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OK SWEETHEART
OK Sweetheart
Indie oder doch Pop? Für OK Sweetheart stellt sich die Frage gar nicht erst, denn Mastermind Erin Austin fühlt sich in beiden Welten zu Hause. Deshalb tourt die 31-jährige Amerikanerin derzeit vier Wochen lang ohne ihre drei Mitstreiter Alex Westcoat, Jeremy Buller und Michael Porter durch Deutschland, Österreich und die Schweiz und tritt dabei solo am E-Piano des Öfteren in wohnzimmergroßen Clubs mit DIY-Flair auf, während sie mit ihrer dieser Tage als Vorbote ihres zweiten Albums erscheinenden EP "Far Away" facettenreich, detailverliebt und durchaus ambitioniert popmusikalische Perfektion ins Auge fasst, ohne dabei althergebrachte Singer/Songwriter-Tugenden aufzugeben. Immerhin gewann sie vor zehn Jahren den John Lennon Songwriting Award und nennt The Beatles, Randy Newman, Harry Nilsson, Neil Young und The Zombies als Einflüsse.

"Ich sitze stimmlich zwischen Adele, Amy Winehouse und Feist ", sagt Austin, als wir sie nach ihrem Auftritt in der aus allen Nähten platzenden Kölner Lichtung treffen. "Songwriterisch bin ich nicht so schräg wie Feist, nicht so poppig, wie Adele manchmal sein kann, und nicht ganz so soulig wie Amy Winehouse." Doch nicht nur musikalisch ist Austin vielerorts zu Hause. Aufgewachsen in der Familie eines Pastors in New York, verschlug es sie fürs Studium nach Tulsa, Oklahoma, bevor sie in San Francisco an der Seite ihres damaligen Ehemanns Rob Gungor (Wilderman) ins professionelle Musikgeschäft eintauchte und in Denton, Texas, mit Unterstützung aus dem Umfeld von Midlake, Lucius, Via Audio oder Polyphonic Spree auf ihr erstes Album hinarbeitete, das 2011 unter dem bezeichnenden Titel "Home" erschien. Einige Lieder der Platte schafften es im Anschluss in den USA in die Fernsehwerbung und in TV-Shows, und bisweilen konnte Austin es sich leisten, mit 15-köpfiger Band inklusive Streichern und Bläsern aufzutreten. Überhaupt war sie viel auf Tournee unterwegs und führte ein betont rastloses Leben inmitten ständiger Veränderung. All das gab ihr viel Stoff für neue Lieder und ausführliche Geschichten, die sie bei ihren Konzerten zwischen den Songs freimütig mit dem Publikum teilt. Auch unsere zehn Fragen beantwortete sie gerne.


1. Was ist deine Definition von "guter Musik"?

Musik, die Gefühle in mir auslöst - jede Art von Gefühlen!

2. Was war der wichtigste Einfluss bei den Aufnahmen zur neuen Veröffentlichung?

Ich habe die EP gemeinsam mit drei Menschen aufgenommen, deren Meinung ich sehr schätze! Die Musik dafür wurde von mir zusammen mit diesen dreien geschrieben. Das hatte ich bisher noch nie gemacht. Zuvor war mein Ex-Ehemann Rob Gungor mein muskalischer Partner. Die Songs meines ersten Albums, "Home", habe ich allein geschrieben, aber er hat mir geholfen, die Platte zu produzieren. Er hat die ersten zwölf Lieder arrangiert und großen Einfluss darauf genommen, ohne dass er dafür Anerkennung, Credits bekommen hätte. Deshalb wollte ich, dass die nächsten Musiker, mit denen ich gemeinsam an Songs arbeite, Teil des Schreibprozesses sind, dass sie im Raum sind, während ich die Songs schreibe, denn was ich schreibe, wenn ich ganz allein bin, ist etwas völlig anderes, als wenn andere Leute dabei sind. Alex, Jeremy und Michael sollten mit mir im Raum sein, und so ist diese EP entstanden.

3. Warum sollte jeder deine neue Veröffentlichung kaufen?

Nun, sie sollten sie nur kaufen, wenn sie ihnen wirklich gefällt. Deshalb sollten sie sie erst einmal anhören - wenn sie ihnen gefällt, dann können sie sie kaufen!

