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THE DUKE SPIRIT
The Duke Spirit
Nachdem ihr Debüt "Cuts Across The Land" vor drei Jahren nicht nur uns, sondern auch etwa die Kollegen des Rolling Stone zu Jubelarien hingerissen hatte, legt die britische Band nun mit "Neptune" ein wirklich packendes Album nach. Die Band liebt auch weiterhin hörbar 60s Soul und R&B genauso wie The Jesus And Mary Chain, mit den Seelenverwandten Black Rebel Motorcycle Club war das Quintett zudem unlängst auf USA-Tournee. Doch so roh und ungeschliffen wie The Duke Spirit auch geblieben sind: Die Sessions in den Weiten der Einöde von Joshua Tree im Südosten Kaliforniens lassen Songs und Arrangements mehr atmen, insgesamt ist die Musik von The Duke Spirit hörbar variantenreicher geworden. Wir sprachen mit Frontfrau Liela Moss.

1. Was ist deine Definition von "guter Musik"?

Sie muss ehrlich sein. Außerdem gefällt es mir, wenn sie so klingt, als sei sie aus Intuition heraus entstanden. Es muss ein bisschen Magie im Spiel sein, es darf nicht alles durchgeplant sein.

2. Was war der wichtigste Einfluss bei den Aufnahmen zur neuen Veröffentlichung?

Textlich vermutlich Alkohol und ein gebrochenes Herz, und was die Atmosphäre angeht, die Wüste von Joshua Tree.

3. Warum sollte jeder eure neue Veröffentlichung kaufen?

Oh, da tun sich ja ungeahnte Möglichkeiten auf (lacht). Jeder sollte das Album kaufen, weil es als Ganzes eine Reise ist, die dir die Pforten zu einem ganz neuen Universum öffnen wird. Du wirst die Platte zumindest für die kommenden drei Jahre ständig bei dir haben wollen! Es ist die Art Sammlung von Songs, die man in den nächsten paar Jahren einfach gerne in der Tasche hat. Sie wird dich in guten, schlechten und seltsam psychotischen Zeiten begleiten (lacht)!

4. Was hast du dir von deiner ersten Gage als Musiker gekauft?

Oh, gute Frage, lass mich mal überlegen. Ich glaube, es war ein neues Mikro! Vielleicht bin ich inzwischen etwas lauter, aber anfangs hatte ich Probleme, mich auf der Bühne stimmlich durchzusetzen, bis jemand ein anderes Mikro empfahl. Er sagte: Wenn du dein eigenes SM 57 Beta hast - so heißt das! -, kannst du es bei jedem Konzert benutzen und es gibt dir ein Quäntchen mehr Power. Also habe ich mir für 90 Pfund eins gekauft. Außerdem habe ich mir Klamotten gekauft, ich bin halt ein Mädchen!

5. Gab es einen bestimmten Auslöser dafür, dass du Musiker werden wolltest?

Meine Mutter war sehr musikalisch, deshalb war Musik bei uns zu Hause immer ein Thema. Irgendjemand spielte immer Klavier und es wurde viel gesungen, deshalb war es für mich von Anfang an immer Teil meines Lebens, zu singen. Natürlich sind wir auch an Weihnachten alle zusammengekommen und haben gesungen. Für mich war das völlig normal, erst später habe ich gemerkt, dass das in anderen Familien womöglich gar nicht so üblich ist. Als Teenager habe ich mich dann für Alternative Music interessiert. Das war auf jeden Fall ein Wendepunkt.

6. Hast du immer noch Träume - oder lebst du den Traum bereits?

Im Moment lebe ich den Traum! Meine Freunde fragten mich: "Sollen wir Dienstagabend irgendwas zusammen machen?" Ich antwortete nur: "Nee, ich bin in Hamburg und gebe Interviews!"

7. Was war deine größte Niederlage?

Ich bin wirklich sehr traurig, dass ich nie Klavierspielen gelernt habe. Meine Mutter war Musiklehrerin, aber sie war immer sehr beschäftigt. Außerdem habe ich mich in der Schule mehr für Kunst interessiert, und sie wollte mich nicht drängen, ein Instrument zu lernen. Ich hab es dann später einige Jahre mit dem Cello probiert und auch mit anderen Instrumenten, aber ich war nirgends richtig gut. Heute ärgere ich mich sehr darüber, denn mit Mitte 20 habe ich nun das Gefühl, dass es zu spät ist. Ich versuche jetzt, mir das Klavierspielen selbst ein wenig beizubringen, aber als junges Mädchen wäre es mir vermutlich leichtergefallen. Dann könnte ich mich jetzt wie eine richtige Musikerin fühlen, nicht nur wie eine Witzfigur!

8. Was macht dich derzeit als Musiker am glücklichsten?

Das Auf-Tour-Sein. Auch wenn wir ziemlich viel unterwegs waren, finde ich es immer noch absolut wundervoll! Es ist fast so, als würdest du in ein anderes Universum transportiert!

9. Welches ist das schlechteste Lied, das je geschrieben wurde?

Es gibt so viele schlechte Songs! Vielleicht etwas von Bon Jovi? Sie haben einen der lustigsten, albernsten Songs überhaupt geschrieben! Wie heißt er noch gleich? "Livin' On A Prayer"! Eigentlich ist das ein wirklich großartiger Song, einer, den wir auf einer langen Autofahrt sicherlich alle gerne hören würden... "we're halfway there"..., aber auf dem gleichen Album finden sich sicher einige der schlimmsten Hairspray-Rocksongs aller Zeiten. Zu der Band habe ich eine Hassliebe-Beziehung, seit ich ein Kind war.

10. Wer - tot oder lebendig - sollte auf deiner Gästeliste stehen?

Ich würde mich sehr freuen, wenn Paul Simenon von The Clash zu einer unserer Shows kommen würde, und ich bin sehr froh, dass er noch lebt, aber wenn das kein Muss ist, sicher auch noch Joe Strummer. Und weil gerade "La Vie En Rose" einen Oscar gewonnen hat, habe ich über Edith Piaf nachgedacht, über die Ära, in der sie gelebt hat, wie sie auf ihre seltsame Art gesungen hat, so stark, und doch so zerbrechlich... Ich hätte sie wirklich gerne zu einer unserer Shows eingeladen, um herauszufinden, was sie von einer Rock N Roll / Punkrock-Sängerin [wie mir] halten würde.

Weitere Infos:
www.thedukespirit.com
www.myspace.com/thedukespirit
Text: -Gaesteliste.de-
Foto: -Pressefreigabe-
The Duke Spirit
Aktueller Tonträger:
Neptune
(Pias/Rough Trade)




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