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DOWNPILOT
Downpilot
"Musik sollte immer ein schönes Hobby bleiben", sangen Kettcar einmal. Paul Hiraga, der Tausendsassa hinter Downpilot, hat diese Binsenweisheit seit jeher befolgt. Trotzdem war der sympathische Multiinstrumentalist und Studiotüftler aus Seattle in den letzten Jahren gleich mehrfach kurz davor, alles hinzuwerfen oder zumindest auf das Veröffentlichen von Platten und das Unternehmen von kraftraubenden Konzerttourneen zu verzichten. Irgendwann packte es den Singer/Songwriter dann aber glücklicherweise doch wieder. Nach vierjähriger Veröffentlichungspause meldet er sich nun mit seinem neuen Album "Radio Ghost" zurück, bevor er im November auch wieder auf deutschen Bühnen stehen wird. "Ich war nicht sicher, ob ich je ein weiteres Album veröffentlichen würde, aber diese Dinge ließen sich nicht begraben", lässt er sich im Waschzettel zum neuen Album zitieren. "Doch die Zeit heilt alle Wunden, und es gibt immer die Bewegung weg von der Traurigkeit hin zu etwas Hoffnungsvollem."

"Leaving Not Arriving" ist schließlich seit jeher das Motto des Amerikaners, und das Rastlose steckt auch in der neuen Platte, die streckenweise etwas psychedelischer geraten ist, aber dennoch an alte Stärken der vier allenthalben hochgelobten Vorgänger zwischen handgemachtem Americana-Traditionalismus und atmosphärischer Red House Painters-Anmut anknüpft. Pünktlich zur Veröffentlichung stellte sich Paul Hiraga unseren zehn Fragen.


1. Was ist deine Definition von "guter Musik"?

Ich denke, das ist alles, was dich auf irgendeine Weise bewegt, ganz egal, ob es sich um Meisterwerke oder um "guilty pleasures" handelt. Ich bin nicht hier, um über andere zu richten (auch wenn ich das in der Vergangenheit schon oft getan habe).

2. Was war der wichtigste Einfluss bei den Aufnahmen zur neuen Veröffentlichung?

Ich habe im letzten Herbst beinahe einen Freund bei einem schlimmen Unfall verloren. Das hat meine ganze Herangehensweise an die Aufnahme des neuen Albums verändert. Das hat gewissermaßen die spirituelle Seite der Songs in den Vordergrund gerückt, meditativ und stärker "psychedelisch", wenn du so willst. Auch wenn die Songs sich in düstere Ecken vorwagen, sind sie doch richtig lebensbejahend.

3. Warum sollte jeder deine neue Veröffentlichung kaufen?

Du lieber Himmel! Hab ich nicht Leute, die ich dafür bezahle, diese Fragen für mich zu beantworten? Ich bin der fürchterlichste Selbstpromoter, schaut euch nur mal meine armselige Facebook-Seite an. Nächste Frage!

4. Was hast du dir von deiner ersten Gage als Musiker gekauft?

Ich würde gerne sagen, dass ich mir eine neue Gitarre gekauft habe, aber es war vermutlich ein Beutel voll Pot.

5. Gab es einen bestimmten Auslöser dafür, dass du Musiker werden wolltest?

Ich denke nicht, dass es einen besonderen Moment gegeben hat, in dem ich dachte: "Hey, das ist genau das, was ich machen will." Musik war mein Hauptaugenmerk, solange ich denken kann. In der Grundschule saß ich im Unterricht und malte aufwendige Bühnenpläne, mit Türmen von Keyboards und Gongs und so - das war immerhin in den 70ern! Kein Wunder eigentlich, dass ich nicht gut in Biologie war!

6. Hast du immer noch Träume - oder lebst du den Traum bereits?

Natürlich träumt jeder Musiker zu Beginn seiner Laufbahn davon, ein Superstar zu werden, aber ich weiß inzwischen, dass ich unter so viel Aufmerksamkeit zusammenbrechen würde. Es geht mir deshalb mehr darum, meine künstlerischen Visionen zu realisieren, anstatt die Akzeptanz der Massen zu erlangen. Natürlich wäre ein bisschen Geld schon hilfreich.

7. Was war deine größte Niederlage?

Viel Geld mit der Musik zu verdienen (siehe vorherige Frage).

8. Was macht dich derzeit als Musiker am glücklichsten?

Der Prozess, ein neues Album aufzunehmen, bringt die größte Freude mit sich und gleichzeitig auch die schlimmste Verzweiflung. Ich denke, das ist nun einmal der Lauf der Dinge.

9. Welches ist das schlechteste Lied, das je geschrieben wurde?

Eines Tages werde ich meine B-Seiten veröffentlichen...

10. Wer - tot oder lebendig - sollte auf deiner Gästeliste stehen?

Es ist schade, dass unsere Lehrer zumeist nie sehen, was aus ihren Schülern geworden ist. Deshalb würde ich meinen Junior-High-School-Musiklehrer einladen. In der Rückschau war er ein verdammter Tausendsassa.

Weitere Infos:
www.downpilot.com
www.tapeterecords.de/artists/downpilot/
Text: -Gaesteliste.de-
Foto: -Pete Hilgendorf-
Downpilot
Aktueller Tonträger:
Radio Ghost
(Tapete Records/Indigo)




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