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Chaoten im Doppelpack

The Dwarves
Electric Eel Shock

Bremen, Tower
21.08.2005
The Dwarves
...könnte man sagen. Jedoch auf sehr unterschiedliche Weise. Electric Eel Shock, jene quirlige Gesandtschaft des japanischen Spinal Tap-Fanclubs traf auf die halb legendären Randalierer der Dwarves. Doch das Personal im Tower hatte vorgesorgt: Es gab weder Aschenbecher noch Bier in Flaschen. Ob es damit zu tun hatte, dass Dwarves Sänger Blag Dahlia mal von einem gewissen Josh Homme eine Bierflasche über den Kopf gezogen bekam, ist wohl eher unwahrscheinlich.
Der trotz der hohen Ticketpreise (immerhin 17 Euro an der Abendkasse) gut gefüllte Tower grüßte zunächst Electric Eel Shock. Diese boten mit Posen, Posen, und nochmals Posen neben ihrem abgedrehten Garagen-Metal auch noch etwas fürs Auge. Wer die Band schon leibhaftig erlebt hatte, wurde sich dessen bewusst, dass die Band tatsächlich jeden Abend abgeht wie Schmidts Katze, während den Novizen im Publikum der Atem stockte und man sich ungläubig, teils befremdet, teils amüsiert anstarrte. Meinen die das wirklich ernst? Drummer Gian trommelte bis auf die berühmte Socke nackt, Sänger und Gitarrist Aki spielte Soli in der bester (schlimmster?) 80er Jahre-Eddie Van Halen-Angeber-Manier und Bassist Kazuto gab den japanischen Dee Dee Ramone. Dazwischen Publikumsanmache, die jeder anderen Band peinlich wäre und die nicht klar zwischen Karikatur und Ernst einzuordnen war. Songtitel wie "I Can Hear Sex Noise" (aus dem aktuellen Album "Beat Me") und natürlich "Do The Metal" sprechen für sich.
Die Dwarves spielten nach kurzer Umbaupause einen Set, der zwar mit etwa 40 Minuten genauso lang (bzw. kurz) war wie der von Electric Eel Shock, bei ihnen aber schätzungsweise viermal so viele Songs umfasste. Sänger Blag Dahlia rannte wild auf der Bühne und bisweilen auch im Publikum umher, so dass man fürchten musste, er würde gleich irgendwem die Fresse polieren. Hat er dann aber doch nicht gemacht. Er ermutigte lediglich das Publikum dazu, sich zu verprügeln - ohne Aschenbecher und Bierflaschen, versteht sich. Verstärkt wurde die Band um Dahlia und den im Gegensatz zum EES Drummer völlig nackten Gitarristen He Who Cannot Be Named durch Teilzeit-Mitglied Nick Oliveri, der nach dem Rauswurf bei Queens Of The Stone Age und der Umstrukturierung von Mondo Generator offenbar nichts Besseres zu tun hat. Jedenfalls war er es, der gegen Ende des kurzen, aber wilden Rittes richtig Stimmung aufkommen ließ, als er "River City" und "Like You Want" hintereinander intonierte. Zuvor hatte er hinter Dahlia nur die zweite Geige gespielt, aber bei "You Gotta Burn" immerhin Feuer gespuckt. Als das Konzert allerdings nach Songs wie "Salt Lake City", "Astro Boy" und "Relentless" abrupt zuende war, nützen auch minutenlange Zugabenrufe nichts. Als ob echte Punkrocker Zugaben spielen würden...
Surfempfehlung:
www.thedwarves.com
www.electriceelshock.com
Text: -Christian Spieß-
Foto: -Pressefreigabe-

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