4. Was hast du dir von deiner ersten Gage als Musiker gekauft?

Ich habe sie investiert, um noch mehr Musik zu machen! Schau in die Ausgabe des Wall Street Journal vom 12. Februar - dort wird es ein Exposé über mich geben, in dem es darum geht, wie ich all mein Geld für die Musik ausgebe!

5. Gab es einen bestimmten Auslöser dafür, dass du Musiker werden wolltest?

Gesungen habe ich schon als Kleinkind. Meine Eltern haben mir erzählt, dass ich schon mit zwei Jahren in meinem Laufstall vor mich hin gesungen habe. Ab meinem 12. Lebensjahr habe ich dann Operngesang studiert und mit 24 einen Abschluss in "classical voice" gemacht. Im College musste ich einen Befähigungstest am Klavier überstehen, obwohl ich eine wirklich schlechte Pianistin in. Mein Ex-Mann Rob dagegen ist ein brillanter Klavierspieler. Als er die Band verließ, hatte ich zehn Tage, all seine Pianoparts zu lernen, und das war fürchterlich. Beim ersten Konzert habe ich gerade einmal sechs Songs geschafft, bevor ich angefangen habe zu heulen. Das ist jetzt sieben Jahre her, und inzwischen spiele ich ganz ok!

6. Hast du immer noch Träume - oder lebst du den Traum bereits?

Oh, beides! Ich lebe den Traum, indem ich in einem winzigen Auto quer durch Deutschland fahre, und bin überglücklich deswegen, aber es gibt auch noch so viel, was ich gerne machen würde. Ich würde zum Beispiel gerne meine eigene Modelinie starten und eine Plattenfirma ins Leben rufen, und ich habe gleich mehrere Ideen für Non-Profit-Organisationen, nachdem ich bereits eine gegründet habe. Mit der, die es bereits gibt, helfe ich obdachlosen Menschen in Seattle. Gerne würde ich auch Musiker unterstützen, die mit Sucht und psychischen Krankheiten zu kämpfen haben, denn ich selbst leide unter beidem, und ich möchte eine Musikschule für unterprivilegierte Kinder gründen, die sich privaten Musikunterricht nicht leisten können. Ich habe noch so viele Ideen!

7. Was war deine größte Niederlage?

Jeder Tag ein bisschen. Heute bin ich im Auto beim Fahren fast eingeschlafen. Das fühlte sich wie eine Niederlage an! Es gibt jeden Tag kleine Rückschläge und kleine Triumphe. Man stößt auf Probleme und löst sie!

8. Was macht dich derzeit als Musiker am glücklichsten?

Genau das hier! Dieser Moment, du und ich, wie wir hier an der Bar sitzen und reden. Da vorne ist Michael [von der Lichtung], da drüben sitzt mein Kumpel Anton, der diese Tour für mich gebucht hat - all das macht mich unglaublich glücklich!

9. Welches ist das schlechteste Lied, das je geschrieben wurde?

(überlegt lange) Erinnerst du dich an den Song "Friday" [von Rebecca Black]? Das Lied hat damals alle auf die Palme gebracht und es ist wirklich nicht besonders gut! Eigentlich ist es so schlecht, dass es schon wieder gut ist! Auf eine gewisse Art ist das ja auch brillant! Für gewöhnlich höre ich die schlechten Songs aber erst gar nicht, weil ich sofort zum nächsten weiterskippe.

10. Wer - tot oder lebendig - sollte auf deiner Gästeliste stehen?

Natürlich meine Mom und mein Dad! Sie haben mich in der Vergangenheit ein paar Mal auf der Bühne gesehen, aber nicht besonders oft. Meine Urgroßmutter! Sie ist vor einigen Jahren gestorben und ich denke, die hat mich leider nie spielen sehen.

Weitere Infos:
oksweetheart.com
www.facebook.com/oksweetheart
Text: -Gaesteliste.de-
Foto: -Pressefreigabe-
OK Sweetheart
Aktueller Tonträger:
Far Away EP
(OK Sweetheart/AWAL)


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