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Spektakel

+44

Hamburg, D-Club
31.01.2007
+44
Im November erst erschien ihr Debüt "When Your Heart Stops Beating", doch um Newcomer handelt es sich bei +44 wahrlich nicht. In zu vielen Bands habe die Beteiligten in zu vielen Jahren gespielt und spielen es zum Teil noch nicht. Ob das The Nervous Return, die Mercy Killers, die Transplants oder natürlich Blink 182 sind. Es waren also vier gestandene Musiker, die an diesem Abend die letzte Deutschland-Show ihrer laufenden Tour spielten. Wobei einer natürlich fehlte. Travis Barker war wegen eines gebrochenen Armes nicht dabei und wurde von Gil Sharone von den Stolen Babies vertreten.
"Travis lässt sich gerade in L.A. von den Ärzten durchchecken. Aber wir haben ständig Kontakt und er scheint auf dem Weg der Besserung zu sein", erzählte ein überaus sympathischer Mark Hoppus zuvor im Interview mit Gaesteliste.de. Und dieser Mark Hoppus war somit nicht nur der einzige Ex-Blinker, sondern auch der absolute Mittelpunkt einer bunten Show. Da konnte Craig Fairbaugh noch so gut und noch so häufig die Vocals übernehmen, da konnte Shane Galagher noch so stolz sein St. Pauli-Shirt tragen und da konnte Gil noch so souveran seine in kürzester Zeit einstudierten Drumparts spielen – die Leute wollten Hoppus und die Leute bekamen Hoppus.

"Wir haben keine großen Effekte, sondern sind lediglich vier Kerle auf der Bühne, die Rockmusik spielen", kündigte Mark im Interview an. "Manchmal rede ich viel, manchmal nicht, aber der Fokus liegt immer auf der Musik und der Band." Also stürmte er "nur" lachend auf die Bühne, stimmte den Album-Opener "Lycanthrope" an und freute sich sichtlich über den euphorischen Empfang. Die Stimmung nämlich war aufgeheizt und erwartungsvoll, schon vor der ersten Note wurde fleißig gekreischt, gepfiffen und gesurft und schnell war klar, dass diesmal nicht viel schief gehen würde. In nahezu der identischen Reihenfolge wie auf dem Album spielten die Jungs dann ihre Platte einmal durch, wobei die schnelleren Songs wie "Cliffdiving" oder natürlich die Hit-Single "When Your Heart Stop Beating" wie zu erwarten besonders gut ankamen und der Pulk noch etwas höher sprang und heller schrie. Popstars? Ganz eindeutig.

Man merkte Hoppus an, dass er schon auf so einigen Bühnen gestanden hat. Die Sprüche saßen, die Bee Gees- und David Hasselhoff-Einlagen sorgten für Gelächter und mit Ansagen, dass dieser Gig der beste der Tour war, macht man auch nicht viel falsch. Er schien es tatsächlich ernst zu meinen. "Die Tour war wirklich toll", blickten Hoppus und sein Gitarrist Craig Fairbaugh zuvor schon im Backstage-Bereich äußerst zufrieden zurück. "Natürlich ist es ein seltsames Gefühl, wenn auf einmal kein Travis hinter einem sitzt, aber die Tour wollten wir auf jeden Fall spielen und zum Glück haben wir mit Gil einen fanastischen Ersatz gefunden." Der machte dann auch einen ausgezeichneten Job und schien schon ein fester Bestandteil der Band zu sein. "Die Stimmung auf der Tour ist ausgezeichnet", erzählte Hoppus. "Das Ganze ist ein großer Spaß und hat zum Glück nichts von einem Job. Wenn das so wäre, würde ich vermutlich aufhören. Aber wir sind alles gute Freunde und haben auch viel miteinander zu tun, wenn wir nicht auf Tour sind. Wobei wir eigentlich seit der Fertigstellung der Platte immer auf Tour waren und uns nur zu Weihnachten mal ein paar Tage nicht gesehen haben."

