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Konzert-Bericht
 
Im Grunde ein grosses Vergnügen

Stoppok Worthy

Hamburg, Schmidt Theater
01.11.2000
Stoppok   Worthy
Ein Duo, Stefan Stoppok und Reggie Worthy, das bereits beim blossen Hinsehen ein vorfreudiges Lächeln auf die Lippen zaubert. Stoppok, schon immer von Kopf bis Fuss ein feinsinniger und tiefhumoriger Musiker, dem man sein exzessives Kneipen-Klischee nur zu gerne abnehmen mag. Verliert er doch selbst durch den dichtesten Alkoholschleier zumindest eines offenbar nicht: Den Durchblick. Rechts und im unschuldigen Weiss gekleidet der Ruhrpottpoet, umringt von Gitarren sowie Banjo. An seiner Seite der ein wenig an den jungen B.B King erinnernde Bassist Worthy, der im Laufe des Abends öfter unter Beweis stellen kann, mehr als nur schmückendes Beiwerk zu sein.
Ein grosser Teil des zweieinhalbstündigen Programms besteht natürlich aus den Songs der aktuellen Scheibe "Grundvergnügen" und man kokettiert auch zwischendrin immer wieder gerne mit dem Begriff der Verkaufsveranstaltung. Überhaupt reisst der Kontakt mit dem Publikum im ausverkauften Saal über die ganze Länge des Konzertes nicht ab. Ob die mehrfach verstimmte Gitarre ("Sie hat es schwer, sich an die Theateratmosphäre zu gewöhnen") oder hier und dort auftretende Textunsicherheiten. Nichts von alledem wirkt aufgesetzt oder gewollt. Stoppok, eine Art Klaus Beimer meets Stefan Raab, reagiert immer wieder auf Zurufe, schreckt zur Not auch vor derben Kalauern nicht zurück. Tiefschwarzer Humor um antiautoritär erziehende Mütter und eventuelle Folgen ("Learning by Burning") sowie andere feine Beobachtungen des Alltags folgen Schlag auf Schlag. Da kommen die 2-3 Intermezzi des Bassisten zum Durchatmen gerade recht, in denen er eindrucksvoll zeigt, was aus diesem Instrument mit einfachen Mitteln gezaubert werden kann. Herzhafte Sticheleien aus tiefen und ECHTen Gefühlen bei einem Rio Reiser Titel nimmt man Stoppok nur zu gerne ab, Willi mit Gerd und die Dumpfbacke sind Selbstgänger. Zum Schluss hin noch etwas Melancholie ("Wie tief kann man sehen" , "Wetterprophet") und der Abend ist vorüber.
Stoppok und Worthy: ein Duo, dass sich auf der Bühne hervorragend ergänzt und immer für einen kurzweiligen Abend gut sein dürfte.
Text: -Michael Kellenbenz-



 
 

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