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POROUS
 
Rock spricht kein Deutsch
Porous
Lange Zeit hatte man von Porous nichts mehr gehört. Nun melden sich die Jungs um Sänger Volker Neumann besser denn je zurück. Einiges hat sich verändert, vieles aber ist geblieben. Statt aus der mecklenburgischen Provinz kommen Porous nun aus Berlin, aber keine Sorge, das hat ihrer Musik nicht geschadet. Im Gegenteil: Ihr feines Gespür für catchige Melodien und das abgeklärte Songwriting kommen auf ihrem ersten Longplayer "Day My Friend" voll zur Geltung. "Day My Friend" hat jedenfalls locker das Zeug, eines der besten Gitarrenpop-Alben des Jahres 2004 zu werden. Grund genug für Gaesteliste.de, Porous-Sänger Volker Neumann im Interview auf den Zahn zu fühlen.
GL: Zwischen eurem letzten Demo im Jahre 2001 und eurem Debütalbum "Day My Friend" sind nun weit mehr als drei Jahre vergangen! Warum hat man so lange nichts von euch gehört?

Volker: Zunächst einmal haben wir damals die Zeit genutzt, um ausgiebig zu touren. Das war sehr wichtig und hat uns sehr gut getan. Wir haben viele interessante Leute kennengelernt, einige davon wurden sogar zu Freunden. Ich glaube, dass diese Zeit sehr fruchtbar war und wir eine Menge dazugelernt haben. Danach begannen wir mit den Proben für unser Debüt. Vor ungefähr zwei Jahren nahmen wir den ersten Teil von "DMF" auf. Weil wir zu der Zeit alle nebenher arbeiteten, konnte dies also nur in unserem Urlaub erfolgen. Eine komplette Am-Stück-Produktion war einfach zeitlich nicht möglich. Der letzte Studioaufenthalt war dann im Spätsommer letzten Jahres, an den sich dann die grafische Gestaltung der Platte anschloss usw. Sicher war es insgesamt ein langwieriger Prozess, aber wir sind mit dem Endprodukt sehr zufrieden und stolz, die ganze Sache mehr oder weniger in Eigenregie geschafft zu haben.

GL: War es schwierig, ein Label zu finden, das die Platte veröffentlichen wollte? Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem kleinen, aber renommierten Berliner Label Firestation Records?

Volker: Erfreulicherweise waren die Feedbacks der angeschriebenen Label durchweg positiv, es gab kaum ablehnende Äußerungen hinsichtlich des Musikstils oder Sound der Platte. Wie wir ja alle wissen, war das vergangene Jahr insbesondere auch für die Musikindustrie ein ziemliches Debakel, vor allem mittelgroße Firmen mussten sich umorientieren, es wurde weniger im Indie-Teich gefischt. Ich denke, dass durch diese Entwicklung die Indie-Szene wieder mehr an Bedeutung gewinnen kann. Kleinere Labels wie Firestation könnten sich etablieren und vielleicht mit den Bands wachsen. Diese Aufbruchstimmung und eine unkomplizierte Art, Probleme zu lösen, gefällt uns sehr an der Zusammenarbeit mit Firestation.

GL: Ihr seid ja zwischenzeitlich nach Berlin gezogen. Inwieweit hat das die Entstehung eurer Songs beeinflusst, fühlt ihr euch hier eine bestimmten Szene zugehörig? Befruchtet man sich beispielsweise?

Volker: Kaum. Eigentlich ist alles wie früher. Wir proben und regen uns über die zu lauten Nachbarn auf. Der Umzug nach Berlin hatte eher logistische Hintergründe, weniger um inspiriert zu werden. Dennoch ist es natürlich sehr schön und komfortabel hier zu leben, andere Konzerte zu besuchen oder ansprechende Radioprogramme empfangen zu können.

GL: In welchem Zeitraum sind die Songs zu "Day My Friend" entstanden? Wie muss man sich den Entstehungsprozess eines Porous-Songs vorstellen?

