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Konzert-Bericht
 
Live from the Moon

Lera Lynn

Quarantine Concerts, Nashville
13.06.2020
Lera Lynn
Kurz vorab: Hierbei handelt es sich nicht um einen üblichen Konzertbericht, sondern eine Berichterstattung über Quarantäne-Konzerte im Rahmen der andauernden Corona-Situation.

Genau genommen handelte es sich bei den Live Streams vom 13.06.2020 bereits um die zweite Quarantine-Show, die Lera Lynn vom heimatlichen Nashville aus zusammen mit ihrem Hubby Todd Lombardo aus dessen Studio streamte. Jedoch hat sich inzwischen auch in Nashville die Corona-Lage in Bezug auf die Quarantäne-Situation etwas verbessert und zum anderen lief die erste Show über den von Europa aus schwer zu handhabenden Bezahl-Dienst Stage-It, während diese neue Shows nun auf Facebook-Live zu begutachten waren - was sich als gute Entscheidung herausstellte, da sich so über 10K Fans zuschalteten. Es gab dann auch gleich zwei Shows - zwar mit derselben Setlist, aber eine für Europa und eine für die US-Fans.

Sei es drum. Da Leras neue Scheibe noch in Arbeit ist und erst in einiger Zeit erscheinen wird, nutzten Lera und Todd die Gelegenheit einen umfassenden Showcase mit Beiträgen aus allen Phasen von Leras Laufbahn zu präsentierten - die so richtig eigentlich erst mit dem "True Detective"-Soundtrack begonnen hatte, von dem Lera und Todd dann auch den Song "Church In Ruins" spielten. Die ganze Sache lief eigentlich recht unspektakulär und relaxed im akustischen Setting ab - zumal Lera in Kürze ihr erstes Kind erwartet und sich somit mit körperlichen Aktivitäten eh zurückhalten muss. Gerade dieses klassische Folksetting nutzten Lera & Todd nun aber, Songs auszuwählen, die sie eher selten unplugged spielen. So begann die Show etwa mit dem Stück "Standing On The Moon" von dem Album "The Avenues". Von diesem Album gab es später auch noch "Refrain" und anlässlich dieses Songs beschrieb Lera dann auch, wie sie zu ihrem Stil gefunden hatte, nachdem sie zunächst in einer Rockband begonnen hatte und erst aufgrund ihrer ersten Live-Engagements als Support-Artistin dazu gekommen war, als akustisch agierende Songwriterin tätig zu werden.

Es folgten dann Tracks wie "Shape Shifter" oder "Run The Night" von dem eher elektrisch ausgerichteten "Resistor"-Album. Es waren dann gerade Songs wie eben "Shape Shifter" oder auch "Wolf Like Me" bzw. "Nothing To Do With Your Love" von dem Duett-Album "Plays Well With Others", die eine ganz eigene Dynamik entfalteten, da es sich hierbei eigentlich um Rocksongs handelt, die auch im akustischen Setting einen gewissen Drive entwickelten. Hier zeigte dann Todd Lombardo (teilweise auf einer 12-saitigen Gitarre), was er als virtuoser Gitarrist zu bieten hat. Eine Anekdote noch am Rande: Eigentlich habe Todd ursprünglich gar nicht singen wollen, als Lera ihn als Gitarristen engagierte. Sie habe ihn dann dazu genötigt, es doch ein Mal zu versuchen - auch damit er die Duett Parts des "Plays Well With Others"-Albums übernehmen konnte. Das führte dann dazu, dass in der zweiten Show "Nothing To Do With Your Love" in einem Lachanfall endete, weil Todd sich hier als Crooner mächtig ins Zeig legte und ein wenig über das Ziel hinausschoss. "Ich hab' dir doch gesagt, dass ich das nicht machen will", meinte er abschließend trotzig.

Dann wäre noch zu erwähnen, dass diese Shows wegen der Proteste um den Tod von George Floyd und die damit verbundenen Unruhen um eine Woche verschoben worden war und Lera sich entschlossen hatte, einen Teil der Spenden für die Shows der Black Lives Matter-Organisation "Color Of Change" weiterzuleiten. Das führte dann auch dazu, dass sich Lera einen Protestsong als Coverversion ausgesucht hatte. Hierfür hatte sie ursprünglich "Blowin In The Wind" angedacht, sich dann aber doch für "The Times They Are A-Changin'" ausgesucht, da dieses Stück der Stimmung der Zeit besser angemessen sei und weil sich langsam nun wirklich mal eine Bewusstseins-Veränderung einzustellen scheint. Wichtig sei es - so mahnte Lera in der US-Show ihre Fans - zur Wahl zu gehen, um das auch deutlich zu machen.

Zudem hatte Lera gerade am Tag zuvor einen eigenen neuen Song namens "Is It Easier" anlässlich der aktuellen Ereignisse um den Tod von George Floyd fertiggestellt. In dem Song geht es um die Heuchelei und moralische Rechtfertigung ansonsten teilnahmsloser Beobachter. Das Thema liegt Lera dabei offensichtlich so am Herzen, dass sie sich bei der ersten Show im Folgenden mit Tränen in den Augen zum Stimmen der Gitarre abwenden musste. Schließlich gab es dann auch noch einen neuen, melancholischen Track namens "So Far" der sich bereits auf dem kommenden Album finden wird - das Lera übrigens weitestgehend im Alleingang eingespielt hat.

Insgesamt lässt sich sagen, dass das rein akustische Setting, dass Lera und Todd bei ihren Live-Konzerten ja nur gelegentlich implementieren, insbesondere mit Bezug auf Leras wandlungsfähigen Gesang viele Nuancen offenlegte, die in einem rockigeren Ambiente vielleicht sogar eher unterzugehen drohen. Beide Streams sind bis auf weiteres auf Leras Facebook-Seite noch abzurufen.
Surfempfehlung:
www.facebook.com/leralynn
www.facebook.com/leralynn/videos/294099318430800
www.facebook.com/leralynn/videos/1679511968864022
www.leralynn.com
www.instagram.com/leralynn
twitter.com/leralynn
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Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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