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Herausfordernd. Hardcore.

Persistence Tour
Sick Of It All/ Heaven Shall Burn/ Terror/ Born From Pain/ Discipline/ H2O

Hamburg, Docks
14.12.2008

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Sick Of It All
Was für ein Programm. Was für ein Abend. Was für eine Herausforderung. Bereits im 19 Uhr sollten mit H20 die ersten Hochkaräter der diesjährigen Persistence Tour auf der Bühne des Hamburger Docks stehen. Erst zur Geisterstunde war nach der Show von Sick Of It All eine Ende in Sicht. Dazwischen gab es ein buntes Programm mit Bands wie Heaven Shall Burn oder Terror, das ein äußerst bunt gemischtes, aber sicher kein buntes Publikum in den Laden zog. Die Hardcore-Gemeinde mit Caps und Sweatern waren natürlich in der Überzahl, aber auch Punkrocker, Skins, Metaller und Emo-Kiddies waren da, Anhänger von Hansa Rostock genauso wie vom FC St. Pauli, alte und junge Leute, du und ich und meistens in schwarz. Es war voll und es war eng und es wurde ein schöner und glücklicher Weise meist kurzweiliger Abend.
Besonderes Highlight waren natürlich H2O, deren aktuelles "Nothing To Prove"-Album wir auf dieser Seite zur Platte der Woche kürten und das natürlich auch im Mittelpunkt der knapp halbstündigen Show stand. Nummern wie "1995" oder "Nothing To Prove" sorgten für erste Moshpits, zwischendurch schaute Scott Vogel von Terror vorbei und auch wenn Sänger Toby Morse nicht die aller beste Laune zu haben schien, machte das Ganze verdammt viel Spaß. Weil diese Songs einfach großartig waren und weil jeder wusste, dass hier nicht ohne das große Finale ein noch größerer Schluss sein würde. Und zum Rausschmeißer "What Happenend" kam dann natürlich auch SOIA-Shouter Lou Koller im strahlend leuchtenden Run DMC-Shirt auf die Bühne. Die Stimme von Matt Skiba vom Alkaline Trio, die die Studio-Version des Songs veredelt, übernahm die Band selbst und alle zusammen machten die neue H2O-Hymne zum Highlight des Abends.

Die anschließenden Discipline ließen anschließend im wahrsten Sinne des Wortes die Muskeln spielen, holten ihre mit Hardcore und Oi! angereicherten Fußball-Songs heraus und machten auf dicke Hose und noch dickere Hooloigans. Spannender wurde es bei Born From Pain, die mit ihrem neuen Sänger Rob Franssen antraten und mit ihrem metallischen Hardcore und einer richtig starken Performance punkten konnten. Im Hintergrund liefen bewegte Bilder, davor tobten sich die Limburger mächtig aus, stimmten Kracher wie "Sons Of A Dying World" oder natürlich "The New Hate" an und lockerten das Ganze mit cleveren, politischen oder einfach lässigen Ansagen und Besuchen in den ersten Reihen auf. Mit Terror kann dann ein richtiges Schwergewicht auf die Bühne, die schnell klar machten, dass sie zu den ganz Großen gehören. Vogel und seinen Mannen gönnten sich und dem Publikum keine ruhige Minute und spielten zwar keine sensationelle, aber eine verdammt souveräne Hardcore-Show mit reichlich Hits a la "Always The Hard Way" und mächtig Hummeln im Arsch. Was aber bei ihnen wie auch allen anderen Bands negativ auffiel, war das ständige Fordern eines Circle Pits. Die sind zwar immer nett anzusehen und gehören irgendwie ja dazu, aber sollten die Fans nicht selbst entscheiden, wann sie wie feiern? Früher war es mal so, heute sagt jede Combo an, wann was und wie zu tun ist. Ein wenig schade.

Ein wenig anders war es bei Heaven Shall Burn. Da forderten die ersten Reihen vor "Voice Of The Voiceless" die Wall Of Death und die Band genoss exakt das. "Wir können euch nichts befehlen. Aber wir wollen euch natürlich auch nicht aufhalten..." Also wurde die Meute geteilt und mächtig gefeiert. Überhaupt waren die Thüringer ein wenig anders. Mit ihrem metallischen Sound passten sie nicht ganz so ins Line-Up, wurden am Ende aber zur positiven Überraschung. Denn die Leute liebten sie, feierten sie und genossen jedes Riff, jeden Deathmetal-Part, jede Ansage und jeden Ton Metalcore. Es war ein kleiner Triumphzug und das war es völlig zu Recht. Maik am Mikro entpuppte sich als sehr sympathischer Zeitgenosse, der live erschreckend gut zwischen Growls, Screamings und Gesängen wechselte, die Band holzte hier einen Brocken nach dem anderen herunter und manch alter Hardcore-Recke rieb sich verwundert die Augen. Gleiches taten so manche bei Sick Of It All. Denn tatsächlich schienen nicht wenige der Besucher schon reichlich müde und ausgepowert zu sein, es wurde nicht das Ereignis, was man von Lou Koller und seinen Kollegen gewohnt ist. Natürlich war die Band großartig und natürlich waren es auch die Songs. Vorne ging es weiter gut ab, Nummern wie "Blown Away" oder natürlich "Scratch The Surface" sorgten für Begeisterung und weil sich die Koller-Brüder mal wieder als die nettesten Jungs des Hardcore gaben, war auch niemand enttäuscht. Doch die Stimmung war nicht wirklich euphorisch, der Mob wollte nicht so mitsingen, wie es sich die Band gewünscht hatte und am Ende war es nur eine mal wieder gute Show der NYHC-Veteranen. Das lag aber sicher nicht an der Band selbst, die ankündigte, in Kürze eines Album einzuspielen und dieses 2010 zu veröffentlichen, sondern einzig und alleine an dem langen, anstrengenden Programm zuvor. Denn manchmal wäre weniger eben doch ein wenig mehr...

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Surfempfehlung:
www.persistencetour.de
www.myspace.com/persistencetour
www.sickofitall.com
www.heavenshallburn.com
www.terrorhc.com
www.bornfrompain.com
www.discipline.nl
www.h2ogo.com
Text: -Mathias Frank-
Foto: -Mathias Frank-

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