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Konzert-Bericht
 
Völlig losgelöst.

Thrice
Waterdown

Hamburg, Markthalle
19.08.2008

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Thrice
Mit ihrer vierteiligen EP-Serie "The Alchemy Index" haben Thrice einen völlig losgelösten Klassiker geschaffen. Wie keine Band vor ihnen haben sie unterschiedlichste Musiken vereint und sich einen Sonderstatus erspielt, der sie aus jeglichen Genres befreit hat. Früher waren sie mal Punk oder Hardcore, heute stehen Thrice gleichermaßen für Ambient, Pop, Singer / Songwriter, Metal, Prog, Punkrock und Lärm. Sie stehen nur für sich und das ist in der Live-Version garantiert eine spannende Sache. Die hätte es schon vergangenen Dezember geben sollen, doch das Quartett sagte ab. Und holt es jetzt nach.
Den Anfang machen Waterdown, die nach dem Ausstieg von Gründungssänger Ingo und einer wundervollen Einmarschmusik von Scooter (klar: "One (Always Hardcore)") nun nur noch mit Zacken am Mikro auf der Bühne stehen und von ihren grandiosen Anfangstagen offensichtlich nichts mehr wissen wollen. Das ist schade. Denn Waterdown sind die Band, die wir damals so geliebt haben. Für Songs wie "Round Two", "Impress Me" oder "A Fortress". Doch all diese Nummern spielen sie in der Markthalle nicht. Sie spielen die neuen, die heftigen Hardcore-Stücke ihrer "All Riot"-Platte und Nummern der "Powersnake"-EP. Die sind gut. Aber selten mehr. Nur selten wird noch gesungen, meist wird geschrien und geprügelt. Ein Besucher an der Bar fühlt sich gar reingelegt. "Das sollen Waterdown sein? Das sind nicht Waterdown!". Doch. Sind sie. Musikalisch solide und nur selten mehr - "True Til Deaf" ist ein 40 Sekunden langer Hit, "Cut The Cord" erneut groß und das Snapcase-Cover "Caboose" interessant. Menschlich natürlich präsentiert sich der Fünfer ungemein sympathisch wie eh und je. Kruse schleimt und post am Bass, Zacken lacht und lechzt in seiner Fleecejacke bald nach einem Sauerstoffzelt, die Mädchen in den ersten Reihen tanzen. Der Rest schaut und denkt an früher. Schön war es damals.
Schön ist es bei Thrice. Sehr schön, fantastisch, beeindruckend. Auf der Bühne stehen Notebooks, Syntheziser und Keyboards, doch erst sind die Gitarren dran, Thrice geben von Anfang Gas, die Menge tobt, die Band auch. Der Sound ist klar, in der Halle ist es heiß. Es ist Hardcore. Thrice reden nicht viel. Sie sagen, dass es schön ist, nach ihrem Auftritt auf dem Area4 wieder in einem Club zu spielen. Sie grüßen ihren Support und bedanken sich bei den Fans für's Kommen. Mehrfach. Sonst lassen sie die Musik sprechen. Ausgiebig. Bald kommen auch die ruhigen Töne zum Vorschein, die Musiker wechseln die Instrumente. Immer wieder. Laut und leise in Perfektion. Es ist beeindruckend, wie rund das Ganze trotzdem klingt. Eine durchdachte Setlist könnte man es nennen. Jede EP wird bedacht, jedes einzelne Element. Gerecht und gleichmäßig. Nicht ganz überraschend werden "Firebreather" und "Digital Sea" zu den Highlights. Zwischendurch gehen Thrice gerne einen Schritt zurück. Die "Vheissu"-Granaten "Red Sky" und "The Earth Will Shake" sorgt ebenso für Gänsehaut wie das alte "Stare At The Sun" und das "Dead Bolt" von ganz früher. Sogar diese Nummer passt. Es passt eine Menge an diesem Abend. Als Abschluss eine wundervolle Zugabe mit unter anderem dem kuscheligen "Come All You Weary". Am Ende muss jeder zufrieden sein. Und kann völlig losgelöst nach Hause gehen.

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Surfempfehlung:
www.thrice.net
www.myspace.com/thrice
www.alchemyindex.com
www.myspace.com/waterdown
Text: -Mathias Frank-
Foto: -Mathias Frank-


 
 

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