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Heiß

The Noisettes
Christian Harder

Hamburg, Uebel & Gefährlich
30.09.2009
The Noisettes
Das Uebel & Gefährlich ist nur mäßig gefüllt an diesem Abend. Heiß ist es trotzdem. Und es soll noch heißer werden. Dennoch: Das im April erschienende Album von den Noisettes namens "Wild Young Hearts" wirft seine Schatten auf das kommende Konzert voraus: Eine eingängige Pop-Platte mit viel Soul ist dieses geworden - kein Vergleich mehr zum rumpeligen Punk mit spitzen Schreien von Sängerin Shingai Shoniwa des Vorgängers.
Christian Harder, der als Vorband auf den Abend einstimmen soll, ist nicht nur musikalisch denkbar unpassend ausgewählt, sondern auch noch einfach schlecht. Er hat keine Stimme, kann nicht rappen - was er trotzdem tut - und seine elektronisch erstellten und abgespielten Tracks zeugen nicht gerade von Einfallsreichtum. Vielleicht funktioniert seine Musik von Platte - live tut sie das jedenfalls nicht, worüber auch die Lautstärke der Bässe nicht hinwegtäuschen kann.

Als dann die Noisettes zu spielen beginnen, zeigt sich schnell, dass die Vorahnung korrekt war: Die Songs des aktuellen Albums dominieren tatsächlich - und nachvollziehbar - das Set. Dementsprechend verwunderlich ist es, dass der Club so leer ist. Dieses Album strotzt nur so vor zuckersüßem Pop-Appeal, herrlichen Soul-Melodien, Eingängigkeit und somit auch Massentauglichkeit, sodass es geradezu unverständlich ist, dass diese Band in einer Stadt wie Hamburg nicht mehr Zuhörer finden kann.

Eben hier liegt aber auch der größte Kritikpunkt des Konzerts, welcher gewissermaßen auch auf die Noisettes bzw. ihr aktuelles Werk zu übertragen ist: Die Songs sind bei aller Lieblichkeit teilweise einfach eine Spur zu harmlos und man vermisst den zackigen Punk-Geist von einst schmerzlich. Wenn Shoniwa es mit der unglaublichen Bandbreite ihrer Stimme darauf anlegt, klingt die Band plötzlich wie eine Uptempo-Version von Duffy.

Gottseidank spart die Band ihr erstes Album "What's the Time Mr. Wolf?" aber nicht komplett aus und sobald Shoniwa wieder zum Bass greift und Drummer Jamie Morrison das Tempo anzieht, ist vor der Bühne auch sogleich mehr Bewegung auszumachen. Darüberhinaus verstehen die Noisettes es hervorragend, eine tolle Show abzuliefern: Shoniwa steigt zwischenzeitlich von der Bühne hinab in die Menge, nur um plötzlich kopfüber an einer der Traversen am linken Clubrand wieder aufzutauchen. Einen weiteren Song singt sie fast komplett von der langen Theke des Uebel & Gefährlich und lässt sich dann mit den Worten "Take me home!" von den Armen eines starken Mannes zurück zur Bühne tragen, für den dies sicher der Höhepunkt des Abends war.

Nach einer guten Stunde und einem T. Rex-Cover, "Children Of The Revolution", ist der ganze Spaß dann auch schon wieder vorbei. Und so wissen die Noisettes doch noch zu überzeugen. Das liegt vor allem an der absolut beeindruckenden Stimme von Sängerin Shoniwa, aber auch der fulminanten Gesamtdarbietung, die die Band hier abliefert. Einen nicht geringen Anteil daran trägt Schlagzeuger Morrison, der ganz ganz sicher großer Fan von Animal aus der Sesamstraße ist und dies eindrucksvoll unter Beweis zu stellen vermag.
Surfempfehlung:
www.noisettes.net
www.thenoisettes.com
de.wikipedia.org/wiki/Noisettes
www.christianharder.de
www.myspace.com/monkeygravity
Text: -Felix Maliers-
Foto: -Pressefreigabe-

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Mehr über The Noisettes:
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