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KIRSTEN LUDWIG
Kirsten Ludwig
Ursprünglich stammt die Kanadierin Kirsten Ludwig aus Calgary in der Provinz Alberta in der Mitte des Landes. Heutzutage lebt sie aber in Victoria, einer Stadt auf Vancouver Island an der Westküste Kanadas - wo sie sich der dortigen Musikszene angeschlossen hat. Ocie Elliot etwa oder Twin Bandit kommen auch aus dieser Gegend - und natürlich kennt man sich untereinander. Bislang hat Kirsten zwei Tonträger veröffentlicht: Ihre LP "We Get It Now" aus dem letzten Jahr und die EP "Wasted Time", die sie eigens für ihre aktuelle Tour einspielte. Anders als viele ihrer Landsleute hat sich Kirsten musikalisch aber nicht auf die reine Lehre der Americana-Musik versteift, sondern einen recht eigenen musikalischen Stil entwickelt, bei dem es nicht nur um Storytelling in einem bestimmten Genre wie etwa dem Folkpop geht, sondern auch um Klang und Struktur. "Ich mache offiziell erst sein fünf Jahren Musik", erklärt Kirsten diese Entwicklung, "und ich denke, dass das eine Art natürlicher Entwicklung für mich war, die durch mein Interesse an Folk-Sachen wie Joni Mitchell, aber auch Popmusik und Indie Musik herrührte. Und natürlich haben auch die Leute, mit denen ich zusammenarbeitete, einen großen Einfluss auf meinen Stil. Ich wüsste aber nicht, wie ich meinen Stil als Genre beschreiben sollte, denn manchmal bin ich selbst von der Richtung überrascht, in die meine Songs abdrehen. Hauptsache es gibt eine gute Melodie." Das braucht ja auch nicht definiert zu werden. Kirstens eklektischer Geschmack manifestiert sich jedenfalls bis heute auch dadurch, dass sie in ihren Live-Shows Coversionen einbaut - etwa von Neil Young oder der Band Dawes - und sich diese dann ziemlich radikal und konsequent zu eigen macht. Inhaltlich geht es bei Kirsten dabei um die Veränderung und Veränderungen dann auch zu akzeptieren. Interessanterweise entstehen viele ihrer Stücke auch indem sie sich mit ihrem Dayjob als Buchhalterin auseinandersetzt und dann zu Textzeilen kommt wie "Let me remind you that I am not a business deal". Das alles klingt zumindest so außergewöhnlich, dass wir Kirsten baten, unsere berüchtigten zehn Fragen zu beantworten.

1. Was ist deine Definition von "guter Musik"?

Ich denke, dass es bei guter Musik um die Balance zwischen Intuivität und guter Planung geht. Ich kann zum Beispiel immer erkennen, welche Absicht hinter dem Songwriting oder der Produktion steckt. Und wenn so etwas nicht erkennbar ist, finde ich das uninteressant. Wie jeder andere auch, will ich eine Beziehung zu der Musik haben, die ich höre - und für mich ist es wichtig, dass da eine inhaltliche und klangliche Tiefe erkennbar ist. Außerdem glaube ich, dass die meisten Menschen erkennen können, wenn ein Song oberflächlich ist.

2. Was war der wichtigste Einfluss bei den Aufnahmen zur neuen Veröffentlichung?

Tatsächlich habe ich nichts Spezifisches angehört oder nach einer bestimmten Inspirationsquelle gesucht, als ich die Songs aufnahm. Ich denke aber, dass es unterbewusst schon etwas gab - aber für mich fühlte sich alles an, wie meine ureigene Entdeckungen. Ich wusste lediglich, dass ich epische Songs mit interessanten Gitarrensounds und einer interessanten Rhythmus-Sektion haben wollte.

3. Warum sollte jeder deine neue Veröffentlichung kaufen?

Na weil es etwas für jedermann bietet. Die Texte sind neugierig formuliert und jeder wird seine eigene Bedeutung darin erkennen können. Ich bin superstolz auf die Klanglandschaften, die Layten Kramer, Colin Stewart und ich erzeugt haben. Die Songs sind interessant, einzigartig und schwer zu kategorisieren.

4. Was hast du dir von deiner ersten Gage als Musiker gekauft?

Also bei meinem ersten Gig ging das ganze Geld an den Gitarristen, der mich begleitete. Ich denke aber, dass ich generell mein erstes Geld gleich wieder in meine Musik investiert habe, um weiter aufnehmen und touren konnte. Ich habe mir so auch meine wunderschöne Hagström Gitarre aus den 70ern gekauft.

5. Gab es einen bestimmten Auslöser dafür, dass du Musiker werden wolltest?

Das war - ehrlich gesagt - ein gradueller Prozess. Ich erinnere mich daran, dass ich einige Probleme mit Beziehungen hatte, als ich aufwuchs und die einzige Möglichkeit, meine Gefühle in den Griff zu bekommen, war Songs zu schreiben. Ich erinnere mich auch daran, wie ich meine Mutter beim Gitarre-Spielen zusah als ich 14 war und dachte, dass das coolste sei, was es gibt. Also habe ich mit das Spielen beigebracht - und nie wieder zurück geblickt.

6. Hast du immer noch Träume - oder lebst du den Traum bereits?

Ich habe dauernd Träume. Ich versuche immer gegenwärtig zu sein und jede Gelegenheit, die sich mir bietet, mitzunehmen. Aber ich würde schon gern ausverkaufte Shows spielen und Musik als Beruf ausüben. Ich würde auch gerne mal eine Filmmusik schreiben und Stücke für andere Künstler schreiben.

7. Was war deine größte Niederlage?

Ich denke, dass die Zurückweisung durch die Musikindustrie für mich schwierig ist, weil mein Genre schwierig zu kategorisieren ist. Manchmal denke ich, dass ich nirgendwo hin passe. Ich bin eine sensible Person und vom Publikum, der Kritik und den möglichen Ressourcen zurückgewiesen zu werden, ist hart - aber letztlich habe ich eine dicke Haut entwickelt und mir abgewöhnt, die Meinung anderer wichtig zu nehmen.

8. Was macht dich derzeit als Musiker am glücklichsten?

Scheiben aufzunehmen. Ich liebe es, im Studio zu sein und dort lange herumzuarbeiten und seltsame Geräusche zu fabrizieren. Ich liebe es auch mit einer ganzen Band zu spielen. Es macht so viel Spaß, loszurocken und sich im Sound zu verlieren.

9. Welches ist das schlechteste Lied, das je geschrieben wurde?

"There You Are" (von Kirsten Ludwig)

10. Wer - tot oder lebendig - sollte auf deiner Gästeliste stehen?

Joni Mitchell - weil sie die Königin ist. Und alle Mitglieder von Uriah Heep. Warum? Hört sie euch an und dann denke ich, dass ihr das verstehen werdet.

Weitere Infos:
www.kirstenludwigmusic.com
www.facebook.com/kirstenludwigmusic
www.youtube.com/watch?v=Esk2WcvzTF8
www.youtube.com/watch?v=nwrhGbpi50Y
Text: -Gaesteliste.de-
Foto: -Ullrich Maurer-
Kirsten Ludwig
Aktueller Tonträger:
Wasted Time
(Oscar Street)


Kirsten Ludwig

 
 

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