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Duck The Virus

Orange Blossom Special Festival 24

Quarantine Concerts, Beverungen
29.05.2020/ 30.05.2020/ 31.05.2020

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Orange Blossom Special
Kurz vorab: Hierbei handelt es sich nicht um einen üblichen Konzertbericht, sondern eine Berichterstattung über Quarantäne-Konzerte im Rahmen der andauernden Corona-Situation.

Mit einem ganz unerwarteten Luxusproblem im Zusammenhang mit dem Corona-Lockdown sah sich auf ein Mal das traditionellerweise für das Pfingstwochenende geplante Orange Blossom Festival konfrontiert: Es konnte nämlich aufgrund versicherungstechnischer Fragen lange Zeit offiziell gar nicht abgesagt werden, weil die Landesregierung mit dem Ausformulieren der sich ständig ändernden Lockdown-Bestimmungen nicht nachkam. Nachdem die Sache dann seit einigen Wochen nun doch klar ist und das Festival dann erst mal ins nächste Jahr verschoben werden konnte, stand das nächste Problem vor der Tür: Da das OBS nun mal ein festes Standbein des Glitterhouse-Imperiums ist, mussten Wege gefunden werden, den anstehenden Einnahmeausfall irgendwie zu kompensieren (denn die bereits für dieses Jahr gekauften Tickets behalten ihre Gültigkeit für das nächste Jahr) und damit auch die Existenz des Festivals abzusichern. Hierzu gibt es mehrere Lösungsansätze: Großherzige Spenden, "Retter Merch" (speziell auf die Thematik zugeschnittene OBS-Merch-Produkte, die über den Glitterhouse-Mail-Order bestellt werden können), großherzige Spenden, ein Live-Stream vom OBS-Gelände an den ursprünglich geplanten Festival-Tagen und großherzige Spenden.

Wir wollen uns logischerweise mit dem genannten Live-Stream beschäftigen, da es dort neben einem kunterbunten, informativen und lehrreichen Rahmenkulturprogramm nämlich auch Musikbeiträge zu bestaunen gibt. Um die Sache auch technisch ansprechend gestalten zu können, wurde der Stream mit dem Untertitel "Ein Festival in Quarantäne" in Zusammenarbeit mit der "Dringeblieben"-Plattform realisiert (der Corona-Version der "Rausgegangen"-Site) und vor Ort von der bewährten Glitterhouse-Film-Crew betreut. Die Sache begann am ersten Tag mit einer kleinen Einführung, einem liebevoll produzierten Giant Rooks-Konferenz-Video zu dem Song "Watershed" (leider ohne Ton), einem kleinen Rückblick auf Highlights vergangener Tage und einer historischen Abhandlung, die erläuterte, dass weiland Hermann der Stiewe den römischen Generalissimus Virus (nicht Varus) im Weserbergland besiegt habe - und nicht etwa im Teutoburger Wald. (Das erklärte dann auch, warum Glitterhouse im Vorfeld der Veranstaltung nach Wikinger-Kostümen und römischen Uniformen gesucht hatte.)

Es folgten dann Call-In-Shows, bei denen Preise ausgelobt wurden - aber tatsächlich eher Acts präsentiert wurden, die auf dem Festival eigentlich hätten auftreten sollen. Dazu gab es dann charmante Grußbotschaften eben dieser Acts - etwa Alex Henry Thomas, Husten, Giant Rooks oder July Talk - aber auch von Wegbegleitern wie zum Beispiel Laura Carbone, Slim Cessna, Scott Matthew oder Chris Eckman - die gar nicht für dieses Jahr eingeplant gewesen waren, aber in zum Teil in rührenden Lobeshymnen ihre Verbundenheit mit dem Festival zum Ausdruck bringen wollten und auf diesem Wege um Unterstützung des selben baten.

Musik gab es dann auch - und zwar in Form von eigens für den Zweck produzierten Live-Videos von den vorgesehenen Acts Acht Eimer Hühnerherzen, Husten oder July Talk. Letzteres war besonders bemerkenswert, da diese Band schon lange zum OBS-Wunschprogramm gehörte und nach mehreren vergeblichen Anläufen in diesem Jahr erstmals hätte verpflichtet werden können. Eine Art Live-Act gab es dann auch - nämlich eine Performance im Namen von Fortuna Ehrenfeld in Vertretung des zu Hause Weinetiketten signierenden Martin Bechler. Das ersetzte natürlich in keiner Weise die ausgefallenen Live-Performances, war aber im mehrerlei Hinsicht essentiell wichtig: Zum einen, um den Familiengedanken der ganzen Sache hervorzuheben und zum anderen die Hoffnung am Leben zu erhalten, dass das Line-Up (wie von den meisten der zugeschalteten Acts angedeutet) weitestgehend ins nächste Jahr gehievt werden könnte.

Abgerundet wurde das Programm dann durch diverse Backstage-Impressionen, eine wissenschaftliche Erläuterung des Coronavirus durch den Glitterhouse-eigenen Virologen Doc Drahnier Lekän, ein Clip vom Auftritt der Nerven aus dem letzten Jahr, den ersten Teil eines selbst erfundenen Drei-Tage-Witzes und ein Interview mit Lichtdesigner Rolf Wenzel, der die Initiative #Festivalsalive gegründet hat, um die Situation mit Lichtinstallationen an den Standorten ausgefallener Festivals zu beleuchten und so darauf aufmerksam zu machen, dass nicht nur Musiker, sondern die vollständige Infrastruktur der Musik-Branche von der aktuellen Berufsverbot-Situation betroffen ist. Logischerweise wird die Aktion an den anderen beiden Festival-Tagen fortgesetzt, damit den Zuschauern die Möglichkeit geboten wird, die Sache auch an diesen Tagen mit großherzigen Spenden zu unterstützen.

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orangeblossomspecial.de
mailorder.glitterhouse.com/aktion/81/retter-merch.html
www.glitterhouse.com
www.facebook.com/Orangeblossomspecialfestival
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Screenshots-


 
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