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LILLY AMONG CLOUDS
Lilly Among Clouds
Nein, ein komplettes Album hat Lilly Brüchner alias Lilly Among Clouds noch gar nicht veröffentlicht, aber allein mit ihrer vor Kurzem erschienenen namenlosen Fünf-Track-EP hat die 26-jährige Würzburgerin schon eine Menge Staub aufgewirbelt. Kunststück, verbindet die zierliche Dame am Piano mit der immer etwas ungewöhnlich, aber stets besonders klingenden, ungemein voluminösen Gänsehaut-Stimme doch klassische Singer/Songwriter-Tugenden mit einem großen Herz für zeitgemäße Popmusik mit elektronischen Anrufezeichen so perfekt wie sonst derzeit wohl niemand in Deutschland und sortiert sich so mühelos dort ein, wo die Musikhistorie zwischen Norah Jones, Fiona Apple und Rihanna noch ein Plätzchen frei gelassen hat.

Ihre schwelgerisch-ergreifenden Songs zeichnet eine heitere Gelassenheit aus, denn sie haben durchaus Bombast und Pathos, kommen aber ohne das übertriebene Gehabe aus, das zumeist damit einhergeht, sind oft auch melancholisch, aber ohne Kitsch. Dabei gelingt es Lilly, persönlich gefärbte Texte jenseits des reinen Tagebuchvertonens, noch dazu in hierzulande sonst selten gutem Englisch, allgemein erlebbar zu machen. Vermutlich dürfen wir dafür auch ihrer amerikanischstämmigen Mutter danken.

Auch ohne Album im Rücken reißen sich deshalb inzwischen nicht nur die Online-Medien wie wir um die junge Musikerin, die zuvor eine Zeit lang als Lilly Among Thorns aufgetreten ist. Features bei BR Puls oder Deutschlandradio sorgen derzeit dafür, dass viele Konzerte der derzeit laufenden Tournee schon im Vorverkauf ausverkauft sind. Dabei unterstreichen ihre Auftritte auch ihre Wandlungsfähigkeit. Zusammen mit den Gisbert zu Knyphausen-Mitstreitern Gunnar Ennen und Sebastian Deufel lässt Lilly ihre Lieder auf der Bühne nämlich ein gutes Stück handgemachter klingen als auf der von Udo Rinklin (u.a. Tonbandgerät, Philipp Poisel) produzierten EP, ohne dass man deshalb den produktionstechnischen Glanz der Studioversionen vermissen würde. Außerdem unterstreichen die Konzerte eindrucksvoll, dass Lilly noch eine ganze Reihe mehr Hits hat als die fünf, die sich auf ihrem ersten Tonträger finden.

Im Laufe des Jahres dürfen wir uns also auf eine tolle Debüt-LP von Lilly Among Clouds freuen, vorab allerdings beantwortete sie unsere zehn Fragen.


1. Was ist deine Definition von "guter Musik"?

Dafür müsste ich erst mal wissen, was "böse Musik" ist, um diese Frage politisch korrekt zu beantworten (lacht). Nee, Spaß! Ich beurteile Musik selten nach Geschmack, sondern danach, ob jemand Herz und Emotionen reinlegt. Mancher Musik hört man dann doch an, dass sie eher nach Marketing-Muster entstanden ist. Dass Musik aber auch einfach nur tanzbar und Spaß sein kann, schließe ich damit nicht aus. Spaß ist ja auch eine Emotion. Grundsätzlich höre ich viel genreübergreifende Musik - die ist selten auf eine bestimmte Art von Kunst festgelegt.

2. Was war der wichtigste Einfluss bei den Aufnahmen zur neuen Veröffentlichung?

Das war zum einen leckeres italienisches Essen, gleich in der Nähe vom Studio in Metzingen. Das hat unsere Produktivität bei den Sessions um 200 Prozent gesteigert. Dazu kommt Udo Rinklins große Fähigkeit, mit meiner Art und meinen Schwächen umzugehen. Bei bestimmten Dingen im Studio bin ich sehr effektiv und schnell, z.B. beim Gesang. Allerdings kann ich auch manchmal sehr verkopft sein und somit unsicher, wenn mal etwas schwieriger wird als gedacht. Udo hat das immer schon im Ansatz erkannt und mir entweder eine andere Aufgabe gegeben oder das Richtige zu sagen gewusst. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.

