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ILLDISPOSED
 
Das A-Ha-Erlebnis
Illdisposed
"Mir geht es schlecht, denn ich habe ein mächtigen Kater", erzählt Jakob Batten. Er ist der Gitarrist von Illdisposed und zusammen mit Sänger Bo auf Promo-Tour. Gleich zwei Tage weilen die beiden in Köln und reden über die neue Platte. Ein neues Gefühl für die dänische Death Metal-Institution, die trotz ihres ausgezeichneten Rufes in der Szene, bisher doch eher kleinere Brötchen backte. Jetzt haben sie einen Deal mit Roadrunner und schon sind sie für alle interessant. Ihr neues Album heißt "1-800 Vindication" und Jakob ist mächtig stolz darauf.
"Ich denke, es ist eines unser besten Alben, das wir je aufgenommen haben und es fühlt sich richtig gut an. Nicht nur die Songs sind besser, auch die Produktion und die Aufnahmen waren sehr gut. Wir hatten ein tolles Studio und viel mehr Zeit. Gewöhnlich haben wir nur ein paar Wochen, diesmal konnten wir zwei Monate aufnehmen. Es ist ein sehr grooviges Album geworden und wir sind nicht mehr nur noch so schnell wie früher." Doch nicht nur das Tempo hat sich geändert. Illdisposed experimentieren erstmals mit elektronisches Spielereien und auch klare Vocals, man kann sie sogar Gesänge nennen, finden sich auf der Platte. Dadurch wird die Platte zwar nicht unbedingt massentauglicher, aber der Fortschritt ist nicht zu überhören und die Fans müssen sich auf einen etwas anderen Sound einstellen. "Wir wollten schon immer mal etwas mit Elektro-Elementen machen, aber wir waren immer zu faul", lacht Jakob, der merklich angeschlagen wirkt. "Manchmal fehlte uns die Zeit, das andere Mal das Geld. Diesmal hatten wir alles und haben es einfach mal versucht." Ebenfalls haben sie versucht, ihre Vergangenheit wieder aufleben zu lassen. Noch vor dem ersten Stück gibt es ein verrauchtes Medley mit Snippets früherer Songs. Kein Spielkram, sondern eine Idee mit Hintergrund: "Es ist wie eine Zeitmaschine. Wir haben von jedem Album einen Teil genommen, um die 14 Jahre, in denen wir existieren, einmal Revue passieren zu lassen. Ich höre mir unser Debüt 'Four Depressive Seasons' noch immer gerne an und halte es für das ultimativste Death Metal-Album einer dänischen Band", lacht er. Weit weniger ernst ist das "Wayne's World 2"-Sample vor "Jeff" zu nehmen. "Da gibt es keine wirkliche Story zu. Wir nannten unseren Produzenten immer Jeff, obwohl er Siggi heißt. Und daraum haben wir die Szene genommen, in der Wayne mit dem Vater seiner Freundin auf japanisch redet und eben 'Jeff' sagt. Das ist alles."
Ein Song hört auf den Namen "Now We're History". Und darum geht es tatsächlich um die Band selber. Doch keiner muss sich Sorgen machen, es handelt nicht vom Ende von Illdisposed, sondern um "Kokaiinum", die letzte Platte der Band. "Wir wollten die Scheibe eigentlich nie so aufnehmen, aber wir mussten. Denn unser Vertrag schrieb uns vor, in welchem Studio wir mit welchem Produzenten aufnehmen mussten. Also haben wir es gegen unseren Willen getan. In nur 14 Tagen und die Platte mag eigentlich keiner von uns. Und nun ist 'Kokaiinum' eben Geschichte." Unter anderem diese Umstände führten auch zum Labelwechsel. Weg von Die Hard, hin zu Roadrunner. "Der Vertrag lief außerdem aus und wir wussten, dass wir uns verändern mussten. Sowohl musikalisch, als auch was die Plattenfirma betrifft. Hätten wir das nicht getan, gäbe es die Band vielleicht nicht mehr." Und um die Veränderung perfekt zu machen, wird die Platte auch noch über den Branchen-Riesen EMI vertrieben. Doch Angst vor Sell-Out-Vorwürfen hat die Band nicht. "Wir sind immer noch Death Metal und das kann man nicht verkaufen." Und wieder lacht Jakob. "Natürlich wollen wir mehr Platten verkaufen, aber ein bestimmtes Ziel haben wir nicht. Denn eigentlich haben wir schon alles erreicht. Platten veröffentlicht, durch die Welt getourt, Parties gefeiert und Groupies gehabt. Jetzt hängen wir rum und schauen, was passiert."
Kurz vor der Veröffentlichung spielten Illdisposed auf dem Rock Hard Festival, um auch die neuen Songs vor Live-Publikum zu testen. "Es war sehr gut", erinnert sich Jakob. "Wir haben vier oder fünf neue Songs gespielt und die Fans scheinen sie zu mögen." Diese kamen in den seltenen Genuss, die Dänen auf der Bühne zu erleben. Denn häufig lassen sie sich nicht bei uns blicken. "Wir spielen überall wenig. Aber bisher war das eine finanzielle Sache, wir wollten nicht so viele Shows spielen, wenn wir immer nur drauf zahlen mussten. Aber das wird sich nun hoffentlich ändern. Wir schauen gerade, was möglich ist." Schier unmöglich erschienen die Sätze, die Jakob dann von sich gibt: "Ich selbst höre kaum Death Metal! Ich höre lieber Rock und Pop und liebe A-Ha. Und das ist das, was mich beim Songwriting inspiriert. Du musst das aber nicht verstehen. Ich stehle aber wirklich eine Menge von ihnen. Wenn ich einen Song schreibe, ist es anfänglich ein Pop-Song, der erst später zu Heavy Metal wird. Aber ein Pop-Album wirst du niemals von uns zu hören bekommen. Nicht, bevor wir pleite sind." Jakob lacht ein letztes Mal und widmet sich dann ganz seinem Kater.
Weitere Infos:
www.illdisposed.dk
www.roadrunnerrecords.de/artists/Illdisposed
Interview: -Mathias Frank-
Foto: -Pressefreigabe-
Illdisposed
Aktueller Tonträger:
1-800 Vindication
(Roadrunner Records)




Illdisposed

 
 

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