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Irgendwie routiniert...

Red Hot Chili Peppers
Dinosaur Jr.

Hamburg, AOL-Arena
01.07.2007
Red Hot Chili Peppers
Über die letzten Konzerte der Red Hot Chili Peppers konnten wir nur Gutes berichten. Nach dieser Stippvisite in der Hamburger AOL-Arena jedoch können wir das leider nicht. Denn nicht, dass dieses Konzert ein schlechtes war, ein gutes aber war es eben auch nicht. Es war eines, das beschäftigt und das auch polarisiert. Wohin man auch schaut, mit wem man auch redet – die Meinungen gehen auseinander. Nicht nur auf dem Flur von nebenan oder dem Forum der deutschen Peppers-Site, auch die Leser von Gaesteliste.de diskutieren heftig und vertreten die unterschiedlichsten Meinungen.
Dabei ging es anfangs noch gut los. Der Soweto-Gospel-Chor sorgte bei bestem Wetter nämlich für eine halbe Stunde für gute Laune und machte sich mit seinem sympathischen Auftreten viele Freunde. Anschließend konnten die von nicht wenigen sehnlichst erwarteten Dinosaur Jr. die hohen Erwartungen jedoch leider nicht ganz erfüllen. Dabei machte J. Masics, Lou Barlow und Murph gar nichts falsch, sondern spielten einen so schien es bunten Querschnitt ihrer Karriere mit neuen Nummern des tollen "Beyond"-Albums und Klassikern der Marke "Feel The Pain" und wirkten anfangs auch recht motiviert. Der Sound allerdings machte diese 45 Minuten zeitweise zu einer Qual, denn mehr als Matsch kam eigentlich nicht aus den Boxen. Am Ende sagte tatsächlich jemand: "Mensch, die klangen irgendwie wie Dinosaur Jr. ..."

Die AOL-Arena, die inzwischen ihren Namen gewechselt hat und die Herbert Grönemeyer vor wenigen Tagen gleich zweimal ausverkaufte, war bei den Peppers nicht komplett gefüllt. Vielleicht 35.000 Leute wollten die Band sehen, was lichte hintere und obere Ränge zur Folge hatte. Doch daran lag es sicher nicht, dass am Ende so viele unzufrieden nach Hause gingen. Anfangs konnte man davon auch noch nicht ausgehen. Wie immer zwar und damit alles andere als überraschend begann die Show mit einer Instrumental-Passage von Flea, Frusciante und Smith, ehe Kiedis auf die Bühne kam und gemeinsam "Can't Stop" angestimmt wurde. Die Massen kreischten, tanzen und sprangen, der Sound war um einiges besser als beim Support und mit den anschließenden "Dani California" und "Otherside" wurde die Stimmung fast noch besser. Wenn man aber mal genau hinschaute, hüpfte der inzwischen kurzhaarige Sänger zwar immer mal wieder über die Bühne, wirklich leidenschaftlich bei der Sache wirkte er aber im Gegensatz zu seinen Bandkollegen nicht. Routiniert könnte man sagen. Besser machten es der zwischenzeitlich ans Schlagzeug wechselnde Flea, der wie immer lässige Chad Smith und natürlich John Frusciante, der leider nur einmal kurz ans Mikro durfte.

Meist aber war es eine souveräne und teilweise gute, allerdings auch recht überraschungslose Show mit bekannten Hits wie "Parallel Universe", "Snow (Hey Ho)" oder "By The Way", Nummern aus dem noch immer aktuellen "Stadium Arcadium"-Werk und dem ein oder anderen etwas selteneren gespielten Nummern wie "Get On Top" oder "Emit Remmus", die natürlich auch aus der neueren, der erfolgreichsten Epoche der Red Hot Chili Peppers stammen. Auf frühere Songs nämlich wurde auch diesmal verzichtet, erst in der Zugabe gab es "Give It Away". Eben jene Zugabe aber war es, die viele so erzürnte. Gerade nämlich erst wurden sämtliche neben der Bühne installierten Leinwände in Betrieb genommen und gerade erst eine Stunde war gespielt, da verschwand die Band bereits erstmals von der Bühne. Manch einer glaubte noch, es wäre nun vielleicht Halbzeit, schließlich kosteten die Tickets um die 70 Euro. Doch in eben jener Zugabe gab es nach einem – ebenfalls obligatorischen – Schlagzeug-Solo noch zwei wirkliche Nummern. "C'mon Girl" und eben "Give It Away". Was folgte, war der Abgang von Kiedis, ein sicherlich beeindruckender, aber erneut wenig überraschender Jam der Band und ein Publikum, von dem ein großer Teil nicht glauben konnte, dass nach 80 nicht mal berauschenden, sondern lediglich guten Minuten schon Schluss sein sollte. Und so gingen einige enttäuscht durch den Regen nach Hause, während sich die anderen lieber über die guten Momente des Abends freuten. Denn die gab es zweifellos. Nur eben leider viel zu wenig...
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Text: -Mathias Frank-
Foto: -Stefan Malzkorn-

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