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Kantig, eigenwillig, energiegeladen - so klingen E auch auf "Negative Work", ihrem dieser Tage erscheinenden zweiten Album, mit dem die Bostoner Tausendsassa Jason Sidney Sanford (Neptune), Thalia Zedek (Come) und Gavin McCarthy (Karate) ihren Weg unbeirrt fortsetzen. Die Tourneen, die dem allenthalben in den höchsten Tönen gelobten Erstling aus dem Jahre 2016 folgten, haben das Trio noch enger zusammenrücken lassen, gleichzeitig kommt auf den Spuren von Mission Of Burma, Gang Of Four oder Young Marble Giants auch dem bereits im LP-Titel anklingenden Negativraum mehr Bedeutung zu. Bisweilen scheint es dabei, als würden die drei Musiker alle erdenklichen Genres aufsaugen und experimentierfreudig zerstückeln, nur um sie mit unbändiger Punkrock-Wucht wieder auszuspucken - oder wie Thalia Zedek es ausdrückt: "Ganz zu Beginn waren es nur Jason und ich, die Lärm gemacht haben. Dann kam das Schlagzeug dazu, und jetzt haben wir uns in ein Monster mit sechs Händen und drei Stimmen verwandelt." Kein Wunder also, dass der vorab aus Negative Work ausgekoppelte Track "Untie Me" ausgerechnet von Drummer McCarthy gesungen wird! Bevor E im Juni in Freiburg, Oberhausen, Potsdam und Berlin auch wieder auf deutschen Bühnen für Aufruhr sorgen werden, beantwortete Thalia Zedek unsere zehn Fragen.

1. Was ist deine Definition von "guter Musik"?

Musik, die dir ein Gefühl des Freiseins vermittelt und die du sofort "verstehst", auch wenn der Text in einer Sprache gesungen wird, die du nicht sprichst.

2. Was war der wichtigste Einfluss bei den Aufnahmen zur neuen Veröffentlichung?

Ich spreche nur für mich, aber ich muss sagen, dass das politische Klima in den USA einen ziemlich großen Einfluss auf meine Texte hatte. Trump wurde weniger als eine Woche, bevor unser erstes Album veröffentlicht wurde, gewählt und er begann seine Amtszeit als Präsident mit allem, was daran hing, während wir auf Europa-Tournee waren. Wir sind anschließend buchstäblich in ein anderes Land zurückgekehrt als das, was wir verlassen hatten.

3. Warum sollte jeder deine neue Veröffentlichung kaufen?

Weil du dieses Jahr sonst wohl kaum mehr Musik zu hören bekommen wirst, die so eindringlich, ernsthaft, wissenschaftlich und sexy ist wie die auf diesem Album. Der Horrorshow-Spaß von "Cannibal Chatroom" wird deine Gefühle genauso in Aufruhr versetzen wie die tödliche Ernsthaftigkeit von "Hollow" und die ungezügelte Virilität von "Untie Me". "Negative Work" wird mit dir spielen wie ein Flipper, bei dem du alle Bumper triffst.

4. Was hast du dir von deiner ersten Gage als Musiker gekauft?

Auch wenn ich mich nicht mehr konkret daran erinnere - ich bin mir ziemlich sicher, dass es ein Drink war!

5. Gab es einen bestimmten Auslöser dafür, dass du Musiker werden wolltest?

Es gab da diese Lehrerin, als ich zehn war. Miss Pierce hat eine große Rolle gespielt. Sie war die einzige Musiklehrerin der Schule und auch noch die Klassenlehrerin in meiner Stufe, aber weil sie zu beschäftigt war, sich um beides zu kümmern, hat sie uns einfach Mathe- und Englischarbeitshefte gegeben, mit denen wir uns allein beschäftigt haben, und stattdessen hatten wir praktisch jeden Tag nichts als Musikunterricht. Für mich war das das Allergrößte!

6. Hast du immer noch Träume - oder lebst du den Traum bereits?

Natürlich habe ich noch Träume, aber je älter ich werde, desto leichter fällt es mir zu akzeptieren, dass viele Träume nur durch Glück Realität werden und deshalb vermutlich nicht erfüllt werden. Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass es manchmal mit harter Arbeit doch noch funktionieren kann.

7. Was war deine größte Niederlage?

In puncto Musik war es sicherlich, als Chris Brokaw und ich beim BBC Radio in London zu Gast waren, um ein Akustik-Duo-Set als Promotion für die damals aktuelle Come-Platte und -Tournee zu spielen. Als wir ankamen, wurde uns gesagt, dass wir leise sein sollten, weil Nick Cave im Studio nebenan eine ähnliche Promosache hätte. Wir waren damals große Nick-Cave-Fans und ich war ganz aus dem Häuschen. Irgendwann durften wir dann ins Studio und spielten unser Unplugged-Set. Damals habe ich viel geraucht und erschöpft war ich auch, also war meine Stimme besonders heiser. Gleich zu Beginn unseres Sets schaute ich hoch und sah Nick Cave, wie er uns durch die Glasscheibe zusah, und prompt bekam ich einen Hustenanfall, von dem ich mich nicht erholen konnte. Wir mussten aufhören zu spielen. Ein absoluter Reinfall! (Don't smoke, kids!)

8. Was macht dich derzeit als Musiker am glücklichsten?

Musik mit meiner Band zu machen und auf Tour zu gehen. Nach all den Jahren ist es immer noch genau das!

9. Welches ist das schlechteste Lied, das je geschrieben wurde?

Das ist leicht! "Ob-la-di Ob-la-da" von den Beatles.

10. Wer - tot oder lebendig - sollte auf deiner Gästeliste stehen?

Patti Smith, weil sie so ein großer Einfluss für mich gewesen ist. Es wäre großartig, wenn Thurston Moore E hören würde, denn ich denke, musikalisch gibt es da eine Menge Gemeinsamkeiten, und Roland S. Howard, weil ich ihm gerne mal die Hand schütteln würde.

Weitere Infos:
www.abandcallede.com
www.facebook.com/abandcallede
abandcallede.bandcamp.com
Text: -Gaesteliste.de-
Foto: -Kelly Davidson-
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Aktueller Tonträger:
Negative Work
(Thrill Jockey/Rough Trade)




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