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No Use For A Name
Useless ID

Hannover, Musikzentrum Nord
22.08.2005
No Use For A Name
Kurz nach 21 Uhr in Hannover. Vor dem Musikzentrum stehen viele Leute. Zu viele könnte man denken. Ausverkauft? Verspäteter Beginn? Probleme? Nein, die Creetins haben bereits gespielt und die Zuschauer kühlen sich ab. Denn in der an sich sehr ungemütlichen, aber dennoch mit einem seltsamen Charme ausgestatteten Halle im Industriezentrum ist es unerträglich heiß. Schwül, man schwitzt, man möchte raus. Aber gleich spielen Useless ID, die gar nicht mal schlechten Melody-Punker aus Israel. Auch an der einzigen Theke wird einem auch nicht kühler. Im Gegenteil. Vier überforderte (und nicht immer über-engagierte) Damen und Herren am Thresen versorgen knapp 400 durstige Punkrocker. Da ist Geduld gefragt.
Useless ID legen mit ihrem "Redemption"-Opener "It's Alright" passend los. Der Song kickt, die ersten tanzen und alle schwitzen. Auch die vielen Reservierten, die sich die Show erstmal aus den hinteren Reihen anschauen und natürlich auch die Band selber. Während die Axt-Männer gleich mal munter über die Bühne springen, braucht Sänger Yotam Ben Horin allerdings etwas, bevor er auftaut. Doch mit der Zeit wird das Ganze zu einer schönen Sache. Ein kleiner Circle-Pit, die besten Songs der neuen und alten Scheiben und ein paar sympathische, wenn auch standardisierte Sprüche. Egal, alles fein, das Bier schmeckt und Useless ID können ihren Gig als Erfolg verbuchen.

Das können später auch No Use For A Name. Keine Überraschung, denn die kalifornische Punkrock-Institution gehört nun mal zu den besten Live-Bands überhaupt und hat vermutlich noch keinen schlechten Gig gespielt. Auch diesmal brauchen sie nicht viel tun und gewinnen trotzdem leicht und locker. Einfach mal den "Making Friends"-Hit "Invincible" zu Beginn, gleich danach den Mitsing-Kracher "Dumb Reminders" und mit "On The Outside" den nächsten Klassiker. Was will man mehr? Besser geht es kaum und besser wird es auch nur noch selten. Sicher, das neue Album ist stark, sehr sogar, doch wenn man NUFAN auf der Bühne sieht, verlangt der Fan nach den wahren Krachern. Und die wurden nach dem furiosen Beginn leider nur noch sporadisch gespielt. Sicher, "Coming Too Close" brachte den Laden zum Beben, zu "Chasing Rainbows" kann man prima von der Bühne springen und "Soulmate" und das finale "Justified Black Eye" gehören zum Besten, was je aus Kalifornien kam. Daher war das Konzert super. Doch mit der Zeit gab es einen deutlichen "Keep Them Confused"-Überfluss. Das machte das Schwitzen vielleicht nicht erträglicher, gehört aber dazu. Und weil die Band einfach keine Phrasen braucht und sich erneut als ungemein sympathische Zeitgenossen präsentierten, mit denen man einfach gerne feiert, war es ein tolles Konzert. Mal wieder.


NACHGEHAKT BEI: NO USE FOR A NAME

Bereits Ende der 80er Jahre gründeten sich No Use For A Name und es dauerte nicht lange, bis sie sich einen ausgezeichneten Ruf in der kalifornischen Melodypunk-Szene erspielten. Und den haben sie noch immer. Gaesteliste.de fragte bei Sänger Tony Sly einmal nach.

GL.de: Euch gibt es jetzt fast 20 Jahre, vermisst du heute etwas von früher?

Tony Sly: Nur die Tatsache, dass wir damals jünger und unerfahrener waren. Sachen nicht zu wissen machte Spaß.

GL.de: Was war denn die aufregenste Phase der Band?

Tony Sly: Es ist immer spannend, wenn du eine Platte fertig hast und die erste Resonanzen bekommst. Gerade bei der "Leche Con Carne" (von 1995) passierte eine Menge, was sich natürlich toll anfühlte. Die beste Entscheidung war aber, mich ganz auf die Band zu konzentrieren und meinen Job als Tisch-Abwischer zu kündigen.

GL.de: Sind No Use für dich noch immer so wichtig wie damals?

Tony Sly: Ja! Vielleicht sogar noch wichtiger. Denn es ist mein Beruf, der niemals aufhört. Ich bin schließlich verheiratet und habe ein Kind.

GL.de: Bist du den mit dem Erfolg der Band zufrieden oder denkst du manchmal "Fuck, wir müssten viel größer sein!"?

Tony Sly: Ich kann nicht unglücklich sein. Wir haben nie etwas erwartet, also kann ich nicht der Meinung sein, wir sollten größer sein.

GL.de: Würdest du zustimmen, dass euer neues Album "Keep Them Confused" sowohl ein Schritt nach vorne, als auch zurück ist? Und würdest du ebenfalls zustimmen, dass es eine euer abwechslungsreichsten Platten ist?

Tony Sly: Absolut, ich stimme allen Punkten zu. Unser Bemühen war, uns nicht zu sehr zu bemühen, aber es wäre keine Kunst mehr, wenn man sich nicht stetig weiterentwickelt. Denn ich habe keine Lust, dass wir uns wiederholen, nur um mehr Alben zu verkaufen.

GL.de: Wie würdest du denn die Stimmung des Albums beschreiben?

Tony Sly: Dunkel und manchmal im positiven Sinne bedrückend. Wir waren zwei Monate in Costa Rica und haben dort gespielt und geprobt und das war großartig. Alles was wir in der Zeit getan haben, war spielen, surfen und essen.

Surfempfehlung:
www.nouse4aname.com
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Text: -Mathias Frank-
Foto: -Malte Polzin-

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