Fast eine Stunde daurte das Spektakel im ausverkauften D-Club und als sich die im Foyer und vor dem Club wartenden Eltern schon auf einen baldigen Heimweg freuten, ließen die Fans natürlich nicht ohne Zugabe verschwinden. Also gab es mit "The Metro" von Berlin ein äußerst gelungenes Cover, einen erst auf einer Box stehenden und dann für ein spontanes Solo am Schlagzeug sitzenden Hoppus und zum Abschied die Ankündigung, dass +44 schon im Sommer wieder kommen würden. Wir würden uns freuen.

NACHGEHAKT BEI: +44

GL.de: Craig, du hast neben +44 noch mit den Mercy Killers eine weitere Band. Welche ist dir wichtiger?

Craig: Beide Bands sind völlig verschieden, was natürlich auch daran liegt, dass in beiden völlig verschiedene Musiker dabei sind. Aber derzeit liegt meine Priorität eindeutig bei +44, wenn ich aber Zeit habe, werde ich auch wieder mit den Mercy Killers an neuen Sachen arbeiten.

GL.de: Die Mercy Killers oder auch The Nervous Return sind weit weniger erfolgreich, als Blink 182 es waren. Spürst du jetzt einen anderen Druck, weil viel mehr Leute auf dich schauen?

Craig: Wenn ich mir darüber Gedanken machen würde, was all die Leute sagen und was um uns passiert, würde ich sicher Druck verspüren. Ich freue mich aber lieber, dass ich mit Mark, Travis und Shane Musik mache und wir gemeinsam durch die Welt reisen, Shows spielen und eine gute Zeit haben. Darum geht es schließlich.

GL.de: Worum geht es noch? Erfolg? Kritiken? Zufriedene Fans?

Mark: Das wichtigste ist, Musik mit seinen Freunden zu machen, mit der man selbst zufrieden ist. Auf alles andere hast du nach der Veröffentlichung deines Albums eh keinen Einfluss. In einem Interview hat mal jemand gesagt, dass wenn man die guten Reviews glaubt, muss man auch die schlechten glauben. Und das ist der Punkt, wenn man etwas veröffentlicht, werde es manche lieben, manche hassen und manchen ist es egal. Wichtig aber ist, dass man selber damit zufrieden ist.

GL.de: Was denkt ihr mit etwas Abstand über eure Platte?

Mark: Ich liebe sie. Auch wenn man im Nachhinhein sicher manche Dinge etwas anders hätte machen können und ich hoffe, dass das zweite Album noch besser wird, ist das Album das beste, was wir zu der Zeit hätten machen können.

Craig: Es ist das beste Album, an dem ich je beteiligt war. Ich bin mit jeder Note zufrieden, wir konnten uns ausleben und haben genau und nur das gemacht, was wir wollten.

GL.de: Mark, für deinen Podcast HiIMyNameIsMark interviewst du auch Bands. Wem stellst du deine Fragen?

Mark: Das sind Bands und Musiker, die ich mag und die nicht unbedingt einen Plattendeal haben müssen. Das ist immer ein großer Spaß, aber ich muss sagen, dass es manchmal auch hart sein kann und ich dadurch viel mehr Respekt vor den Leuten bekomme, die mich interviewen. Du musst dir spannende und möglichst außergewöhnliche Fragen ausdenken, aber dabei immer darauf achten, was die Leute wissen wollen. So ist es nur natürlich, dass ich manche Fragen immer wieder gestellt bekomme. Ich habe mir auch schon mal überlegt, was ich +44 fragen würde.

GL.de: Und was wäre das?

Mark: Das übliche. Ich würde über die Entstehung der Band, die Mercy Killers und den Blink-Split reden.

GL.de: Bist du es manchmal leid, über Blink 182 reden zu müssen?

Mark: Es ist nur natürlich, dass ich danach gefragt werde. Zwei von +44 waren nun mal dabei und außerdem war die Zeit bei Blink 182 einfach großartig, wir haben tollen Sachen erlebt und finden die Musik noch immer toll. Es stört mich also gar nicht, über unsere Vergangenheit zu reden. Ganz im Gegenteil.

Surfempfehlung:
www.plusfortyfour.com
www.myspace.com/plus44
www.himynameismark.com
Text: -Mathias Frank-
Foto: -Estevan Oriol-


 
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