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Konzert-Bericht
 
Fieh is in da House

Fieh

Köln, Jaki
28.09.2022

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Fieh
"Als wir heute aus Berlin ankamen, war ich total durchgeschwitzt", erklärte Sofie Tollefsbøl, die quirlige Frontfrau des norwegischen Ensemble Fieh bei ihrer Show im Kölner Jaki-Club, "da war ich natürlich erfreut, dass es hier einen netten Backstage-Raum mit einer Dusche gibt. Nun bin ich zum ersten Mal gereinigt. Ich hatte allerdings nicht erwartet, dass ihr mich nun zum zweiten Mal reinigen würdet. Danke, Köln, dass ihr heute zu unserer Show gekommen seid!" Im Folgenden konnte sich die Gute gar nicht mehr einkriegen vor Begeisterung über den (spirituellen) Zuspruch bei der ersten Fieh-Show in der Domstadt überhaupt. Ehrlich gesagt, konnte sich Sofie überhaupt nicht über irgendetwas einkriegen und zeigte sich vollkommen begeistert von so ziemlich allem: Den Kleidungsstücken, die sich die Band an irgendwelchen Tankstellenshops oder 2nd Hand-Geschäften gekauft hatten, um sich dem deutschen Lebensgefühl besser anpassen zu können, den Nachnamen ihres Tour-Keyboarders Kai von der Lippe (und die verschiedenen Bedeutungen, die eben dieser Name und dessen Herkunft haben könnte), den Zuspruch des Publikums natürlich und auch die eigene Musik und die Beiträge ihrer Musiker, die sie - oft mit dem Rücken zum Publikum oder auf dem Boden kauernd - feierte, beklatschte oder betanzte. Und überhaupt tanzen: In Sachen Spontanchoreografie macht Sofie (und ihrer Gesangskollegin Thea Lien) so schnell niemand etwas vor.
Worum geht es aber eigentlich? Nun: Das norwegische Ensemble wollte mit dem zweiten Album "In The Sun In The Rain" die Fesseln der Pandemie abschütteln und der neu gewonnenen Lebensfreude ein musikalisches Denkmal setzen - dankbar dafür, dass man auch wieder raus in die Sonne, in den Regen - oder eben auch auf Tour gehen konnte. Letzteres auch eine Inspiration für die Begeisterungsschwalle, die die hyperaktive Frohnatur Sofie Tollefsbøl da immer wieder zum Ausdruck brachte - endlich wieder vor Publikum auftreten zu können. Und nachdem man zuvor gerade auf dem Reeperbahn Festival und danach in Berlin gespielt hatte, war man nun auch in Köln angelangt (bevor es am Tag danach noch nach Erfurt gehen sollte). Eigentlich ist Fieh ja ein Oktett. Für die Tour hatte man indes auf die Bläsersektion verzichtet und spielte das Programm eher im jazzigen Funk-Modus als auf die soulige Manier, die auf den Tonträgern bevorzugt dargeboten wird. Überhaupt fiel auf, dass die Setlist - ganz im Sinne der musikalischen Mittsommer-Feier, die Fieh da offensichtlich mit dem Publikum zelebrierte - fast alle Up-Tempo-Hits wie "Fast Food", "Grendehus Funkadelic" (den Sofie mit einer radebrechend ins nichts führenden, allegorischen Geschichte über die Party und das Haus, bei/in der/dem der Song wohl entstanden war, einleitete) oder den Signaturesong "Glu" enthielt - aber nur wenige balladeskere Nummern wie "Telephone Girl" (was aber auch ordentlich funkte) oder "Anger Management (Jesus)". Bemerkenswert in diesem Zusammenhang war der Umstand, wie konsequent die Jazz-Partien - seitens Herr Von der Lippe, Gitarrero Jørgen Kasbo und natürlich auch Band-Mitbegründer Ola Øverby, der mit seinen knackigen Drumrolls immer wieder für Akzente sorgte - ausgelebt wurden, ohne diese etwa für ein Pop-orientiertes Publikum gefälliger zu gestalten. Sofie selbst griff noch gelegentlich zu einem Tambourin und ein Mal auch zu einer Querflöte - alles andere aber erschloss sich dann aus dem swingenden Zusammenspiel der ganzen Band... sofern man die überhaupt sehen konnte, denn Sofie zog wie ein Magnet die ganze Aufmerksamkeit auf sich.
Kurzum: Genre- und Generationen-übergreifende Crossover-Bands wie Fieh gibt es ja nicht so häufig. Und Shows wie die im Jaki auch nicht. Als Sofie dann gegen Ende der Show aus dem "Texas Girl" noch ein Augenzwinkerndes "Köln Girl" machte, konnte sie sich sicher sein, das Publikum (von dem ja auch noch nicht so viele in den Genuss einer Fieh-Show gekommen sein konnte) für sich gewonnen zu haben.

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Surfempfehlung:
www.fiehmusic.com
www.facebook.com/fiehfiehfieh
www.instagram.com/fiehfiehfieh
www.youtube.com/watch?v=t_6xShx9Mxo
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
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