel. Eine ganz große Band! Und dann gibt es noch eine Band, mit der wir vor ein paar Jahren gespielt haben. Ich fühle mich gerade wie ein Arschloch, weil ich mich nicht an ihren Namen erinnere, aber die waren so cool. Leider habe ich mir keine CD von denen gekauft." Frank meinte vermutlich Shortage. Im März oder April wollen Snapcase nach Deutschland kommen. Evtl. auch im Juni im Rahmen der Deconstruction-Tour. Und auf jeden Fall möchten sie nach Hamburg. "Denn auf St. Pauli bist du niemals alleine", lacht Frank. Genauso wenig wie auf einem Snapcase-Konzert.
Weitere Infos:
www.snapcase.com
Interview: -Mathias Frank-
Fotos: -Pressefreigaben-
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Aktueller Tonträger:
Bright Flashes
(Victory/Soulfood)




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