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Mosh du Sau!

Masters Of Death
Grave/ Dismember/ Entombed/ Unleashed

Hannover, Faust
18.11.2006
Grave
Selten trug eine Festival-Tour einen passenderen Titel. Masters Of Death - der Name war Programm. Schließlich reisten mit Unleashed, Grave, Dismember und Entombed vier wirkliche Deathmetal-Meister durch die Lande und boten in ausverkauften Häusern ihre bösen Schwedenhappen. Einen Headliner gab es nicht, die Reihenfolge wechselte jeden Abend und weil jede Combo eine große in der Szene ist, machte das auch durchaus Sinn.
In Hannover machten Unleashed den Anfang und taten den anderen drei Bands damit keinen Gefallen. Denn was die Herren um Front-Sympath Johnny da auf der Bühne veranstalteten, war schlicht großes Entertainment, mit dem sie den vollen Club innerhalb kürzester Zeit in ein moshendes Tollhaus verwandelten und selbst ausgewiesenen Nicht-Deathmetallern lauten Spaß bereiteten. Kaum jemand konnte sich der Wucht von den vielen alten und den nur wenigen neuen Songs entziehen und ein jeder war happy, bei diesem Spektakel dabei sein zu dürfen. Kein Wunder, neben unbändiger Spielfreude gab es schließlich mit "The Immortals" einen der Todesblei-Klassiker schlechthin sowie Songs fast aller Alben. Spätestens bei "Never Ending Hate" sang dann der ganze Club und als einer der vielen Stagediver während "Into Glory Ride" vor der Band in die Knie ging, konnte man ihn verstehen. Ein wahnsinnig guter Beginn und eine enorm hohe Messlatte.

Es schien, als wäre sie für Entombed anfangs zu hoch. Denn die brauchten ein paar Songs, ehe auch bei ihnen Stimmung in der Bude war. Dann aber rollten auch sie voller Intensität und musikalischen Leckerbissen durch das Faust und durften stetig mehr Surfer und Diver bei sich auf der Bühne begrüßen. Denn auch wenn sich kaum Jungspunde in Hannover versammelten und dafür exakt die Fans eintrafen, die auch schon Anfang der 90er Jahre dabei waren, bewegungsfaul war hier kaum jemand. Immer wieder wurden die Helden auf der Bühne besucht und anschließend mal mehr und häufig weniger elegant in die vorderen Reihen gedivt. Die Band mit neuem Drummer und ohne zweiten Gitarristen dankte es mit einer souveränen Darbietung und Klassikern der Marke "Left Hand Path".

Als vorletzte Band dann enterten Dismember die Bühne, doch leider hatten die mit einem zum Teil recht schlechten Sound zu kämpfen. Auch waren plötzlich keine Stagediver mehr zu sehen, dafür standen zwei Securities auf der Bühne. Der Stimmung tat das allerdings keinen Abbruch, dafür sorgte schon Frontmann Matti. Denn ja, man muss den Kerl und damit auch die Band einfach mögen. Musikalisch gab es einen bunten Querschnitt aller Alben, wobei "Skin Her Alive" mal wieder zum Highlight wurde. Wie alle anderen Bands hatten auch Dismember eine gute Dreiviertelstunde Zeit und wie alle anderen Bands, nutzten auch sie diese völlig aus. Schade nur, dass sie trotz der Wünsche seitens des Publikums und im Gegensatz zu Unleashed keine Zugabe spielten. Oder spielen durften?

Dieser Abend war trotz der lauten Musik ein gemütlicher. Denn das Faust und die Stimmung waren es auch. Im Saal drängten sich die Fans und feierten die Bands ab, im Nebenraum mit dem Merchandise-Stand und der Bar tauchten immer mal wieder einige der Musiker auf, gaben fleißig Autogramme und quatschen mit den Besuchern und im Mephisto - eine vom Club aus erreichbare Bar - gab es Sofas, was zu essen und eine Leinwand, auf der man die gerade spielenden Bands beobachten konnte. Bis auf Grave, denn als die spielten, gab es auf der Leinwand plötzlich spanischen Fußball. Ohne Worte.

Bei Grave lichteten sich aber nicht nur die Reihen im Mephisto, auch der Saal wurde dann doch ein wenig leerer. Einige hatten offensichtlich genug gemosht und machten sich auf dem zum Teil längeren Heimweg - denn die Tour machte im norddeutschen Raum lediglich in Hannover Halt und so reisten die Leute aus Hamburg, Bremen und noch weiter an. Viele aber wollten sich das volle Brett geben und dazu gehörten natürlich auch Grave. Wie alle boten auch sie ein abwechslungsreiches Best Of-Set und boten eine äußerst souveräne Show. Doch Sänger Ola Lindgren schien mal wieder nicht die beste Laune zu haben, von Anfang an wirkte er genervt und als es mal wieder einige Probleme mit dem Sound gab, schrie er erst um sich, schmiss anschließend mit Wasserflaschen gegen die Boxen und verließ dann sogar die Bühne. Sein Basser mussten den Song zu Ende grunzen. Doch auch Lindgren beruhigte sich wieder, spielte das Konzert und damit auch das Festival zu Ende. Ein Festival, das nicht nur aufgrund des einzigartigen Line-Ups ein richtig tolles war.

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Text: -Mathias Frank-
Foto: -Pressefreigabe-

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