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Konzert-Bericht
 
Mixed Emotions

Taking Back Sunday
ZSK/ Hellogoodbye

Hamburg, Grünspan
31.05.2006
Taking Back Sunday
Mit "Louder Now" haben Taking Back Sunday ein ohne Zweifel richtig gutes Album aufgenommen. Ebenso zweifellos ist es aber, dass die beiden Vorgänger noch besser waren. Denn mit diesen wurden sie zu den Stars der Emo-Szene, zu den Lieblingen der Presse und den Helden der Fans. Inzwischen mehren sich aber die negativen Stimmen (zu viel Pop, zu wenig Klasse) und so manch einer schon wendete sich von TBS ab. Genau so viele und noch viel mehr aber verehren die Band noch immer und so musste sich niemand wirkliche Sorgen machen, dass das Grünpsan leer bleiben würde.
Bei den anfangenden Hellogoodbye war jedoch noch reichlich Platz vor der Bühne. Schade für die, die nicht da waren, denn die Band konnte schlicht begeistern. Fühlte man sich anfangs noch in die Frühzeiten des klassischsten Emos zurück versetzt, wurde das Spektakel immer mehr zu einer Freakshow. Anfangs stand da noch ein sympathischer Nerd mit Brille und Gitarre auf der Bühne, spielte mit seiner Band zuckersüßen Power-Pop, den man seit den Get Up Kids nicht mehr gehört hat, und alle schunkelten und wippten sich langsam in Stimmung. Doch gegen Ende hin kam erst das Hit-verdächtige "Shimmy Shimmy Quarter Turn", anschließend übernahmen die elektronischen Klänge die Überhand. Plötzlich ertönte ein Dudelsack, verkleidete Menschen tobten über die Bühne und tanzten zu den Venga Boys. Chaos, Spaß und leider Schluss.
ZSK
Anschließend warteten einige auf Pale, weil diese im Vorfeld als Support angekündigt wurden. Doch die waren nun doch nicht dabei und überraschender Weise enterten die Deutschpunker von ZSK die Bühne, die zwar einige tolle Platten gemacht haben und auch schon live überzeugen konnten, diesmal aber irgendwie enttäuschten. Das lag sicher nicht daran, dass Flo von Schwarz (Ex-Pyogenesis, heute Plattenfirmenboss und Produzent) am Bass stand, weil der eigentliche ZSK-Basser krank im Bett lag. Nein, musikalisch passten sie einfach nicht in dieses Package und auch wenn die Jungs mit "Küsst die Faschisten", "Mein Staat", "Alles steht still", "Kein Schritt nach vorn" oder dem Rauschmeißer "We Are The Kids" starke Songs mit massig Tempo im Gepäck hatten, machten sie sich mit wirklich schlimmen Sprüchen einiges kaputt. Denn welcher Hamburger will von ein paar Göttinger Gören schon Fragen wie "Kennt ihr Moin Moin?" oder "Habt ihr schon ein Astra getrunken?" hören?

Viel wichtiger und nicht annähernd so dumm-dreist war die Frage, ob Taking Back Sunday denn nun hauptsächlich "Louder Now" zum Besten geben oder ob auch die beiden Victory-Werke ausgiebig zu hören sein würden. Die Antwort gaben die Emo-Stars später selbst, erst aber begannen sie unter massig Jubel und Kreischen mit "What's It Feel Like To Be Ghost?", dem Opener vom aktuellen Werk. Trotzdem Jubel, Trubel, Heiterkeit in den ersten Reihen und auf der Bühne. Während die Fans aus dem Singen, Surfen und Tanzen gar nicht mehr heraus kamen, verdrängte Sänger Adam Lazzara seine Mitstreiter mal wieder in den Hintergrund und vollführte seine drogen-spastische Solo-Show, die erneut mehrmals die Grenze zwischen lässig und peinlich überschritt.

Vollkommen lässig und gänzlich unpeinlich dagegen las sich die Playlist des Abends. Denn nicht nur, dass sie massig frühe Hits wie "Bonus Mosh pt. II", "Bike Scene", "The Photograph Is Proof", "Set Phasers To Stun" oder natürlich "Cute Without The 'E'" spielten, auch die Auswahl an neuen Stücken glückte ausgezeichnet. Im Live-Gewand passten sich Songs wie das auf der Bühne famos klingende "Twenty Twenty Surgery", das kräftige "Liar" oder die Single "Make Damn Sure" nämlich perfekt der frühen Klasse an und so verging die Zeit wie im Fluge. Song um Song versuchte sich Lazzara recht erfolglos am Jim Morrison-Memorial-Dance, Song um Song wurde die Band nicht nur in der vorderen Hälfte des Clubs gnadenlos abgefeiert und Song um Song war es ein starkes Ding. Zur Zugabe dann griff Jim bzw. Adam zur Akustikgitarre und Mundharmonika und langweilte erst mit "Divine Intervention", ehe es mit "A Decade Under The Influence" noch eine der ganz großen TBS-Hymnen gab und anschließend jeder mit der Gewissheit den Club verließ, dass es zwar sicher bessere Live-Bands bzw. Frontmänner als Mister Lazzara gibt, beim nächsten Mal aber trotzdem wieder jeder dabei ist. Jedenfalls fast...

Surfempfehlung:
www.takingbacksunday.com
www.takingbacksunday.de
www.myspace.com/takingbacksunday
www.skatepunks.de
www.hellogoodbye.net
www.myspace.com/hellogoodbye
Text: -Mathias Frank-
Fotos: -Mathias Frank-


 
 

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