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Der richtige Zeitpunkt

Explosions In The Sky

Köln, Gebäude 9
23.02.2007
Explosions In The Sky
Explosions In The Sky haben es geschafft. Das Gebäude 9 ist seit einigen Wochen ausverkauft, ebenso wie die meisten anderen Daten ihrer kurzen Europatour. Im Internet lassen sie verlauten, dass man ihnen eine leichte Eingerostetheit nachsehen müsse, schließlich hätten sie sehr lange nicht mehr live gespielt und das wären nun die ersten Konzerte. Im Grunde sei der Europatrip nur so eine Art Aufwärmübung.
Ziemlich markige Sprüche, aber wenn man die Menschen dahinter sieht, merkt man: Das ist keine Angeberei, sondern eher eine Form der Bescheidenheit. Ungefähr zweieinhalb Jahre waren EITS von der Bildfläche verschwunden und als sie wieder auftauchen, sind sie um ein vielfaches bekannter als zum Zeitpunkt ihres Verschwindens. Ein solches Glück hat sonst kaum eine Band, die meisten werden eher vergessen, doch die Mundpropaganda arbeitete für die vier Texaner. Und natürlich ihr fantastisches Album "The Earth Is Not A Dead Cold Place". Dieses sperrige Meisterwerk brauchte vielleicht einfach etwas länger, um in den Köpfen anzukommen. Instrumentalbands haben es nicht unbedingt leicht auf dem Markt, aber andererseits scheinen für sie auch eigene Regeln zu gelten. Da buhlen nicht jede Woche 50 neue Bands um die Gunst des Hörers, sondern wachsen im Stalagmiten-Tempo musikalische Alternativen zu Mogwais gesangslosem Indierock.

Nun sind sie jedenfalls wieder da und rocken mächtig das Haus. Man sieht ihnen die Freude an, wieder auf der Bühne zu stehen. Ein Song jagt den nächsten, Pausen gibt es kaum. Mit tiefster Inbrunst wird eine ohrenbetäubende Meditation zelebriert - gerne auch im Sitzen. Neben mir pöbeln ein paar Punks, vor mir übergibt sich ein Gast... es ist nicht ganz einfach, sich aus der 30. Reihe auf das Konzert richtig einzulassen, aber an eine Annäherung an die Bühne ist bei dem Gedränge nicht zu denken. Dennoch springt er Funke über. Der säuerliche Geruch, das penetrante Gequatsche, alles ordnet sich irgendwann dem Rausch der Musik unter. Und dann ist auch schon Schluss. Genau dann, als es am schönsten war. Eigentlich der richtige Zeitpunkt, und dennoch von allen als zu früh empfunden. Gitarrist Munaf kommt nach lang anhaltendem Jubel auf die Bühne und entschuldigt sich, dass sie nicht weiter spielen könnten und vertröstet das Publikum auf die nächste Tour. Er weiß wohl nicht, dass sie einen sehr weiten Bogen um Köln macht.

Beim Hinausgehen hört man von allen Seiten deutliches Murren über die Kürze des Konzertes. Eine Stunde ist in der Tat nicht lang für eine Band, deren Songs im Schnitt acht Minuten lang sind. Aber dennoch: Es ist besser, zu früh aufzuhören und im Publikum das Gefühl nach mehr zurückzulassen, als so lange zu spielen, bis auch der letzte Zuhörer trotz guten Willens nicht mehr kann.
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Text: -Stefan Claudius-
Foto: -Pressefreigabe-


 
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