Porous
Volker: "Day My Friend" ist unser Debüt und deckt unser musikalisches Spektrum der letzten Jahre ab. Einige Titel wie z.B. "Breaking In" oder "It's All Over" sind mittlerweile fast sechs Jahre alt und wurden für das Album zum Teil neu arrangiert und aufgenommen. Uns war es sehr wichtig, diese Songs zu veröffentlichen, einfach weil sie uns nach wie vor sehr gut gefallen. Es ist auch schön zu sehen, wie diese Titel mit jüngeren Ideen wie "Day My Friend" oder "Protect Me From What I Want" harmonieren. Hinsichtlich des Entstehungsprozesses unterscheiden wir uns, glaube ich, nicht wesentlich von anderen Bands. In der Regel habe ich ein paar Akkorde, oft auch schon mit einer Gesangsmelodie; im Proberaum wird der Song dann arrangiert. Dennoch ist auch das Einfach-Drauflos-Spielen sehr fruchtbar und macht natürlich auch Spaß. So ist zum Beispiel "Music" entstanden.

GL: Wenn man sich "Day My Friend" anhört, ist zunächst offensichtlich, dass ihr stark von britischer Popmusik beeinflusst seid. Wo genau seht ihr eure Vorbilder? Ist dieser England-Bezug auch der Grund, Englisch zu singen? Eine andere Berliner Band, Sternbuschweg, versucht dagegen britisch inspirierte Musik mit deutschen Texten zu machen. Stand das für euch nie zur Debatte?

Volker: Das mit den Vorbildern ist sicher ein sich wandelnder Prozess. Die eigentlichen Wurzeln von Porous liegen im amerikanischen Gitarren-Rock. Bands wie Nirvana, Sonic Youth, Alice In Chains oder den Pixies führten damals zur Gründung der Band. Natürlich kamen im Laufe der Jahre immer mehr und immer andere Einflüsse hinzu. Nicht alle Bandmitglieder hören dieselbe Musik und keine Bewegung geht spurlos an uns vorbei. So haben uns natürlich auch Bands wie The Charlatans, Lush, Teenage Fanclub, The Stone Roses und Oasis beeinflusst. Und natürlich spielten auch deutsche Bands eine Rolle. Dennoch war tatsächlich Deutsch nie ein Thema. Rock spricht kein Deutsch.

GL: Was erwartet ihr von der Veröffentlichung von "Day My Friend"? Wie waren die Reaktionen bis dato? Ihr habt ja einige Stücke im Vorprogramm von Virginia Jetzt! bereits vorgestellt...

Volker: Die Tour mit Virginia Jetzt! war riesig. Es war sehr angenehm und familiär und vor allem auf der Bühne eine sehr harmonische Mischung zweier unterschiedlicher Stilrichtungen. Es hat einfach alles gepasst und das hat das Publikum gespürt und uns zurückgegeben. Am 19. April 2004 wird unsere Platte in den Läden sein, und natürlich freuen wir uns auf diesen Tag! Wer Porous bisher nur von Live-Auftritten kannte, hat jetzt die Möglichkeit, sich wichtige Hintergrundinformationen zum Thema "Mein Tag und ich" zu Hause in Stereo abzurufen. Das ist doch toll!

GL: Wo wird man euch diesen Sommer live erleben können? Ist eine längere Tour bzw. sind Festivals geplant?

Volker: Großes Highlight natürlich das Immergut Festival Ende Mai. Im Sommer werden wir dann auf weiteren Festivals spielen, u.a. auf dem "Out Of Ordinary". Eine zweiwöchige Tour steht Anfang Mai an, die uns quer durch Deutschland führen wird. Weiterhin in Planung ist eine Spanien-Tour im September. Wir freuen uns sehr!!!

Weitere Infos:
www.porous.de
Interview: -Carsten Wilhelm-
Fotos: -Pressefreigaben-
Porous
Aktueller Tonträger:
Day My Friend
(Firestation/Alive)




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