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Euphorie? Ja. Immer? Nein.

The Beautiful Girls

Hamburg, Hafenklang (Exil)
27.11.2007
The Beautiful Girls
Draußen ist es kalt. Die Weihnachtsmärkte haben ihre Tore geöffnet, der erste Schnee fällt und Weihnachten steht vor der Tür. Es ist Winter. Nicht aber an diesem Abend in Hamburg. The Beautiful Girls nämlich haben sich angesagt, um das Publikum mit ihrem warmen, sonnigen Sound zum Schwitzen und zurück in den Sommer zu bringen. Endlich, möchte man sagen, denn obwohl die drei Australier schon viele Jahre dabei sind und in dieser Zeit bereits sieben Alben aufgenommen haben, hat es bisher zu lediglich zwei Solo-Shows in Deutschland gereicht. Mit "Ziggurats" aber sind sie nun tatsächlich auf relativ ausgiebiger Tour und die scheint ein richtig großer Erfolg zu sein.
The Beautiful Girls
Das Hafenklang jedenfalls ist proppenvoll und vor lauter Menschen sieht niemand den Support. "Gibt es übehaupt eine Vorband?", fragt doch jemand, während der Son Of Dave alleine und gebückt auf der Bühne lärmt und bluest und spricht und singt und mit der Zeit leider auch mächtig nervt. Hafenklang-typisch besteigen The Beautiful Girls kurz vor 23 Uhr dann endlich erstmals eine Hamburger Bühne, legen mit ihrem neuen "Royalty" beängstigend großartig los und haben eigentlich sofort gewonnen. Eigentlich, denn anschließend läuft der Abend dann doch nicht so ab, wie man es nach dem Opener und besonders der aktuellen Platte gehofft und auch erwartet hatte. Live nämlich fehlt hier häufig einfach der Drive und auch ein bisschen der Lärm. Besonders dann, wenn Sänger und Gitarrist Mat McHugh zur akustischen Klampfe greift, plätschern die Nummern ein bisschen zu kraftlos aus den Boxen. Und zu eben diesem Instrument greift er häufig, um alte und neue Reggae- und Surfer-Tracks anzustimmen. Die Folge ist, dass die Musik eher an Jack Johnson oder fast schon UB40 erinnert und so gut wie nie an Bands wie Sublime oder The Police. Einer stellt daher sogar die Theorie auf, dass alle Bands in Australien seit AC/DC langsamer werden, weil das Ozonloch immer größer wird. "Das kann ich bestimmt irgendwie beweisen" wird behauptet.
The Beautiful Girls
Den Großteil des Publikums stört das alles aber nicht, viele wippen und schaukeln fröhlich im Takt, singen mit, klatschen und haben ihren sonnigen Spaß. "Eigentlich fehlt nur noch der Sand", wird eine später über die relaxte Beach-Atmosphäre sagen. Die Band selbst macht auf der Bühne derweil gar nicht viel, außer konzentriert und fast schon routiniert ihren Stiefel herunter zu spielen. Mal ein kurzes Danke, mal ein Scherz mit australischen Landsmännern im Publikum und zwischendurch ein Jägermeister – ein solider Gig also, aber leider nicht mehr. Bis sich McHugh kurz vor dem Ende wieder seine elektrische Gitarre schnappt. Und siehe da, die oben erwähnte Ozonloch-Theorie wird sofort widerlegt, The Beautiful Girls holen den Rock aus der Ecke und schicken Mister Johnon in die Fluten. Jetzt schroten und lärmen sie, die Nummern haben den lange vermissten Saft, das Konzert wird sofort wieder so großartig wie am Anfang und als sich das Trio in einen wahren Rausch jamt und die Instrumente leidenschaftlich malträtiert und bearbeitet, breitet sich endlich die von Anfang an erhoffte Euphorie aus. Kein Wunder also, dass niemand ohne Zugabe nach Hause gehen will und die Band auch nach fast 90 Minuten und nach Mitternacht noch einmal auf die Bühne kommt. Leider haben sie die Akustik-Gitarre dabei. Ob der Weihnachtsmarkt noch offen hat?
Surfempfehlung:
www.thebeautifulgirls.com
www.myspace.com/thebeautifulgirls
Text: -Mathias Frank-
Fotos: -Mathias Frank-

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Mehr über The Beautiful Girls:
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