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Entertainment

Horrorpops
Left Alone

Hamburg, Knust
16.12.2005
Horrorpops
Wie schon beim Gig der Nekromantix vor einem Jahr an gleicher Stelle, kam es auch vor der Show der Horrorpops zur großen Modenschau. Denn zu einem Rockabilly-Konzert kommen keine normalen Leute, sondern mit Würfeln, Flammen, Totenköpfen, Billardkugeln und natürlich Tollen verzierte Rock N Roller und diese nutzen – so denkt man als Außenstehender - den Club als Laufsteg. Dass es so natürlich nicht ist, spielt keine Rolle, es macht einfach Spaß, mit diesen Leuten Musik zu hören und zu sehen.
Als erste Band standen Left Alone auf der Bühne, die zwar schon auf Platte stark an Rancid erinnern, auf der Bühne den Eindruck aber noch verschärfen. Denn Sänger Elvis mit dem roten Mega-Iro machte einen auf Lars Frederiksen, auch ihr Basser hatte was von Matt Freeman und die Songs hätten man mit geschlossenen Augen und ein paar Bierchen zu viel auch gern als neue Rancid-Songs halten können. Klar, man wäre enttäuscht, denn die Klasse von Rancid besitzen Left Alone einfach nicht. Doch trotzdem war ihr 45-Minuten-Auftritt sicher kein schlechter, die Mischung aus Streetpunk und Trompeten-Ska stimmte, das Quartett war gut drauf und Elvis nicht nur aufgrund seiner Optik der Mittelpunkt. Er sabbelte mit dem Publikum, schwärmte von Hamburg und schien sich über den immer etwas größeren Mob vor der Bühne zu freuen. Denn immer mehr Zuschauer begannen mit der Zeit, Left Alone zu mögen und tanzten sich schon einmal für die Horrorpops warm.

Als die dann endlich auf die Bühne kamen, war es richtig voll und schnell richteten sich die Blicke auf die zwei in Skelett-Pettycoats gekleideten Tänzerinnen / Background-Sängerinnen, die die Band um Nekromantix-Bassist Kim, der bei den Pops Gitarre spielt, und seine Frau Patricia Day (Bass und Gesang) fast in den Hintergrund drängte. Von Anfang bis Ende tanzten sie über die Bühne, zeigten ihre Unterwäsche, warfen Glitzer in die Menge, lutschten Riesen-Lollies und drückten rote Plüschherzchen an sich. Es passierte was auf der Bühne und leider auch davor. Denn schon nach wenigen Songs kam es im Pulk zu einem Streit, so dass die Band kurz unterbrechen musste, um zu schlichten. Doch was macht Drummer Niedermeier? Er kommt an den Bühnenrand und fragt, ob sich jemand prügeln wolle. Ohne Worte.

Anschließend aber stand wieder die Unterhaltung im Mittelpunkt. Patricia animierte die Fans immer wieder zum Mitsingen und –klatschen, Kim steckte sich sein Plektrum in den Mund, um seine Gitarre herzhaft zu slappen und der zweite Gitarrist Geoff Kresge versuchte sich als Cowboy. Langweilig war es sicher nicht, auch weil sich die Horrorpops nicht nur auf reinen Rockabilly festlegen, sondern auch massig Rock N Roll, Swing, Pop, Punk und sogar Country im Programm und auf der Platte haben. Doch das aktuelle Werk "Bring It On" schienen gar nicht mal so viele Anwesende zu kennen. Immer wenn Patricia fragte, wer denn den nächsten Song kenne, fielen die Reaktionen doch recht verhalten aus. Doch die Band störte das nur wenig, sie spielte einen bunten Querschnitt, machte gerade mit "Bring It On"-Songs wie "Freaks In Uniforms", "Crawl Straigh Home" oder dem Titeltrack nicht viel falsch und tat das, was alle von ihnen erwarteten: Entertainment.


Left Alone
NACHGEHAKT BEI: LEFT ALONE

Anlässlich ihrer Tour mit den Horrorpops fragten wir bei Left Alone-Sänger Elvis einmal nach, wie es denn so läuft und wie es in Zukunft laufen wird.

GL.de: Wie sind eure Erwartungen an die Tour mit den Horrorpops?

Elvis: Auch wenn uns viele nicht kennen werden und vielleicht auch nicht mögen, wird es sicher großartig, weil wir endlich durch Europa touren dürfen und eine Menge Spaß haben werden.

GL.de: Und wie läuft die Tour bisher?

Elvis: Wirklich gut, durch jede Show bekommen wir neue Fans und haben immer eine gute Zeit.

GL.de: Wo liegt denn der Unterschied zwischen Left Alone auf der Bühne und Left Alone auf Platte?

Elvis: Auf Platte bin ich nüchtern, auf der Bühne meistens betrunken. Live bekommst du ein ganz anderes Gefühl für die Songs, du spürst die Energie und es geht etwas witziger zu.

GL.de: Was hälst du denn von den Horrorpops?

Elvis: Sie sind eine großartige Band und bestehen aus großartigen Leuten. Wir sind inzwischen wirkliche Freunde geworden und es ist ein großer Spaß, sie Abend für Abend live zu sehen.

GL.de: Was denkst du jetzt mit etwas Abstand über euer Album "Lonely Starts & Broken Hearts"?

Elvis: Ich halte es für ein gutes Album, das uns sehr geholfen hat und auf das ich sehr stolz bin. Wir haben es 2004 aufgenommen und es hat seinen Job erfüllt: uns einen Plattenvertrag zu besorgen.

GL.de: Bist du auch mit dem Erfolg des Albums zufrieden?

Elvis: Ja und nein. Denn als wir es aufgenommen haben, wollten wir lediglich einen Deal bekommen, aber ich möchte auch Millionen Exemplare verkaufen und Platin bekommen. Und bisher haben wir nicht mal Aluminium (lacht). Aber das kann ja noch kommen...

GL.de: Wann können wir denn mit neuem Material rechnen?

Elvis: Wir werden unser nächsten Album Ende Januar aufnehmen und ungefähr im Juni veröffentlichen. Ich habe viel auf Tour geschrieben und bisher 22 Songs zur Auswahl, von denen zirka 15 auf die neue Scheibe sollen. Ich bin schon sehr aufgeregt, den zuletzt waren wir vor zwei Jahren im Studio.

GL.de: Welchen Stellenwert nimmt die Band in eurem Leben ein?

Elvis: Sie ist alles, was wir haben. Wir haben unsere Jobs gekündigt, um uns ganz Left Alone zu widmen. Es ist kein Wochenend- oder Modeding, es ist unser Way Of Life. Keiner von uns ist verheiratet oder hat Kinder, denn wenn man acht Monate auf Tour ist, findet das kaum eine Frau gut.

Surfempfehlung:
www.horrorpops.com
www.leftalone.net
Text: -Mathias Frank-
Fotos: -Pressefreigaben-

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