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The Eastpak Antidote Tour

Flogging Molly
Street Dogs/ Skindred/ Time Again

Hamburg, Große Freiheit 36
12.11.2008
Flogging Molly
Punkrock, Folk, Dub, Metal - die diesjährige Antidote Tour bot mal wieder Buntgemischtes und ließ auf eine ausverkaufte Hütte schließen. Denn wenn im nahen Scheeßel 50.000 Hurricane-Besucher zu Flogging Molly austicken, sollte die Große Freiheit 36 doch leicht zu füllen sein. Doch nein, der Club war zwar durchaus gut besucht und kuschelig warm, doch alles andere als voll. Sicher hielt just an diesem Abend ein mal wieder starkes Konkurrenz-Programm (Living Colour, Cold War Kids, Dälek, Electric Frankenstein, Queen Mary) den ein oder anderen Interessierten von einem Besuch ab, sicher lag es auch am zwar stark, aber nicht wirklich prominent besetzten Line-Up - Street Dogs, Skindred und Time Again - und sicher war der ein oder andere Hamburger nach den vielen kleinen und großen Konzert-Ereignissen der letzten Tage einfach übersättigt. Am Ende war der Oberrang gesperrt, hinten konnte gemütlich geplaudert werden und vorne standen sie dicht an dicht und schauten und lauschten. Alles gut also und die meisten Bands waren es auch.
Street Dogs
Alle, bis auf die erste. Time Again waren zwar ebenfalls nicht schlecht, aber leider in der Live-Umsetzung lange nicht so stark wie noch auf ihrem aktuellen Album "Darker Days". Denn während auf diesem ihr von Bands wie Rancid, The Clash oder Good Riddance beeinflusster Streetpunk mächtig überzeugt, klang das Ganze an diesem Abend ein wenig beliebig. Die Melodien erzielten nicht die gewünschte Wirkung, die Ohrwürmer blieben nicht hängen und die Intensität sprang nicht über. Dabei gaben sich Amis redlich Mühe, spielten hingebungsvoll auf und konnten auch die ersten Jungs und Mädels zum Tanzen bringen, aber als sie nach weniger als einer halben Stunde als erste Band fertig waren, begann der Abend erst richtig.

Mit Skindred! Die waren die einzige Band des Billings, die nicht wirklich im Punkrock beheimatet ist. Und damit nicht nur musikalischer Außenseiter, sondern im Grunde die einzig wahren Punks. Denn sie waren anders, sie waren wild, sie waren ignorant, konsequent und dabei verdammt, verdammt großartig. Benji und seine Mannen holten die Keule raus und bretterten sich durch ihren Dub-Metal-Crossover und sorgten damit erstmal für große Augen und Ohren. Nur ein paar wenige fanden sofort gefallen, doch mit der Zeit wuchs der Mob auf eine beachtliche Größe. Und bald fraß der halbe Laden dem ehemaligen Dub War-Sänger schlicht aus der Hand. Wenn er keinen Circle Pit, sondern die Leute zum Bouncen aufforderte, dann wurde gebounct. Und wie. Hoch und runter, mit Fucks und Oi!s, mit Hits wie "Trouble" oder "Nobody", es war eine mächtige Party und es war mehr Punkrock, als man erwarten konnte.

Die Street Dogs hatten es danach natürlich schwer, dieses Happening zu toppen. Und so ganz schafften sie es auch nicht. Viele konnten nicht sofort von Skindred auf Streetpunk umschalten, noch mehr warteten auf Flogging Molly und manche fanden die Band einfach schlecht. Doch die Bostoner machten trotz allem das Beste daraus, waren motiviert bei der Sache und boten eine ohne Zweifel tolle Show. Im Mittelpunkt standen die Songs der letzten zwei Platten und damit hymnische Hits wie "Kevin J. O'Toole", "Not Without A Purpose" oder "Tobe's Got A Drinking Problem". Für "Too Angry Kids" holten sich die Street Dogs dann kurzzeitige Verstärkung aus dem Flogging Molly-Lager und erhielten für diese Aktion den größten Jubel. Eine ungerechte Welt und eine gute Band.

Flogging Molly
Flogging Molly scheinen nichts falsch machen zu können. Sie sind einfach immer gut. Sowohl auf Platte als auch auf der Bühne. So auch diesmal. Im Gepäck hatten sie schließlich nicht nur ihr aktuelles "Float"-Werk mit Liedern wie "Requiem For A Dying Song", "The Lightning Storm" oder eben "Float", sondern auch reichlich erprobte Tanzflächen-Füller wie die überraschend früh gespielten Nummern "Drunken Lullabies" und natürlich "Selfish Man" oder auch "If I Ever Leave This World Alive" und "Tobacco Island". Hier gab es kaum noch ein Halten, hier waren die lichten Reihen nicht mehr wichtig, hier waren Flogging Molly und ihre Fans und hier war Party. Der Meister dieser war natürlich Sänger und Gitarrist Dave King, der genau wusste, wie und wann er den Mund aufmachen sollte. Flankiert wurde er von tobenden Männern an unter anderem Banjo und Akkordeon und einer mal wieder grandios desinteressiert wirkenden Geigerin Bridget Regan, die zwischendurch zur Querflöte griff und die man sich kaum als Ehefrau des so charmanten, offenen und locker-flockigen Sängers vorstellen kann. Doch sie ist es und sie schien die einzige Person in der Halle zu sein, die gerne wo anders wäre. Alle anderen konnten sich keinen besseren Ort mit einer besseren Band vorstellen. Dabei boten Flogging Molly gar keine außergewöhnliche oder spektakuläre Show oder überraschten nur einen der Anwesenden, der sie schon mal live gesehen hat – sie waren einfach sie selbst und das bedeutet, dass sie gut waren. Auch eine Leistung.
Surfempfehlung:
www.floggingmolly.com
www.myspace.com/floggingmolly
www.street-dogs.com
www.myspace.com/streetdogs
www.skindred.com
www.myspace.com/skindred
www.timeagainband.com
www.myspace.com/timeagain
www.antidotetour.com
www.myspace.com/theantidotetour
Text: -Mathias Frank-
Fotos: -Michael Kellenbenz-

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