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Konzert-Bericht
 
Eher beeindruckt als begeistert.

Mogwai

Köln, Live Music Hall/ Hamburg, Große Freiheit 36
19.11.2001/ 22.11.2001

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Mogwai
Vor einer gut gefüllten Live Music Hall eröffneten die fünf Glasgower ihr Konzert mit dem Monumentalwerk "Mogwai Fear Satan". Was für ein Anfang, sie legen die Latte hoch. Wenn sie das durchhalten, kann das Konzert nur noch grandios werden. Das Stück entwickelte sich jedoch anders als erwartet, es blieb relativ kraftlos und verhalten. Technische Probleme erschwerten den Einsatz der Querflöte. Auch im weiteren Verlauf hemmten technische Probleme die Band. Immer wieder wurden sie aus ihrem Fluß gerissen und mußten sich darüber wundern, warum dieses oder jenes nicht wie gewohnt funktionierte. Daß dabei keine rechte Spielfreude aufkommen konnte ist klar. Es ist aber fraglich, ob das der einzige Grund war, daß das Publikum zwar beeindruckt war von der imensen Lautstärke, doch keine größeren Zeichen der Begeisterung zeigte.
Dabei hätte es so schön sein können. Die Auswahl der Songs erstreckte sich über fast alle Tonträger, so daß eigentlich kaum Wünsche offen bleiben konnten. Dennoch gab es nur wenige Momente der Konzentration und Schönheit, die das gesamte Publikum ergriffen. Der herrausragendste war sicherlich das Stück "Cody", bei dem Frontmann Stuart gegen alle Gewohnheiten zum ersten Mal seine Stimme erhob. Auch kam Mogwai dabei ganz ohne Krach aus, der ihnen offensichtlich so viel Spass bereitet. Nach gut 90 Minuten war dann die eigentliche Show zu Ende, das Publikum erwachte langsam aus seiner Starre und forderte eine Zugabe, zwar nicht frenetisch, aber doch hartnäckig. Diese wurde dann auch gegeben und endete in einem Krachinferno, das jegliche Lust auf mehr tötete. Das große Manko des Konzertes war, daß der von Mogwai so begeistert zelebrierte Krach, letztendlich nur Krach blieb, der unter besseren (oder vielleicht auch leiseren) Soundverhältnissen wesentlich interessanter hätte sein können.
Drei Tage später in Hamburg indes war von den immensen Soundproblemen nur noch wenig zu spüren. Es war erneut die Querflöte, welche ihrem Namen alle Ehre machte und anfangs dem Tonmann in ebendieser Weise im Magen lag. Danach aber kam in Gang, was noch zuvor in Köln so gar nicht fließen wollte. Langsam nahm dieses anderthalbstündige Klangmonster Gestalt an. Brachiale Lautstärke, Ausbrüche in oberste Schmerzregionen und dennoch ein, so man in diesen Regionen überhaupt noch davon sprechen kann, differenzierter Sound. Mogwai bliesen das Publikum nicht fort, sondern bauten einen dreidimensionalen Soundblock über den Köpfen der Anwesenden auf, der die Kraft eines startenden Flugzeuges mit dem Schwebezustand von Federn verband. Das mehrminütige, pulsierende Krachinferno am Ende begrub schließlich auch hier jeden Wunsch auf mehr und beendete einen Konzertabend, der eine Unmenge Ohrstöpsel wie Hagelkörner auf dem Hallenboden hinterließ.

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Text: -Stefan Claudius (K) / Michael Kellenbenz (HH)-
Foto: -Stefan Claudius-


 
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