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Die Wachablösung

Persistence Tour
Hatebreed/ Agnostic Front/ Ignite/ Evergreen Terrace/ Sworn Enemy

Hamburg, Docks
02.12.2007
Ignite
Waren es im letzten Jahr unter anderem Sick Of It All, Terror, Comeback Kid und Madball, die die Persistence Tour zur Hardcore-Tour des Jahres machten, standen diesmal Hochkaräter wie Ignite, Agnostic Front und Hatebreed auf dem Programm. Unterstützung gab es von Ringworm, Death Before Dishonor, Sworn Enemy und Evergreen Terrace und somit war es keine wirkliche Überraschung, dass das Hamburger Docks an diesem Sonntagabend ausverkauft war. Ebenso wenig überraschend war ein am Ende durchgeschwitztes und überwiegend zufriedenes Publikum.
Nachdem die ersten Bands das überaus gemischte Publikum mehr (Death Before Dishonor) oder weniger (Ringworm) erfolgreich anheizten, holten Sworn Enemy die Metal-Keule raus, mischten diese mit der brachialen Hardcore-Walze und sorgten damit für frühzeitliche Pogo-Stimmung im Docks. Motiviert und enthusiastisch gaben sie 30 Minuten lang Tracks der Marke "Scared Of The Unknown" oder "Time To Rage" zum Besten, überließen beim abschließenden "We Hate" den Fans das Singen und füllten ihre Rolle als Anheizer bestens aus. Eben dieses taten auch die anschließenden Evergreen Terrace, die mit ihrem im Vergleich zum Vorgängern deutlich softeren Sound besonders das Jungvolk ansprachen, während die alteingesessenen Hardcore-Herren nicht wirklich viel mit ihnen anfangen konnten. Der Band und allen voran Fronter Andrew war das egal, er hüpfte und tobte ausgelassen über die Bühne, gab den Clown und wer mit klaren Gesängen, Emo-Gitarren und Popmusik etwas anfangen konnte, der war hier richtig. Alle anderen: Nicht.
Ignite
Doch all diese Bands waren nur Rumgeplänkel. Sie waren Warmmacher, Vorbands, nicht mehr. Alleine ein Blick auf die an diesem Abend von den Leuten getragenden T-Shirts zeigte, wen die Leute sehen wollten. Das letzte Drittel, das legendäre Trio, das Hardcore-Triumvirat nämlich. Erster Vertreter dieses waren die kalifornischen Ignite und schon bevor Zoli und seine Jungs auf die Bühne kamen, war die Spannung im Docks zu spüren. Mehr bis viele drängten nach vorne und als es dann mit "Bleeding" tatsächlich triumphal began, verwandelte sich der Club erstmals in ein Tollhaus. Die ersten Diver genossen den melodischen Hardcore der Orange County-Boys in der Waagerechten, Fäuste wurden gereckt, die Vocals lauthals mitgesungen und Ignite konnten sich schnell des Sieges sicher sein. Kein Wunder aber, denn mit Tracks wie "Know Your History", "Who Sold Out Now?", "Embrace", "My Judgement Day", "Are You Listening", "Let It Bleed" oder dem famosen "Veteran" kann eine Band auch nicht viel falsch machen. Gute 40 Minuten tobte die Band über die Bühne, zeigte sich sympathisch und entspannt und machte auch ohne "Sunday Bloody Sunday" und dem persönlichen Übersong "In My Time" irgendwie alles richtig.

Ein komplett anderes Bild bot anschließend leider die Show von Agnostic Front. Schon als wir die NYC-Ikonen das letzte Mal auf der Bühne bestaunten, stellten wir uns die Frage, ob auch Hardcore-Helden langsam alt werden. Im Falle von Miret scheint das tatächlich so zu sein. Die ganze Band zwar gab sich Mühe, doch nicht nur, dass der Sound die komplette Show über miserabel und Mirets geröchelte Vocals kaum bis gar nicht hörbar waren, es wollte auch einfach keine Energie auf der Bühne entstehen. Und somit natürlich auch nicht vor eben dieser. Kurz: Es war eigentlich nur langweilig. Und so zogen die Musiker schon recht früh ihren Joker, stimmten "Gotta Go" an und schafften es so ein einziges Mal, dass wirklich jeder auf die Bühne schaute, wirklich jeder mitsang und wirklich jeder Spaß an Agnostic Front hatte. Das war natürlich viel zu wenig. Die Kommentare nach der Show jedenfalls fielen von "Unfassbar schlecht" bis "Das war eine Demontage" mehr als deutlich aus und als Agnostic Front von der Bühne gehen, wusste jeder: Es konnte nur besser werden.

Und zwar so deutlich besser, dass am Ende nicht wenige von der endgültigen Wachablösung an der Hardcore-Spitze sprachen. Denn bei Hatebreed gab es all das, was man bei ihren Vorspielern vermisste. Ehrliche Emotionen, ungestüme Leidenschaft, ein fetter Sound und besonders mächtige Energie. Einen würdigeren Headliner hätte die Persistence Tour kaum finden können, das war schnell klar. Kaum war das "Rocky"-Intro nämlich verklungen, ging nicht weniger als die Post ab. Das Docks setzte sich nahezu geschlossen in Bewegung, Jamey Jasta tobte über die Bretter und heizte die schwitzende Meute immer weiter ein und die feierten bei bestem Sound und zu Killer-Tracks wie "Destroy Everything", "This Is Now", "Live For This" oder "Doomsayer" ein riesige Party. Und damit den Abschluss der Hardcore-Tour des Jahres...

Surfempfehlung:
www.persistencetour.de
www.hatebreed.com
www.agnosticfront.com
www.igniteband.com
www.swornenemynyc.com
www.myspace.com/persistencetour
www.myspace.com/hatebreed
www.myspace.com/agnosticfront
www.myspace.com/ignitemusic
www.myspace.com/evergreenterrace
Text: -Mathias Frank-
Fotos: -Benjamin Foitzik-

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