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FOO FIGHTERS
 
Glückspilze!
Foo Fighters
Eine Band, über die man nicht mehr viele Worte verlieren muss: Seit zehn Jahren gehören David Grohl und seine nach diversen Wechseln inzwischen fest etablierten Mitstreiter Nate Mendel (Bass), Chris Shiflett (Gitarre) und Taylor Hawkins (Drums) zu den großen Abräumern in der Welt des Alternative Rock. Mit ihrer dieser Tage erscheinenden fünften LP, dem über 80-minütigen Doppelalbum "In Your Honor", haben sich Grohl und Co. allerdings das Ziel gesetzt, musikalisch neue Wege zu gehen. Deshalb gibt's auf dem ersten Tonträger das gewohnte Rockbrett, während der zweite Silberling ein Akustikalbum beinhaltet – mit Songs, die teilweise bereits einige Jahre alt sind, aber bisher stilistisch nie auf ein Foo Fighters-Album gepasst haben. Gaesteliste.de traf die vier bestens aufgelegten Herren in Berlin.
GL.de: Was war schwieriger: Neue Tricks für die Rockplatte zu finden oder mit dem Akustikalbum Neuland zu betreten?

Dave: Die Rockplatte war die größere Herausforderung, weil es für uns dabei darum ging, sich mit etwas neu zu erfinden, was wir schon seit zehn Jahren machen. Die Akustikplatte war dagegen richtig easy, weil sie für uns neues Terrain bedeutete. Damit wäre eigentlich alles, was wir versucht hätten, gut genug gewesen – eben weil es etwas Neues war. Für die Rockplatte haben wir aufgenommen, neu aufgenommen, Songs verworfen, die Reihenfolge geändert, nur um zu erreichen, dass die Platte mehr Energie besitzt als alles, was wir davor gemacht haben.

GL.de: Auch mit dem Artwork geht ihr neue Wege – es wirkt weniger "dreckig" und scheint künstlerischer zu sein als frühere Cover. Ist das nur etwas, das zum Titel passt, oder auch ein Signal für eine gewisse Art von Neuanfang, den auch die Musik vermittelt?

Nate: Es ist wohl ein bisschen von beidem. Wir haben uns dieses Mal einfach etwas mehr Mühe damit gegeben als früher. Wir selbst hatten die ursprüngliche Idee, die "In Your Honor" reflektieren sollte, und dazu kamen Vorschläge von zwei weiteren Grafikdesignern, die beide unabhängig voneinander Ideen eingebracht haben. Eigentlich wollten wir es zum Schluss noch einmal abändern, aber einer der Designer, dem wir sehr vertrauen, meinte, wir sollten es unverändert lassen, also haben wir das getan.

Chris: Zuerst haben wir nur mit einem Designer gearbeitet, aber die Sache kam ins Stocken, und er hat sich verdrückt... because he's a pussy... Als wir dann das erste Treffen mit dem zweiten Typen hatten, hat der genau das Entgegengesetzte vorgeschlagen, und das hat uns so verblüfft, dass wir alle gesagt haben: Das ist großartig, mach, was du willst, und tob dich richtig aus!

Taylor: Sowohl der Grafiker als auch der Regisseur unseres Video, Mark Pellington, hatten eines gemeinsam: Leidenschaft! Deshalb konnten wir unsere gesamte Leidenschaft in die Musik fließen lassen!

GL.de: Bedeutet das trotzdem, dass ihr euch inzwischen insgesamt mehr Gedanken um die Gesamt-Präsentation der Band Gedanken macht?

Dave: Um ehrlich zu sein, mir wird es immer gleichgültiger, was außerhalb der Musik selbst passiert. Zum Beispiel beim Artwork: Natürlich gehe ich zum Meeting, und natürlich mische ich mich auch ein bisschen ein, aber nach einer Weile lasse ich den Dingen ihren Lauf. Das gilt auch für das Video, was wir gerade gedreht haben: Das ist etwas völlig anderes, als wir je gemacht haben, weil Mark Pellington ein "visual artist" im wahrsten Sinne des Wortes ist, der einen Poeten und Filmemacher in einer Person vereint. Wir trauen ihm einfach zu, die Musik, die wir gemacht haben, zu visualisieren. Weil wir ihm 100% vertrauen können, kann mir das Ganze egal sein, denn letzten Endes interessiert mich nur die Musik.

