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Konzert-Bericht
 
Zurück zur Natur

Luise Weidehaas

Bochum, Freilichtbühne Wattenscheid
01.08.2020

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Luise Weidehaas
Eigentlich wollte Luise Weidehaas ihr im Frühjahr veröffentlichtes Debütalbum "Shore" bereits Mitte März bei einem Konzert im Düsseldorfer FFT mit einer ganzen Reihe Special Guests erstmals live vorstellen - die COVID-19-Pandemie verhinderte das. Fast fünf Monate später ist die (noch) in der Landeshauptstadt heimische Singer/Songwriterin froh, überhaupt wieder auf der Bühne stehen zu dürfen, auch wenn es "nur" mit kleinem Besteck in Duo-Besetzung bei einem Umsonst-und-draußen-Konzert im Ruhrpott ist. Bei ihrem Gastspiel in Bochum wird allerdings schnell klar, dass der Biergarten der mitten im Wattenscheider Stadtpark gelegenen Freilichtbühne trotz Social Distancing genau der richtige Auftrittsort für Weidehaas und ihre sanften, betont klar und organisch klingenden Folk-Songs ist.
Der Albumtitel "Shore" deutet es bereits an: Viele Lieder von Luise Weidehaas sind unterwegs, auf Reisen entstanden und in der Natur zu Hause - und wo würden Lieder mit Titeln wie "Baumhaus", "Olivenhaine" oder "Schwalben" besser zur Geltung kommen als unter freiem Himmel, auf einer von hohen Bäumen umringten Bühne, bei der Blätterrauschen und Vogelgezwitscher manchmal fast lauter zu sein scheinen als der "Zartcore", der von der Bühne schallt? Mit einem einzigen, vorschriftsmäßig maskierten Mitstreiter an ihrer Seite, den sie augenzwinkernd als "meine Band Guido Sprenger" vorstellt, taucht Weidehaas eine Stunde lang ab in ihre Songs, die filigran, aber nicht zerbrechlich, gefühlvoll, aber nicht melancholisch sind, wie ein Bloggerkollege unlängst treffend feststellte, und selbst dann zum Hinhören einladen, wenn sie auf einen klassischen Liedaufbau und eingängige Refrains verzichten.
Während Sprenger (auch bekannt für sein großartiges Instagram-Handle @kanye.westfalen) an der Stromgitarre und mithilfe von vielen Effektpedalen für einen dichten Atmosphäreteppich sorgt, an dem sicher auch Daniel Lanois seine Freude gehabt hätte, bringt Weidehaas den Konzertort mit unaufdringlichen Akkorden auf der Akustikgitarre und ihren poetischen Texten zum Leuchten. Dass sie auf Deutsch textet, ist dabei ob ihrer auf ihre englischen Hörgewohnheiten abgestimmten Phrasierung beim Singen geradezu nebensächlich. Mitunter, so scheint es an diesem Abend, ist es ihr wichtiger, mit ihrer Stimme die Melodien ihrer Songs und die tiefenentspannte, leicht verträumte und von einem Hauch Romantik umwehte Grundstimmung ihrer Musik zu verstärken, als mit den Texten Geschichten zu transportieren. Das andächtig lauschende Bochumer Publikum lässt sich gern von ihrem stillen Zauber einfangen und entlässt sie erst nach einer ungeplanten zweiten Zugabe, bei der sie kurzerhand die Eröffnungsnummer "Pazifik" noch einmal spielt, in die laue Sommernacht.

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Surfempfehlung:
www.luiseweidehaas.de
www.facebook.com/LuiseWeidehaasMusik
www.instagram.com/luiseweidehaas
luiseweidehaas.bandcamp.com
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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