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Konzert-Bericht
 
Blues einmal anders

Tindersticks

Hamburg, Jazzport Festival
08.07.2001
Tindersticks
Arrangements aus Klavier und Streichern, die zwar emotional aufgeladen, aber nie pathetisch und nervend sind - Nick Cave hat Jahre gebraucht, um das zu schaffen. Die Tindersticks machen das schon seit eh und je. Dabei liefern sie den idealen Soundtrack für das Leben notorischer Grübler, die sich gerne in langen Gesprächen und dem Genuss von Rotwein verlieren.
Das neue Album "Can Our Love..." findet im Hamburger Konzert die logische Fortsetzung: Die Tindersticks zelebrieren die Melancholie. Atmosphärisch dicht und zutiefst emotional reiht sich ein trauriger Song aus dem reichen Fundus an den anderen. Keine Spannungskurve, keine Achterbahnfahrt. Es wird gelitten und auf ganz eigene Art dem Blues Tribut gezollt. Dabei bewegt sich Sänger Stuart Staples wie getrieben über die Bühne. Das gepflegte Dandy-Image beherrscht er perfekt. Er wirkt ein wenig wie eine gekonnte Mischung aus James Dean und Bryan Ferry und lässt auch die Zigarette nicht vermissen. Stilecht ruht sie in der Hand, die das Mikrofon umklammert, und doch vermeidet er, obwohl er durchaus Klischees bedient, jede Peinlichkeit. Man nimmt diesem wortkargen, aber höflichen Menschen jede Pose ab. Musikalisch ist die Band perfekt. Böse Zungen könnten sagen, der Sound sei beinahe zu glatt, doch er erfüllt seine Wirkung: Die geballte Ladung an Traurigkeit lullt ein und lässt keine Chance zur Flucht. Man muss sich darauf einlassen. Die Anwesenden im Festival-Zelt taten dies gern und bedankten sich mit äußerster Kultiviertheit: Andächtige Stille während der Songs und frenetischer Jubel dazwischen.
Am Rande sei noch bemerkt, dass das Hamburger Publikum jeden Dickkopf-Wettbewerb für sich zu entscheiden vermag. Nach dem Zugabenblock ignorierte es die Tatsache, dass das Licht bereits an war und Musik vom Band lief, komplett. Der andauernde, tosende Applaus wurde schließlich auch mit einer traumhaft schönen Version von "Dying Slowly" belohnt. So viel Unbeirrbarkeit verdient Respekt.
Text: -Christian Zeiser-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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