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Konzert-Bericht
 
Entertainment. Made in USA.

Green Day
Franz Ferdinand

San Diego, Viejas Arena
20.08.2009
Green Day
Was 'ne Show, was für eine Stimmung. Euphorie, wohin man sah, Begeisterung bis unters Dach, Entertainment made in USA. Bevor Green Day im Herbst mit ihrem neuen Album "21st Century Breakdown" auch in deutsche Hallen und Arenen kommen, nutzten wir die Chance und schauten uns die Punkrock-Superstars in der restlos ausverkauften Viejas Arena in San Diego an. Und was soll man sagen? Es war ein fantastischer Abend mit nicht nur einer, sondern gleich zwei fantastischen Bands.
Das Vorprogramm nämlich durften unsere schottischen Helden von Franz Ferdinand bestreiten, die leider schon 20 Minuten vor dem offiziellen Beginn auf die Bühne mussten und so nicht vor über 10.000, sondern nur einem Bruchteil dieser spielen durften. Sowohl Innenraum als auch die Tribünen waren nur spärlich gefüllt. Die Leute, die teilweise schon Stunden vor der Show auf dem Gelände der San Diego Universität waren, genossen lieber das tolle Wetter, die Futter- und Unterhatltungsbuden, die es rund um die Arena gab, und ließen Franz Ferdinand einfach mal (fast) alleine ihr Ding machen. Das aber taten sie richtig gut. Keine Überraschung, wissen wir alle. Und so wurde es mit der Zeit immer ein bisschen voller, die Stimmung immer ein bisschen besser und als es nach Hits wie "Take Me Out", "Do You Want To" oder "The Dark Of The Matinée" und einer sympathisch-lässigen Vorstellung mal wieder das Trommeltreffen der vier Jungs rund um das Schlagzeug gab, war alles gut.

Und dann begann das, wofür der Begriff Show eigentlich nicht ausreicht. Erlebnis, Happening, Performance. Lichter und Bilder auf den Leinwänden, die Band startet mit "Song Of The Century" und die Massen beben. Bille Joe stürmt über die Bühne, fordert die Menschen auf, aufzustehen. Schreit sie an. "This is no fuckin' Television, no Cellphones, this not the beach! Stand up and jump, motherfuckers!" Und die Leute folgten. Punker und Emos, Popper und Kinder, Familien und Metaller standen, johlten, feierten. Anfangs zu hauptsächlich aktuellen Tracks wie "21st Century Breakdow", "Know Your Enemy" (hier marschierte Billy Joe einfach mal durch die Massen bis auf die Tribüne!), "The Static Age" oder "East Jesus Nowhere", vereinzelt mischten sich Nummern wie "Holiday", "Are We The Waiting" oder "St. Jimmy" dazwischen. Es gab die Stadionausgabe von Green Day. Nahezu jeder Song wurde von Pyros und Böllern begleitet, immer wieder gab es das beliebte Spiel "Sänger singt vor, Meute singt nach" und San Diego-Liebesbekunden, "Es ist egal, von wo ich aus Kalifornien komme", sagte der singende Tanzzwerg. "Ich fühle mich hier zu Hause." Zwischenzeitlich holte man sich dann auch noch Fans auf die Bühne, darunter ein - und das war wirklich hart - vielleicht zweijähriges Mädchen, das verständlicher Weise verstört wirkte - und einen fünfjährigen Jungen, der dagegen sichtlich Spaß hatte, sich von Billy Joe opfern zu lassen. Denn ja, die Kinder waren mit Mami und Papi auch im Innenraum, direkt vor der Bühne, mitten im Gedrängel. Muss sein? Sicher nicht.

Green Day
Es war der einzige negative Beigeschmack, den dieser Abend hatte. Der Rest war purer Spaß! Was auch daran lag, dass Green Day - auf der Bühne wieder als Sextett unterwegs - nach einer guten Stunde und nach "Boulevard Of Broken Dreams" endlich musikalisch zurückblickten. Mit "2000 Light Years" gab es eine Uralt-Nummer, es folgten Klassiker wie "Hitchin' A Ride", "Welcome To Paradise", "Brain Stew" oder "When I Come Around" und mit "Disappearing Boy" eine weitere Rarität. Und kurze Zeit später den Höhepunkt der Show. "Longview" stand an und es wurde ein Sänger gesucht. Ein vielleicht 18-jähriges Mädel enterte die Bühne und sang den Song dermaßen textsicher und tanzte dabei so ausgelassen und professionell über die Bühne, dass sowohl Fans als auch Band restlos beeindruckt waren.

Die verkleidete sich dann für "King For A Day" (Tre Cool mit BH, Mike mit rosa Schwänzchen, Billie als Cop), ließ sich bei "21 Guns" (was für eine Granate von Song!) den Refrain von den völlig hemmungslosen Fans abnehmen und verließ nach stolzen zwei Stunden erstmals die Bühne. Nur, um zwei klasse Zugaben inkl. "American Idiot", "Minority" und dem finalen Rausschmeißer "Good Riddance (Time Of Your Life)" zu spielen und damit einen schlicht famosen Abend zu beenden. Wer sich von der Hoffnung verabschiedet hat, Green Day jemals wieder als kleine Punkrockband im Kellerclub zu sehen, sondern eingesehen hat, dass sie eine der größten Popgruppen der Welt geworden sind und es verstehen, auf dicke Hose zu machen, der wird an den kommenden Deutschland-Shows die größte Freude haben. Selbst wenn es bei diesen nur einen Bruchteil des hier Gezeigten geben sollte...

Surfempfehlung:
www.greenday.com
www.greenday.net
www.greenday.de
www.myspace.com/greenday
www.franzferdinand.co.uk
www.myspace.com/franzferdinand
Text: -Mathias Frank-
Fotos: -Mathias Frank-


 
 

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