3. Warum sollte jeder deine neue Veröffentlichung kaufen?

Ich glaube, meine Stimme ist etwas eigen, und trotzdem schreibe ich gerne klassische Popmelodien. Wenn man sich also mit der Stimme anfreunden kann, kann man Pop hören, den man nicht schon genau so hundertmal gehört hat. Das Gleiche wollen wir bald mit dem ersten Album erreichen. Ich wünsche mir immer, dass ein Album einen Soundtrack zum Leben abgibt und dabei ehrlich ist. Da das ja jeder an Musik mag, sollte jeder das Album kaufen (lacht).

4. Was hast du dir von deiner ersten Gage als Musiker gekauft?

Katzenfutter - und Blaubeeren. Ich liebe Blaubeeren.

5. Gab es einen bestimmten Auslöser dafür, dass du Musiker werden wolltest?

Die Zuhörer. Als ich mich nach Ewigkeiten mit meinen Liedern mal auf die Bühne getraut habe, wurde ich oft nach einer Wiederholung gefragt. Nachdem klar war, dass ich nach meinem Studium erst mal nicht arbeiten möchte, und ich einige sehr tolle Menschen getroffen habe, die mir helfen, die Musik auf ein Album und auf Tour zu bringen, habe ich Herz und Mut zusammengenommen und bin das Musikmachen einfach mal ernsthaft angegangen. Die nächsten paar Jahre ist das jetzt also mein Beruf. Vermutlich war das Musikerherz irgendwie schon immer da, die Vernunft hat nur ständig dazwischengefunkt.

6. Hast du immer noch Träume - oder lebst du den Traum bereits?

Ehrlich gesagt kann ich mich eigentlich nie an meine Träume erinnern, wenn ich aufwache. Sehr schade, ich weiß.

7. Was war deine größte Niederlage?

Ich hatte mich mal einfach bei einem Wettbewerb für die Waldbühne in Berlin beworben, aus meinem Jugendzimmer zu Hause. Ich war am Ende unter den Finalisten. Da ich aber fürs Abi lernen wollte, habe ich abgesagt. Drei Jahre später habe ich dann erfahren, dass das eine richtig schöne große Sache gewesen wäre. Und noch besser: Ich hatte an dem Tag eh nicht gelernt und bin nur zu Hause rumgesessen.

8. Was macht dich derzeit als Musiker am glücklichsten?

Dieses Jahr wird es endlich, endlich, endlich mein erstes Album geben!

9. Welches ist das schlechteste Lied, das je geschrieben wurde?

Ein Kinderlied, das ich fast jeden Morgen vor meinem Kleiderschrank als Ohrwurm habe: "Was zieh ich an, was zieh ich an, damit man mich auch gut sehen kann? Gelb leuchtet hell, Rot sieht man schnell, Grau oder Braun, das sieht man kaum. Was zieh ich an, was zieh ich an, damit man mich besser sehen kann..." Das ist ein Verkehrssicherheitslied für Kinder von Rolf Zuckowski.

10. Wer - tot oder lebendig - sollte auf deiner Gästeliste stehen?

Amy Winehouse. Ich würde ihr gerne backstage sagen, dass ich nie Fan war von dieser Paparazzi-Hetze gegen sie.

Weitere Infos:
www.lillyamongclouds.com
www.facebook.com/music.lilly
Text: -Gaesteliste.de-
Foto: -Pressefreigabe-
Lilly Among Clouds
Aktueller Tonträger:
Lilly Among Clouds EP
(Among Clouds Records/Broken Silence)




Lilly Among Clouds

 
 

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