GL.de: Ist euch bei rund 84 Minuten je in den Sinn gekommen, dass das vielleicht etwas zu viel des Guten sei?

Dave: Die Idee war von Anfang an, zwei Platten zu machen. Es ging mehr darum, zwei tolle Einzelplatten denn ein Doppelalbum mit einer Handvoll guter Songs und einem Haufen Füllersongs aufzunehmen. Es ist ein bisschen so, als hätten wir unser NÄCHSTES Album einfach schon zusammen mit dem aktuellen veröffentlicht. Die beiden Platten sollten sich unbedingt wie zwei einzelne, in sich geschlossene anhören. Und weil sie eine solch unterschiedliche Dynamik haben, funktioniert das auch sehr gut.

GL.de: Warum sie dann nicht einzeln, im Abstand von sechs Monaten veröffentlichen?

Dave: Weil ich das hasse! Ich hasse es, wenn Bands das machen! Warum sollte man sie nicht zusammen veröffentlichen? Der einzige Grund, der dagegen spricht, ist, dass man mehr Einheiten verticken will. Denk doch mal an diesen "Use Your Illusion"-Blödsinn! Warum mussten das zwei Platten sein? Sie waren beide Scheiße! Unsere Idee war auch, möglichst viel Musik unter die Leute zu bringen, ohne ihnen dafür jede Menge Kohle aus der Tasche zu ziehen. Wir wollten den Preis für die Doppel-CD auf den einer einfachen reduzieren. Als wir uns mit den Labelleuten und Managern trafen, predigten wir immer wieder: Haltet den Preis niedrig, es soll keine dieser Box-Set / CD-plus-DVD-Aktionen draus werden! Leider verstehen diese Leute das einfach nicht. Eine Preisreduzierung geht deshalb immer zu Lasten der Band. Wir werden nicht dafür bezahlt, 20 Songs auf eine Platte zu tun. Streng genommen sollten wir so wenig Songs wie möglich pro Album veröffentlichen, aber aus unserer Sicht ist das Bullshit!

GL.de: Ihr werdet die Platten auch separat vorstellen: Bei den Sommer-Festivals soll es eher die Rocksongs zu hören geben, bei Auftritten in kleineren Hallen und Theatern die ruhigeren Stücke...

Dave: Die Idee ist, dass die Eltern ihre Kinder zur Rockshow fahren und die Kinder dann die Eltern zum Akustikkonzert bringen.

Taylor: Dann haben wir einmal den "Beer & Puke"-Abend und dann die "Wine & Cheese"-Nacht.

GL.de: Auf der Akustikplatte gibt es eine Reihe illustrer Gäste. John Paul Jones ist auf einigen Songs zu hören...

Dave: Die ursprüngliche Idee war, eine Menge Gäste für die Akustikplatte einzuladen. Wir hatten zwar schon auf früheren Alben Gäste, aber in der Regel haben wir uns an die Grundbesetzung der Band gehalten. Also dachte ich, dies sei nun die Chance, ein sehr kollaboratives Album aufzunehmen. Also machte ich eine Liste, auf der Warren Haynes von Gov't Mule ebenso drauf war wie Grant Hart oder Josh Homme und Norah Jones. John Paul Jones kam auch drauf, weil wir einen Song hatten, bei dem jemand Mellotron spielen sollte. Den Song haben wir letzten Endes gar nicht benutzt – was nichts mit Johns Beitrag zu tun hatte, der Text war einfach fucking lame -, aber glücklicherweise hatte er seine Mandoline dabei und spielt sie auf "Another Round" sowie Piano auf "Miracle". Das ist ein gutes Beispiel dafür, was für Glückspilze wir sind!

GL.de: Letzte Frage: Wie kam es dazu, dass bei "Virginia Moon" ausgerechnet Norah Jones Daves Gesangspartnerin ist?

Taylor: Weil J.Lo keine Zeit hatte!

Weitere Infos:
www.foofighters.com
www.hardplace.de/foofighters/
Interview: -Martin Nowak-
Foto: -Anton Corbijn-
Foo Fighters
Aktueller Tonträger:
In Your Honor
(RCA/Sony BMG Music)




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