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Festivalvorfreude mit der kleinen Schwester

Rock im Saal
The Kilians/ Los Campesinos!/ Kula Shaker

Haldern, Gasthof Tepferdt
01.03.2008
Rock im Saal 2008
Das 25. Jubiläum des Haldern-Festivals rückt in greifbare Nähe – für diejenigen, die allerdings nicht bis zum Sommer warten wollen, um einen Ausflug in die kleine Stadt am Niederrhein zu unternehmen, gibt es auch zur festivaluntauglichen Jahreszeit eine Alternative. Bereits zum vierzehnten Mal fand an diesem Märzabend das "Rock im Saal" statt – sozusagen die kleine Schwester des bekannten Festivals. Auch das Line-Up konnte sich durchaus sehen lassen, denn bei den drei gebuchten Bands war mit den Kilians, Los Campesinos! und Kula Shaker für jeden Geschmack etwas dabei. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Veranstaltung im Gasthof Tepferdt ausverkauft war.
Pünktlich los ging es mit den Kilians – diese hatten sozusagen ein Heimspiel, schließlich liegt ihre Heimatstadt Dinslaken nur 30 km entfernt. Allerdings machten sie den Eindruck, als wollten sie ihre Heimat am Niederrhein möglichst schnell hinter sich lassen. Zumindest legten sie eine abgeklärte Coolness an den Tag, die auf großen Rockbühnen sicherlich genauso gut aufgehoben wäre wie in einem Festsaal auf dem Land. Mit ihrem Sound orientieren sie sich schließlich auch ziemlich offensichtlich an internationalen Vorbildern – die Strokes sind hierbei nur eine viel zitierte Referenz. Das 50-minütige Set endete dann auch passend mit einem U2 Cover: "Sunday Bloody Sunday".

Nicht viel älter als die Kilians (diese haben schließlich gerade erst die Schule verlassen) sind mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren auch die in Cardiff ansässigen Jungen und Mädchen von Los Campesinos!. Das junge Alter ist dann aber auch schon die einzige Gemeinsamkeit von den Kilians und Los Campesinos!. Erstere streben mit großen Schritten einer großen Karriere entgegen. Bei Los Campesinos! hat man dagegen das Gefühl, dass sie trotz der großen Aufmerksamkeit, die ihnen im Moment zuteil wird, noch gar nicht richtig verstanden haben, dass sie gerade den Schritt vom Fan zu einer Band gemacht hat, die auf der Bühne stehend sicherlich bald selbst von vielen Menschen bewundert wird. Ihre nahezu kindliche Begeisterung kommt jedenfalls immer wieder zum Vorschein. Auch Los Campesinos! können eine Menge Referenzen aufweisen. Im Gegensatz zu den Kilians sind diese aber wohl eher im internationalen Popuntergrund zu suchen (Sänger Gareth trug jedenfalls an diesem Abend ein K Records T-Shirt). Die Fahrt von München an den Niederrhein durch das vom Sturm Emma heimgesuchte Deutschland muss für die Band Kräfte zehrend gewesen sein – zumindest gähnten sie während der 40minütigen Umbaupause nahezu pausenlos. Umso erstaunlicher ist es da, welche Energie die Sieben freisetzen konnten, sobald das eigentliche Konzert mit einem lauten "Eins – Zwei – Drei – Vier" begonnen hatte. Zwar war die Band heute weniger gesprächig als wenige Abende zuvor beim Headlinergig in Köln, aber immer noch voller Spielfreude. Während die Kilians in klassischer Rockbesetzung (Gitarren – Bass – Schlagzeug) auftraten, bildet diese nur die Grundlage für die Musik von Los Campesinos!. Fast wichtiger sind dagegen die anderen verwendeten Instrumente: Neben einer Geige und einer Unmenge an Keyboards spielt auch ein Glockenspiel, auf das immer wieder beherzt eingeschlagen wurde, eine wichtige Rolle. Passend dazu heißt es dann auch in einem Lied der Waliser: "Four sweaty boys with guitars tell me nothing about my life." Los Campesinos! haben dagegen das Potential, einem eine Menge über das eigene Leben erzählen zu können und haben sich somit sicher auch an diesem Abend in Haldern einige neue Fans erspielt.

Nachdem der Abend bis dahin fest in der Hand des Nachwuchses war, war nun schließlich mit Kula Shaker doch noch die Zeit für eine etablierte Band gekommen. Kula Shaker wollen es nach achtjähriger Pause noch einmal wissen – letztes Jahr erschien bereits ein neues Album, und der Auftritt beim diesjährigen Rock im Saal wurde von einigen Leuten sehnsüchtig erwartet. Scheinbar ist die Band um Sänger Crispian Mills nicht in Vergessenheit geraten. Waren die ersten Reihen im Saal des Gasthofes bei den ersten Bands noch von sehr jungem Publikum besetzt, so kamen jetzt die Leute nach vorne, die Kula Shaker schon zur Britpop-Hochphase im Jahre 1996 kennen gelernt hatten – und sie wurden nicht enttäuscht. Natürlich war die Stimmung bei den beiden großen Hits "Tattva" und "Hush", die in der Mitte des Sets hintereinander präsentiert wurden, am besten. Aber der restliche Auftritt bewies, dass Kula Shaker auch im Jahre 2008 noch relevant sind – und damit sicher auch ein heißer Kandidat für das Festival im Sommer. Nach diesem Auftritt zählen sie zumindest zu den meistgewünschten Bands im Haldern-Forum.
Surfempfehlung:
www.rock-im-saal.de
www.myspace.com/rockimsaal
www.thekilians.de
www.myspace.com/thekilians
www.loscampesinos.com
www.myspace.com/loscampesinos
www.kulashaker.co.uk
www.myspace.com/kshaker
Text: -Christina Ocklenburg-
Foto: -Pressefreigabe-

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