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Konzert-Bericht
 
Heimspiel für Herrenmagazin

Herrenmagazin
Ludger/ gnill

Hamburg, Hafenklang
06.02.2011
Herrenmagazin
Seit dem 3. September 2010 ist das zweite Herrenmagazin-Album "Das wird alles einmal dir gehören" draußen. Seitdem kann die Band, scheint es, niemand mehr stoppen. Dieses hier ist nämlich ein Zusatzkonzert. Ein ausverkauftes, wohlgemerkt. Nachdem das Hamburg-Konzert der aktuellen Tour im November bereits restlos ausverkauft war. Herrenmagazin sind endlich angekommen: Heute Abend sind sie nicht nur zurück in Hamburg und tragen hier ihr Heimspiel aus. Auf ihrer aktuellen Tour haben sie in fast ganz Deutschland die Läden ausverkauft und brechend volle Säle bespielt. Herrenmagazin sind in den Herzen der Leute angekommen, so scheint es.
Zu Beginn des Abends spielen jedoch erstmal Ludger auf. Ludger ist die neue Hamburger Allstar-Punkband: Am Schlagzeug sitzt Säge von ehemals Juri Gagarin, den Bass bedient Kevin Hamann a.k.a. ClickClickDecker und die eine Hälfte von Bratze, die Gitarre übernimmt Rasmus Engler, später noch hinter dem Schlagzeug von Herrenmagazin zu erleben und am Mikro steht Jörg Fuchs, alias Fuchs, der bei den leider viel zu früh aufgelösten peters. Bass spielte. Im Publikum steht ein junger Mann mit einem weißen Ludger-T-Shirt, auf dem steht: "Rasmus darf noch 1 Bier". Ungefähr so lässt sich der musikalische Spirit dieser Supergroup zusammenfassen. Keiner der Musiker spielt sein angestammtes Instrument, dementsprechend roh und sympathisch unperfekt klingen die Songs. Es geht um Punk und vor allem um viel Bier und das ist gut so. Die Musiker auf der Bühne haben jede Menge Spaß und es muss zum ersten (und beileibe nicht zum letzten) Mal an diesem Abend festgestellt werden, dass da Alkohol im Spiel war. Das Konzert ist selbtverständlich ausverkauft und die erste Band des Abends gefällt dem zahlreich anwesenden Publikum sichtlich. Das ist kein Wunder, Lokalhelden wie Ludger feiert man schließlich gerne.

Etwas schwieriger hat es dann leider gnill. Der heißt sonst eigentlich Florian Gelling und ist im Publikum offensichtlich nicht allzu vielen bekannt als Frontmann von Grafzahl. Als gnill steht er nun alleine auf der Bühne und singt und spielt mit seiner Gitarre zu Elektrobeats, die vom Band kommen. Er hat natürlich auch seinen kleinen Hit "Artig" mitgebracht, aber auch der weiß im Publikum leider irgendwie nicht zu zünden. Das ist schade, denn Gelling ist wirklich sympathisch und gibt sich Mühe, seine Indiepop-Songs mit den verquasten, aber witzigen Texten sind gut. Vermutlich hat er heute Abend genau nur eine Sache falsch gemacht: Er kommt nicht aus Hamburg.

Um viertel nach zehn betreten dann Herrenmagazin die Bühne. Tosender Applaus begleitet sie. Herrenmagazin sind zuhause. Los geht es mit "Erinnern" vom aktuellen Album. Das Publikum ist ein einziger Chor, der gar nicht so schlecht klingt. Das liegt daran, dass man Herrenmagazin-Lieder so gut gröhlen kann, indem man einfach jeden Vokal zu einem "Ö" macht. Zwischen dem zweiten Bier und dem dritten Song geht dann jegliche Objektivität des Autors flöten: Bei der Über-Hymne "Hals über Kopf" entern Herr Pohn, früherer Bassist schon Schrottgrenze und Fuchs die Bühne und versuchen sich im Crowdsurfen. Das klappt bei Herrn Pohn ganz gut, bei Fuchs nur so mittel. Das hier ist groß. Das weiß das Publikum und das weiß auch Herrenmagazin, wie man an Deniz Jaspersens breitem Grinsen unschwer erkennen kann. Es scheint so, als könnte die Band selbst kaum fassen, was hier eigentlich los ist.

Die Band erzählt nette Anekdoten von der Tour und fordert dafür vier Bier (pro Person, wie Rasmus Engler nicht müde wird, zu betonen). So bekam z.B. Gitarrist König Wilhelmburg von einem Pärchen ein niedlich zurechtgemachtes Album mit Gitarrensaiten geschenkt, weil sie ihm beim letzten Konzert im Hafenklang mehrfach gerissen sind. So sind sie, die Herrenmagazin-Fans. Diesmal geht dafür das Englers Basedrum kaputt. Die kleine Pause nutzt Jaspersen, um solo "Ein Wind", den Hidden Track vom ersten Album zum Besten zu geben. Dann geht es wieder zur Sache und Herrenmagazin spielen alle Lieder, die man von ihnen hören möchte: "Lilly Lametta", "Früher war ich meistens traurig", "Alle sind so", "Lnbrg", "1000 Städte" usw.

Jaspersen erklärt, wer oder was eigentlich "Onze", der Titel eines Stück auf dem aktuellen Album ist: Seine ehemaliger Mitbewohner, der jetzt in Bremen wohnt. Außerdem erzählt er, was Herrenmagazin so treiben, wenn sie auf Tour mal etwas früher in der zu bespielenden Stadt ankommen: "Mama anrufen." In der Folge wird auf und vor der Bühne jede Menge Alkohol konsumiert: Nachdem es zunächst noch Schwierigkeiten mit dem Bierfluss Richtung Bühne gab, werden den Musikern zu vorgerückter Stunde unzählige Flaschen nach oben gereicht. Auch Schnaps und Pfeffi (Jaspersen: "Pfeffi ist gut zu uns.") fehlen glücklickerweise nicht.

Gegen Ende stellt Engler, der zwischendurch kurz auf die Toilette muss, fest, dass mindestens 25 Prozent der Band "völlig besoffen" sind. Trotzdem spielen Herrenmagazin auch unter leichtem Alkoholeinfluss ein phänomenales Konzert vor ihrem Heimatpublikum im Hamburger Hafenklang. Den Abschluss des fantastischen Auftritts in Form von Zugaben bilden dann "Kein bisschen aufgeregt" und das letzte Stück vom neuen Album: "Krieg".
Surfempfehlung:
www.herrenmusik.de
herrenmagazin.blogsport.de
www.myspace.com/herrenmagazin
www.lastfm.de/music/Herrenmagazin
de.wikipedia.org/wiki/Herrenmagazin_(Band)
www.myspace.com/ludgerei
www.lastfm.de/music/Ludger
www.myspace.com/gnill
www.lastfm.de/music/gnill
Text: -Felix Maliers-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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