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Konzert-Bericht
 
Zwischen Suff und Sehnsucht

The Düsseldorf Düsterboys

Wuppertal, Die Börse
23.06.2021

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The Düsseldorf Düsterboys
Corona macht's möglich - plötzlich wird der Parkplatz zur Kult(ur)stätte! In der Wuppertaler Börse haben sie aus der Not eine Tugend gemacht und aus der Auto-Stellfläche im Schatten des alteingesessenen Kulturzentrums an der Wolkenburg kurzerhand einen #Kultur#Park#Platz mit einem bunt gemischten Open-Air-Sommerprogramm, für das sich bereits Rocko Schamoni, Tiflis Transit, Bernd Begemann, Schreng Schreng & La La und viele mehr angesagt haben. Für das erste Konzert-Highlight der Saison sorgen allerdings The Düsseldorf Düsterboys, denn auch wenn es an diesem sommerlich warmen Mittwoch Ende Juni eigentlich viel zu sonnig für die Nachtschattengewächse aus Essen ist - ein feiner Konzertabend mit Hits zwischen Suff und Sehnsucht wird es allemal.
Mit dem Album "Ententraum" ihrer Band International Music haben Peter Rubel und Pedro Goncalves Crescenti dieses Frühjahr so viel Staub aufgewirbelt, dass man fast vergessen konnte, dass die beiden Tausendsassa aus dem Herzen des Ruhrpotts auch noch ein anderes musikalisches Standbein haben, um ihre Liebe für authentische Vintage-Sounds stilecht auszuleben. Gemeinsam mit Edis Ludwig am Schlagzeug und Fabian Neubauer an der Orgel zelebrieren Rubel und Goncalves Crescenti auf dem fast bis auf den letzten Platz besetzten #Kultur#Park#Platz windschiefe amerikanische Folkmusik aus der Garage, die klingt wie die Beatles kurz vor oder The Velvet Underground kurz nach dem Heroin, wie die Zeit einst so treffend schrieb, und treffen auch bei den herrlich lakonischen Ansagen zwischen ihren Liedern stets den richtigen Ton. Überhaupt passt die entspannte, psychedelikschwangere Retro-Stimmung perfekt zu den Geschichten über das Lotterleben am Abgrund, um die sich die zitatgespickten Songs des Quartetts drehen. Alkohol, Kippen und am Ende von "Parties" auch einmal kurz Fußball - schließlich spielt sich die deutsche Nationalmannschaft parallel bei der Europameisterschaft gegen Ungarn fast um Kopf und Kragen -, das sind die Themen der augenzwinkernden, gerne irre Wendungen nehmenden deutschsprachigen Düsterboys-Texte, die originell und humorvoll zugleich sind. Bisweilen hat man das Gefühl, dass in den Songs, im Sound der Band die Zeit genauso stillsteht wie an den vergessenen Ecken ihrer Heimatstadt, die hier offensichtlich als Inspiration dienten. Schließlich braucht man in Essen für eine Zeitreise keinen Delorean, sondern nur eine Fahrkarte für den Bus in den richtigen - oder eher: den falschen? - Stadtteil.
Zu alten Heulern wie "Messwein", "Kaffee aus der Küche" oder "Wie ein Henker" gesellt sich an diesem Abend ein halbes Dutzend neuer Klassiker, bevor sich ganz am Ende "Californication" von den Red Hot Chili Peppers wie von Geisterhand in eine lupenreine Düsterboys-Nummer verwandelt. Nur ihren heimlichen Superhit "Teneriffa" wollen die vier Herren am Ende nicht mehr spielen und verabschieden sich lieber mit einer weiteren neuen Nummer, aber in Zeiten, in denen die Ferienziele eher an der Nordsee als auf den Kanarischen Inseln liegen, ist das vielleicht auch ganz gut so.

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Surfempfehlung:
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Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Carsten Wohlfeld-


 
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