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Konzert-Bericht
 
Viva Stockholmia!

Friska Viljor
Say Hi

Dortmund, FZW
30.09.2007
Friska Viljor
Woran liegt es, dass manche Bands es schaffen, sich ohne große Aufmerksamkeit der Medien eine eigene Zielgruppe zu erschließen? Im Falle von Friska Viljor besteht diese offensichtlich aus feierwütigen Anfang-Zwanzigjährigen, und die Mund-zu-Mund-Propaganda dürfte wohl ihren Teil dazu beigetragen haben, ihren Ruf als hervorragende Liveband zu festigen. Aber auch der Siegeszug der Schweden beim diesjährigen Haldern-Festival ist scheinbar nicht ganz unschuldig, denn das entsprechende Festivalbändchen ist in den ersten Reihen an diesem Abend im FZW besonders häufig zu sehen.
Den Job als Aufheizer übernehmen zunächst Say Hi, ehemals unterwegs unter dem Namen Say Hi To Your Mum. Was die Band um Eric Elbogen dazu bewogen hat, ihren Bandnamen durch seine Abkürzung noch blöder klingen zu lassen, wissen wir leider auch nicht. Die Musik klingt jedenfalls viel ansprechender, als der Bandname es vermuten lässt. Auf seiner ersten Europatour lässt sich Elbogen lediglich von einer jungen Dame an den Keyboards begleiten, die nicht den Eindruck macht, als hätte sie viel Spaß im Leben. Er selbst spielt dazu Gitarre und singt. Das Ergebnis sind einige verspielte, synthielastige Popsongs; nach einem Konzeptalbum über Roboter ist das neuste Werk der Band "Impeccable Blahs", das erstmals auch hierzulande veröffentlicht wird, nun den Vampiren gewidmet. Und wenn das Duo im unheimlichen Licht des FZWs davon singt, dass sie einem das Blut aussaugen werden, dann kann man für einen kurzen Moment fast Angst bekommen.

Während des Auftritts von Friska Viljor mag sich so manch einer gefragt haben, ob die fünfte Jahreszeit vielleicht schon einige Wochen zu früh losgegangen ist. Auffällige Verkleidungen können die fünf Schweden zwar nicht aufweisen, aus dem einheitlich weißen Bühnenoutfit fällt lediglich der Drummer mit seinem roten Rüschenhemd heraus. Sänger Joakim lässt jedoch mit seiner Mandoline Assoziationen mit dem Colonia Duett wach werden. Die Stimmungsmache beherrscht die Band aus Stockholm allerdings wesentlich besser als so manche Kapelle, die im Karnevalsgeschäft Millionen scheffelt. Natürlich gibt es fast in jedem Lied die typischen "Lalala"-Refrains mit hohem Wiedererkennungs- und Mitgrölwert, folkloristische Anleihen sind ebenso vorhanden, die Hände des Publikums werden mehrfach zum Himmel gestreckt und irgendwann schunkeln dann Jung und Alt gemeinsam im gut gefüllten FZW. Auch der Aufbau der Setlist beweist, wie gut die Band ihr Handwerk beherrscht. Wohlweislich hat man, in Anbetracht der geringen Anzahl von Liedern, die man im Repertoire hat, den Hauptteil des Konzerts auf acht Lieder beschränkt, und nachdem die Leute mit "Oh Oh" so richtig in Stimmung gebracht worden sind, verlassen Friska Viljor zum ersten Mal die Bühne. Der erste Zugabenblock besteht dann aus "Shotgun Sister" und einem "Sabine" betitelten Lied, das hauptsächlich aus zufälligen deutschsprachigen Sätzen besteht, die wie aus einem Sprachkurs gesampelt klingen. Sprüche wie "Die Belegschaft gratuliert dem Chef zum Erfolg" und vor allem "Die Flasche enthielt reinen Alkohol" sorgen natürlich für großes Gelächter im Publikum.

Friska Viljor
Obwohl die Stimmung nach dieser Einlage auf dem Höhepunkt ist, geht Joakim auf Nummer sicher, bevor er erneut die Bühne verlässt, und stiftet die Besucher vorsorglich zu "Two More Songs"-Rufen an. Denn tatsächlich fehlen mit "Gold" und "We Are Happy Now (La La La)" noch die beiden größten Friska Viljor-Hits, die natürlich zum Abschluss dieses äußerst spaßigen Konzertes umgehend nachgeliefert werden.
Surfempfehlung:
www.friskaviljor.net
www.myspace.com/friskaviljor
www.sayhitoyourmom.com
www.myspace.com/sayhitoyourmom
Text: -Christina Ocklenburg-
Fotos: -Christina Ocklenburg-


 
 

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