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Konzert-Bericht
 
In der Kürze liegt die Würze?

Killswitch Engage
Caliban

Bremen, Tivoli
08.06.2009
Killswitch Engage
Nachdem sich mittlerweile immer mehr Metalcorebands musikalisch in Richtung Death Metal verabschieden, ist es trotz deren zweifelsohne hohen Qualität auch mal wieder ganz angenehm, zwei Bands zu erleben, bei denen der Begriff Metalcore nach wie vor noch groß auf den Fahnen steht. Nach den Auftritten bei Rock am Ring und Rock im Park wenige Tage zuvor, haben Killswitch Engage noch zwei Clubshows ihrem Tourkalender hinzugefügt, und machen zusammen mit Caliban u.a. in Bremen halt. Die Frage, ob es die im Vorfeld etwas spärliche Werbung für das Konzert war, die dazu führt, dass der Auftritt scheinbar spontan vom Aladin ins benachbarte, und kleinere, Tivoli verlegt wurde, bleibt offen.
Caliban
Das sind jedoch Fragen, über die sich Caliban als heutiger Opener ohnehin keine Gedanken machen müssen, denn eine bessere Wahl, als den Ruhrpott-Fünfer als Support, hätten Killswitch Engage vermutlich ohnehin nicht treffen können. So verwundert es dann auch kaum, dass das Publikum jeden einzelnen Song regelrecht abfeiert, und Caliban-Fronter Andreas Dörner keinerlei Mühen hat, das Publikum für diverse Circlepits oder die obligatorische "Wall Of Death" zu mobilisieren. Ja, heute ist im Tivoli zweifelsohne kuttenfreie Zone. Zwischen hochmodernen Doublebassattacken, Breakdowns und Moshparts fühlt sich nun mal halt auch nicht jeder wohl. Das heutige Publikum dafür aber umso mehr. Der Sound wummert dermaßen fett aus den Boxen, dass man sich um die Standfestigkeit des alten Gemäuers des Tivoli fast sorgen muss. "I Will Never Let You Down" oder auch der nagelneue Song "24 Years" (vom kommenden Album) walzen restlos alles nieder! Das einzige kleine Problem bei Caliban ist altbekannt: Die cleanen Vocals von Gitarrist Denis Schmidt sind nach wie vor viel zu dünn und leise, aber das muss man bei einem Caliban-Konzert wohl einfach in Kauf nehmen. Ebenso die Tatsache, dass mit "It's Our Burden To Bleed" nach knapp 45 Minuten vorerst Feierabend ist.
Zugegeben, das Schlagzeug von Killswitch Engage wirkt rein optisch doch eher etwas spartanisch, und beim wirklich starken Opening-Doppelpaket "A Bid Farewell" und "When Darkness Falls" fällt irgendwie auch so ein bisschen auf, dass es die Band aus Massachusetts zwar mit spielerischer Leichtigkeit versteht, nun auch noch den letzten Gast im Publikum begeistern zu können, aber diese bedrohlich-erdrückende Soundwand, die Caliban noch kurz zuvor ins Pulikum spielten, scheint nicht mehr da zu sein. Der Sound und einige Songs wirken - sofern man das überhaupt so sagen kann - ein bisschen harmloser, und die Circlepits weichen dann eher Crowdsurfern und auf der Stelle hüpfenden Fans. Die Stimmung hat, passend zur Temperatur im Laden, fast ihren Siedepunkt erreicht, nicht zuletzt wegen Hits wie "Fixation On The Darkness", "Rose of Sharyn" oder auch "The Arms Of Sorrow".

Ebenso wie Caliban präsentieren auch die Amerikaner um Frontmann Howard Jones (der permanent wie ein Wirbelwind über die Bühne hastet) einen ganz neuen Song von ihrem ebenfalls in Kürze erscheinenden neuen Album. "Starting Over" ist ein typischer Hit der Marke Killswitch Engage und fügt sich nahtlos in die Setlist ein. Die fast schon erstaunliche Textsicherheit des Publikums zeigt sich nicht nur bei "My Curse" und "The End Of Heartache", und noch erstaunlicher ist die Tatsache, dass nach diesen beiden Songs und gerade mal 55 Minuten Spielzeit der offizielle Teil bereits zu Ende ist. Man lässt sich allerdings auch nicht allzu lange zur Zugabe bitten, und präsentiert, wie am heutigen Abend schon mehrfach lauthals gefordert, DIOs "Holy Diver", bei dem Howard Jones einmal mehr beweist, was für ein begnadeter Sänger er ist. Das Publikum steht nahezu Kopf, tickt förmlich aus, und der heutige Killswitch Engage-Auftritt ist nach genau einer Stunde Spielzeit - zum Unmut einiger - bereits zu Ende.

Beide Bands haben heute einmal mehr ihre Stellung innerhalb der Metalcore-Szene unterstrichen. Ob es sich eine Band wie Killswitch Engage bei nur einer einzigen Support-Band jedoch langfristig leisten kann, gerade mal ein 60-minütiges Set zu spielen, sei dahingestellt.

Surfempfehlung:
www.killswitchengage.com
www.myspace.com/killswitchengage
www.calibanmetal.com
www.myspace.com/caliban
Text: -Marco Zimmer-
Fotos: -Marco Zimmer-


 
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