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Konzert-Bericht
 
Gute Menschen, schlechte Menschen

Fear Factory

Hamburg, Markthalle
27.03.2006
Fear Factory
Es gibt Konzerte, nach denen kramt man voller Freude wieder seine alten Shirts aus den hintersten Ecken des Schrankes und trägt voller Stolz den Schriftzug der entsprechenden Band auf seiner Brust. Das Fear Factory-Konzert in der Hamburger Markthalle war so eines. Denn was die alten Metal-Recken hier fast zwei Stunden boten, machte nicht nur alle glücklich, es hatte auch kaum jemand erwartet.
Denn erwartet hatten die meisten wohl ein paar ältere Männer auf der Bühne, die sich hauptsächlich auf ihren letzten beiden, sicher nicht gerade besten Alben konzentrierten. Aber weil es eben Fear Factory sind, kamen dann doch alle und die Markthalle war richtig gut gefüllt. Und was macht die Band? Holt mit "540000° Fahrenheit" und "Transgression" erst mal zwei Songs des letzten Werkes aus der Tasche. Doch was dann passierte, begeisterte alle. Ein merklich an Fülle gewonnener, langsam mit Cronos-Frisur ausgestatteter und sogar mit Arschgeweih verzierter Burton C. Bell und seine Mannen spielten sich durch 15 Jahre Band-Historie, ein Hit folgte auf den nächsten und wer vor der Bühne nicht ausflippte, staunte mit offen Mund. Denn auf die Ohren gab es Hits wie "Demanufacture", "Self Bias Resistor", "Shock", "Descent" oder "Edge Crusher", dazu neuere Songs wie "Linchpin", "Cyberwaste" und das live völlig überzeugende "Archetype" und mit "Martyr" ging es sogar zurück ins Jahr 1992.

"Ich hab die Band zuletzt 1992 in Eindhoven gesehen", sagte später jemand. "Sie haben gerockt wie damals". Recht hat er, allen voran Burton präsentierte sich bestens gelaunt, schaffte auch live den vokalen Spagat zwischen wüsten Screamings und sauberen Gesängen und suchte immer wieder den Kontakt zum Publikum. Flankiert wurde er von einem ständig moshenden Christian Olde Wolber an der Gitarre und einem äußerst lässigen Byron Strout am Bass, und im Hintergrund schlug Schlagzeug-Wunder Raymond Herrera präzise wie immer auf sein Drumset. Über hundert Minuten dauerte das Spektakel, keine Pausen, nur fantastische Musik. Fear Factory sind weiterhin da und gaben sich auf der Bühne als gute Menschen.

Doch leider - und das trübte dieses Vergnügen doch erheblich - standen auch ein paar schlechte Menschen auf eben dieser. Die Security nämlich fiel durch überharte Aggressionen auf. Kaum fand ein Surfer gewollt oder ungewollt den Weg auf die Bühne, wurde er entweder voller Wucht und Wut zurück in den Mob geschoben oder gar - und jetzt wird es böse - von einem runden Typen hinter die Bühne gezerrt und ward nicht mehr gesehen. Das musste nicht sein, das war zu viel, das war kein Rock N Roll mehr. Wenn eine Band keine Surfer oder Diver möchte, muss sie nur ein paar Wellenbrecher aufstellen und / oder den Mund aufmachen, so wie hier löst man es nicht.
Surfempfehlung:
www.fearfactory.com
www.roadrunnerrecords.de/artists/FearFactory
Text: -Mathias Frank-
Foto: -Pressefreigabe-


 
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