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Konzert-Bericht
 
Ich will Spaß!

Terrorgruppe
The Real McKenzies/ Brainless Wankers

Hamburg, Schlachthof
24.01.2003
Terrorgruppe
"Was ist bloß mit Hamburg los? St. Pauli ist Letzter, ein Innensenator Schill und die ganzen beknackten Hip-Hop-Bands!" Lachen auf der Bühne, zustimmendes Klatschen davor. Die Terrorgruppe weiß, was man in Hamburg hören will. Und so ging es weiter: "Wollen wir hoffen, daß Schill von einem Mercedes überfahren wird, der von einem Juden gefahren wird." Gut, über Geschmack und Humor läßt sich streiten. Doch nicht wenige im vollen Schlachthof dürften schon häufiger ähnliche Gedanken gehabt haben. Und was sollte man von einer Band, die Song-Perlen wie "Mein Skateboard ist wichtiger als Deutschland" und "Keine Airbags für die CSU" verfaßt hat, auch erwarten?
Die Terrorgruppe war auf Tour, um ihre neue Live-Scheibe "Blechdose" vorzustellen. Live-Alben sind ja immer so eine Sache und riechen häufig nach Abzocke. Doch bei den vier Kreuzbergern macht das schon Sinn. Schließlich gehören sie den unterhaltsamsten Live-Bands Deutschland. Was sie auch heute bewiesen. Wenn da nicht so ein paar junge Stagediver genervt hätten, die mehr auf, als vor der Bühne standen, wäre es ein noch witzigerer Abend gewesen. Aber auch so war es mehr als okay. Es wurden fast zwei Stunden Spaß und gute Musik geboten. Kein Hit wurde ausgelassen. So gab es als Opener "Nazis im Haus", es folgten unter anderem "Schöner Strand", "Wir müssen raus", "Homosexuell", die oben erwähnten Perlen, "Ich will nicht mit dir gehen" oder "Der Rhein ist tot", und so weiter und so weiter. Dazu Kommentare über's Kinderkriegen, die Kelly Family, Otto Schilly und vieles, vieles mehr. Eben alles, was der Fan begehrt. Und von dem waren heute erfreulich viele gekommen. Von jung bis alt, von Iro bis Skin, die meisten dürften eine Menge Spaß gehabt haben.

Schon das Vorprogramm hatte es in sich. Den Anfang machten die Brainless Wankers, ebenfalls aus Berlin. Runde 40 Minuten spielten sie ihren Trompeten-Punk, der auf der Bühne um einiges frischer und einfach besser kam als auf Platte. Vielleicht lag es daran, daß Sänger Olli vor dem Konzert "ordentlich kacken war. Das sind doch beste Vorraussetzungen für eine gute Show!" Um zwei Bläser und einen sonnenbebrillten Tänzer erweitert, sorgten die Wankers jedenfalls für einen verdammt coolen Anfang. Schöne Sache, die man sich gern mal wieder antun kann.

Bei den Real McKenzies sieht das etwas anders aus. Fünf durchgeknallte Kanadier, die mit Bierkasten und Dudelsack kamen. Sobald letzterer zum Einsatz kam, war es auch gut und lustig. Wenn nicht, hörte man eher einfachen, harten Punkrock. Die Band war komplett im Kilt-Outift angetreten und zeigte mehrmals, was echte "Schotten" unter eben diesem tragen. Auch im Publikum trug jemand einen Kilt. Die Band erspähte ihn und traute ihren Augen nicht. Sollte es dieser Typ tatsächlich wagen, eine Unterhose zu tragen? Fix wurde er auf die Bühne gezogen und mußte sich dort seines schwarzen Höschens entledigen. Zur Belohnung gab's ein Bier. Nach ebenfalls 40 mehr oder weniger netten Minuten war Schluß und es kam die Terrorgruppe, die übrigens noch bis Mitte März auf Tour ist. Nur mal so ganz nebenbei...
Text: -Mathias Frank-
Foto: -Keule-


 
 

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